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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Drittes Hauptstiick. Vom Empfange des heiligen Sakramentes der Ehe.

Als man zur Zeit der französischen Revolution die Töchterdes Herrn von Billiais, deren ganzes Verbrechen darin be-stand, daß sie Gott und den König liebten, in's Gefängnißführte, wollte ein republikanischer Offizier eine derselbenretten und sprach zu ihr:Komm mit mir! Ich will dichretten; sei meine Frau!" Sie aber antwortete:Laß mich!Ich will lieber sterben, als die Schande haben, dir anzuge-hören; du bist ein Feind meines Gottes und meines Königs."Fürwahr, das ist eine edle und heilige Absicht, wenn manbeim Heirathen nicht so sehr auf Ehre und Würden, aufGeld und irdische Güter sieht, als vielmehr auf Gottesfurcht,Religion und Tugend. Aus den sogenannten Geldheirathengehen in der Regel nur unglückliche Ehen hervor.

Fr. Wie sollen Diejenigen, welche in den Ehestandtreten wollen, im Brautstände leben?

Antw. Sie sollen im Brautstände unschuldigleben, und nicht glauben, daß ihnen in demselben mehrFreiheit oder das Zusammenleben in Einem Hanse ge-stattet sei.

Belehrung und Beispiel. Unversehrt sollen sie denBrautkranz zum Altäre bringen,zum Zeichen der Freude,"sagt der heilige Chrysostomus,daß sie über sich einenSieg erfochten und früher mit einander keine Unzucht getrie-ben haben." Gewöhnlich ruht kein Segen auf jenen Ehe-leuten, die ihren Brautstand durch Sünden entehrten.So erzählt der ehrwürdige Pater Candidus, er habezwei Personen gekannt, welche sich vor der Hochzeit so sehrmit einer unreinen Liebe liebten, daß keines hätte eineStunde laug ohne das andere sein können; sobald sic aberverehlicht waren, haßten sie sich beiderseits mit solchem Wider-

willen, daß sie sich nicht mehr sehen, noch leiden komüen,und gleich den wüthenden Hunden mit Zähnen und Nägelneinander zerbissen und zerkratzten. Wurden sie von einandergetrennt, so quälte sie alsbald die vorige unreine Liebe undBegierde wieder, beisammen zu sein; aber beim ersten Blicke,mit dem sie sich wieder sahen, regte sich auf's Neue der bittereHaß und die Raserei, wie zuvor. Wohl eine entsetzlicheMarter und Strafe!

Fr. Was sollen die Brautleute unmittelbar vordem Empfange des heiligen Sakraments der Ehe thun?

Antw. Sie sollen würdig beichten und communicircn.

Belehrung. Da die Ehe ein Sakrament der Leben-digen ist, so muß man beim Empfange desselben die Gnadeschon haben; daher muß man durch eine aufrichtige undvollständige Beickt (am Besten durch eine Lebensbeicht) in denStand der Gnade cintreten; da ferner die Ehe so großeund schwere Verpflichtungen mit sich bringt, so ist es wohlsehr nothwendig, daß die Brautleute den göttlichen Heilandeinladen und sich mit Ihm in der heiligen Eommunion ver-einigen. Es gilt auch hier wieder der obige Ausspruch dcöheiligen Franz von Sales:Wollet ihr eine Heirathschließen, so ladet Iesum dazu ein; denn ohne ihn habt ihrkeine Hilfe."

Fr. Wie empfängt man endlich das heilige Sakra-ment der Ehe selbst?

Antw. Auf folgende Weise: Die Brautleute er-klären vor ihrem Pfarrer (oder mit Erlaubnisdesselben oder des Bischofs vor einem andern Priester)und vor zwei Zeugen, daß sie einander zur Ehe nehmen,worauf der Priester ihren Bund cinsegnet. (Sieh dasvorhergehende Bild!) Die beiderseitige, mit Freiheitund Bewußtsein und auf eine deutliche Weise (gewöhn-lich mit Worten) kundgegebene Einwilligung derbeiden Brautleute, die sich auf die Gegenwartbeziehen muß, (denn auf die Zukunft bezogen, wäre dieEinwilligung nur ein Ehegelöbniß,) ist also das ersteErforderuiß zur Giltigkeit der Ehe. Diese Einwilligungmuß vor dem eigenen Pfarrer, oder mit seineroder des Bischofs Einwilligung vor einem andern Prie-ster und vor wenigstens zwei Zeugen ausge-sprochen werden.

Legende: Der heilige Rochus (ch 1327.)

Möchten von diesem Heiligen, dessen Lebensgeschichtcuns am heutigen Tage in der Legende erzählt wird,