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Am Feierabende
auch den Priestern des Herrn eigen sein soll. Es istdieß die heilige Filomena. Sie war die Tochter einesgriechischen Fürsten. In einem Alter von 13 Jahrennahmen die Eltern das fromme Kind mit nach Rom,wo der Vater Geschäfte bei dem Kaiser Diokletian hatte.Kaum hatte dieser die junge Filomenagesehen, sowurdeer ganz für sie eingenommen. Er bewilligte dem Vater-Alles, was er wollte, und verlangte zum Preise dafürdie Hand der Tochter. Durch die große Ehre geblendet,sagte der Vater sogleich zu. Beide Eltern versuchtennun Alles, um auch die Einwilligung der Tochter zuerhalten. Allein diese hatte schon zwei Jahre zuvor demHerrn die Jungfrauschaft gelobt, und weigerte sich stand-haft, des Kaisers Gemahlin zu werden. Der Vatermachte ihr die schrecklichsten Drohungen; allein sie bliebmit Gottes Gnade unbeweglich. Nun wurde sie vor denKaiser geführt. Dieser vereinigte seine Bitten, seineSchmeicheleien mit denen der Eltern; allein Filomenaließ sich nicht besiegen. Da entbrannte der Kaiser vorZorn und ließ die zarte Jungfrau in's Gefängniß führen.Und nun beginnt ihre Martergeschichte. Zuerst ließ sieder Tyrann grausam geißeln, und als sie dem Todeschon nahe war, ließ er sie wieder in das Gefängnißbringen. Zwei Engel kamen, um sie zu heilen; undnun war sie kräftiger, als zuvor. Abermals wendeteder Kaiser alle möglichen Schmeicheleien und Liebkosun-gen an, um sie wankend zu machen; allein Filomenablieb standhaft. Nun wurde sie mit einem Anker amHalse in die Tiber geworfen; aber zwei Engel löstenden Anker vom Halse und trugen sie sanft an das Ufer.Auf dieses Wunder bekehrten sich viele Zuschauer. Wuth-entbrannt ließ sie Diokletian hierauf durch die Strassender Stadt Nom schleppen und mit Pfeilen auf sie schie-
Mehler, Hausbuch.
des 12. August.
ßen. Filomena ward mit Pfeilen bedeckt; das Blutströmte aus tausend Wunden; erschöpft, sterbend brachteman sie wiederum in's Gefängniß zurück. Da würdigtesie Gott einer neuen Gnade; sie fiel in einen sanftenSchlaf, und bei ihrem Erwachen war sie wieder voll-kommen geheilt. Endlich ließ der grausame Tyrann dicheilige Jungfrau enthaupten. So erschwang sich ihrereine Seele zum Himmel, zu Jesus, ihrem göttlichenBräutigam, und erhielt da den Kran; der Jungfrauenmit der Palme der Märtyrer. Sie starb an einemFreitage, den 10. August, um 3 Uhr Nachmittags.
Gebet. Jesus, du reinstes Lamm, du Freundunschuldiger, keuscher Seelen! stärke uns durch das Bei-spiel und die Fürbitte der heiligen Jungfrau und Mär-tyrin Filomena, daß wir unfern heiligen katholischenGlauben hoch verehren, die jungfräuliche Reinigkeit innigschätzen und die Keuschheit nach unserm Stande sorg-fältig bewahren. Wir bitten dich darum durch deinkostbares Blut. Amen.
Zweihundertvierundzwanzigstes Lesestück.
Am Feierabende des 12. August.
Vom Berufe zum Priesterstande.
Fr. Was wird von Denen gefordert, die Priesterwerden wollen?
Antw. Es wird gefordert: 1) Mannes-Alter, 2) hoheFrömmigkeit, 3) gründliche Wissenschaft, 4) Klugheit undBescheidenheit, 5) Beruf von Gott und 6) vollkommenreine Absicht.
Belehrung. Groß ist die Würde des Priesters, undschwer ist die Bürde dieses heiligen Amtes; daher stellt dieKirche auch verschiedene und große Vorbedingungen an Die-jenigen, die Priester weiden wollen. Sie fordert: 1) Man-nes-Alter. Nur Menschen männlichen Geschlechtes sind zuden sehr erhabenen Diensten dieses Standes fähig, indemGott die Weiber der Gewalt des Mannes unterworfen hat.(Genes. 3, 16.), und es sich folglich nicht geziemt, daß inden wichtigsten Dingen des Heiles ein Weib die Gewalt überdie Männer, oder dieselbe Gewalt, wie diese, erhalte. —Bestimmt hat übrigens die Kirche zum Subdiakonate einAlter von vollen 22, zum Diakonate ein Alter von vollen23 und zur Priesterweihe ein Alter von vollen 24 Jahren.(Oono. Iriä. sess. 23. osp. 12.) Und selbst da gilt noch,was der heilige Apostel Paulus an Timotheus schrieb: „Nie-
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