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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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536
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Drittes Hauptstück. Von

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Männern in Allem" (d. h. was recht und ehrbar ist).Und der heilige Augustin schreibt:Das Weib ist nichtaus dem Haupte, sondern aus der Seite des Mannes ge-bildet worden, damit sie erkannte, daß sie nicht Herrin desMannes, sondern vielmehr dem Manne unterworfen sei."

Beispiel und Anwendung. Schon in der heiligenSchrift begegnen uns gar viele und schöne Beispiele vonehlicker Treue und Liebe; erinnern wir uns nur z. B. andie frommen und heiligen Eheleute Abraham und Sara,Joachim und Anna, Zacharias und Elisabeth,besonders aber an Joseph und Maria. Allein auch inspäterer und neuerer Zeit fehlt es nicht an erhebenden Bei-spielen dieser Art. Ich will nur Eines erzählen.Johann Wasa, Herzog von Finnland, hatte die Ober-herrlichkeit seines Bruders Erich, Königs von Schweden,anzuerkcnnen sich geweigert, und ward deßhalb von denStänden des Reiches zum Tode verurthcilt worden. Nacheinem mehrmonatlichen Widerstande in seinem Schloße Abogab er sich gefangen und wurde nach Stockholm geführt,wo das Urtheil vollzogen werden sollte. Erich aber, welcherdurch allzugroße Strenge seine übrigen Brüder aufzureizenfürchtete, begnadigte ihn zur Gefängnißstrafe im Thurme zuGripsholm. Alsbald eilte die tugendhafte Katharina auSdem Hause der Jagelloneu, Johann Wasa'S Gemahlin, inSchwedens Hauptstadt und bat den König um die Erlaub-niß, die Gefangenschaft mit ihrem Gemahl zu theilen.

den Pflichten der Eheleute.

Wohin denken Sie, Madame?" sprach der erstaunte Königzu ihr.Wissen Sie denn nicht, daß Ihr Gemahl dasTageslicht nicht mehr erblicken soll?" Ich weiß es, erwiedertesie.Wissen Sie aber auch, daß er von nun an nichtmehr als Prinz, sondern als ein des Hochverraths schuldigerGefangener behandelt werden wird?"Ich weiß cs,"entgegnete Katharina.Aber ob frei oder gefangen,unschuldig oder schuldig, Johann Wasa ist und bleibtdoch mein Gemahl." Gerührt durch diese Worte bot Erichder Herzogin von Finnland einen Palast in der ResidenzStockholm an, wo man ihr mit allen, ihrem Range gebüh-renden Ehren begegnen sollte. Er gewährte ihr auch dieFreude, den Gefangenen von Zeit zu Zeit zu sehen.Warum," sprach der König zu ihr,sollten Sie so IhreFreiheit und Jugend zum Opfer bringen? Es verpflichtetSie Nichts dazu, Madame! Denn das Urtheil, welches denaufrührerischen Untcrthan getroffen hat, hat nach meinerAnsicht alle Bande zerrissen, die ihn noch an die Welt undseine Familie ketteten." Anstatt aller Antwort wies Katha-rina dem Könige ihren Hochzeitsring vor, auf welchemfolgende Inschrift in lateinischer Sprache eingegrabcn war:Nors soigp' (Der Tod allein!) Der König mußte ihr dieBitte gewähren. Volle 17 Jahre dauerte die Gefangenschaftihres Gemahls, welche Dank ihrer Liebe! täglich für ihnsüßer wurde. Nach Er ich's Tode verließ Johann dasGefängnis), um auf den Thron zu steigen. Gewiß einehcldenmüthige Liebe, die allen Ehegatten zum nachahmungs-würdigen Beispiele dienen soll!

Fr. Welche Pflichten haben die Eheleute gegenihre Kinder?

Antw. Folgende: 1) in Bezug auf den Leibsollen sie ihren Kindern Unterhalt und Versorgung, und2) in Bezug auf das Seelenheil eine gute christlicheErziehung zu Theil werden lassen.

Belehrung. Die Sorgfalt der Eltern muß sich so-wohl auf das leibliche Leben, als auch auf das Seelen-heil ihrer Kinder erstrecken. 1) In Bezug auf das leib-liche Leben sind sie verpflichtet, schon vor der Geburtdes Kindes für die Erhaltung desselben zu sorgen durchfleißige Pflege und Bewahrung ihrer eigenen Gesundheit,sowie durch besondere Achtsamkeit und Sorgfalt für die ein-mal wirklich empfangene Leibesfrucht. Nach der Geburtsollen sie dem unbehilflichen Geschöpfe alle mögliche Aufmerk-samkeit widmen und ihm nöthigen Unterhalt, Lebensmittel,Kleidungsstücke und Wohnung verschaffen, solange bis dieKinder späterhin selbst im Stande sind, hiefür zu sorgen.Diese Pflicht legt schon die natürliche Neigung in jedesVater- und Mutterherz, da ja auch selbst die unvernünftigenThiere für ihre Jungen so lange sorgen, bis sie sich selbst