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Am Feierabende des 12. August.
Gottes sein. Daher schreibt der heilige Paulus: „Christusist es, der Einige zu Aposteln, Andere zu Propheten, Diesezu Evangelisten, Jene zu Hirten und Lehrern machte, aufdaß sie nach ihren Amtspflichten an der Vervollkommnungder Heiligen zur Erbauung seines Leibes arbeiten." (Ephes.4, 11—12.) Sündhafte Anmaßung, eine gottesräuberischeHandlung wäre es also, wenn sich ein Laie, ein Unberufenerpriesterliche Verrichtungen erlauben würde.
Beispiel und Anwendung. Der König Oziaswar so mächtig, daß er ein Heer von mehr denn dreimalhundert zwei und fiebenzig tausend Mann auf den Beinenhielt. Mit diesem Vorzüge noch nicht zufrieden, wollte ersich auch in die Amtsgeschäfte der Priester eindrängen undden Weihrauch auf dem Altäre anzünden. Der HohepriesterAzarias bestrafte ihn hierüber und sagte: „Es ist deinAmt nicht, o König! daß du dem Herrn Rauchwerk anzün-dest, sondern das Amt der Priester, die zu solchem Dienstegeweihet sind. Gehe hinaus aus dem Heiligthume; denndieß wird dir von Gott dem Herrn nicht zur Ehre gerechnetwerden." Der König wollte sich ihm drohend widersetzen;aber in demselben Augenblicke strafte ihn Gott mit demAussatze, der an seiner Stirne ausbrach und ihm seinganzes Leben über anhing. So furchtbar war das Gericht,welches Gott über den gekrönten Frevler verhängte, der infrechem Stolze sich den Priestern des alten Bundes wider-setzte. Wird er schonender gegen Jene verfahren, welche
in die Rechte und Verrichtungen der Priester des neuenBundes ungescheut eingreifen, deren Amt und Würde weiterhabener ist?
Fr. Was können und sollen wir thun, auf daßuns Gott der Herr stets würdige Priester sende?
Antw. Wir sollen recht oft zu Gott um würdigeund fromme Priester beten.
Belehrung und Beispiel. Hierzu fordert uns Chri-stus selbst mit den Worten auf: „Bittet den Herrn derErnte, daß er Arbeiter in seine Ernte sende!" Und die Kirche,die die geistlichen Weihen gewöhnlich in den Quatcmberwochenvornimmt, verlangt von allen Gläubigen, daß sie in diesenWochen fasten und beten sollen, auf daß der gütige Gottfromme Priester in seinen Weinberg senden möge. Bete undfaste also, mein Christ! in den Quatcmberwochen ganz be-sonders in dieser Absicht! Schon der heilige Chrysosto-mus wendete sich daher bei seiner Priesterweihe an die ver-sammelten Gläubigen und empfahl sich dem Gebete derselben,um als treuer Diener Gottes das schwere Amt des Priester-thums erfüllen zu können. Seine Worte lauten: „Und wennihr auch mich eueres Gebetes für würdig achten wollet, soerbittet mir viel Kraft und Wachsthum von Oben. Schonfrüher, als ich noch für mich allein lebte und in keine geist-lichen Geschäfte verstechten war, brauchte ich Schutz und Bei-stand; nachdem ich aber hervorgezogcn worden bin, so be-darf ich jetzt vieler Hände, bedarf tausend Fürbitten, damitich das mir anvertraute Pfund dem Herrn unverletzt znrück-stellen kann, an jenem Tage, wo er von Denen, welchen erseine Talente anvertraut hat, Rechenschaft abfordern wird.Bittet also für mich, damit ich einst nicht zu Denen gehöre,welche gebunden in die äußerste Finsterniß geworfen werden,vielmehr zu Denjenigen, welche Vergebung erlangen durchdie Gnade und Menschenfreundlichkeit unsers Herrn JesuChristi, welchem sei Ehre, Ruhm und Anbetung in alleEwigkeit!"
Legende: Die heilige Klara, Jungfrau undOrdeusstifterin (st 1253).
Wie oft betete die heilige Jungfrau und Ordens-stifterin, St. Klara, deren Fest heute die KircheGottes feiert, voll Inbrunst um fromme, pflichtgetreuePriester zu Gott! Diese Heilige, im Jahre 1193 inAssisi geboren, wurde in aller Gottseligkeit erzogen undmachte frühe das Gelübde, immerwährend Jungfrau zubleiben. Das Beispiel des heiligen Franziskusmachte auf sie einen solchen Eindruck, daß sie in demAlter von 18 Jahren der Welt völlig entsagte und in
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