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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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518
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Drittes Hauptstiick. Von der dem Priesterstande gebührenden Achtung.

gleich Heuchlern, welche Augen haben, die von einem großenBalken verwundet sind, einen kleinen Splitter in den AugenAnderer." — Hüte dich also, mein Christ! lieblos zu ur-theilen über die Gebrechen und Fehler eines Priesters, machees vielmehr wie Kaiser Con staut in der Große. Alsman ihm nämlich auf der Kirchenversammlung zu Nicäai. I. 325 mehrere Klagschriften gegen Geistliche übergab,öffnete er keine derselben, sondern legte alle in einen Bündelzusammen, versiegelte dann das Packet mit seinem Ringe,und warf es in's Feuer, indem er zu seiner erstaunten Um-gebung sagte, daß Sünden, welche Geistliche begehen, nichtkund gemacht werden sollen, weil sie dem Volke zum besonder»Anstoße dienen. Derselbe Kaiser versicherte auch, daß, wenner einen Geistlichen auf einer bösen That ertappen würde,er ihn mit seinem kaiserlichen Mantel bedecken und vor denAugen der Welt verbergen wollte. Möchten alle Christenvon einer solch liebevollen Gesinnung selbst auch gegen fehlendePriester erfüllt sein, und bedeuken, daß wir Alle Sündersind, und sonach keine Ursache haben, einen Stein gegen denAndern aufzuheben!

Legende: Der heilige Laurentius, Diakonund Märtyrer (-s 258).

serer Seelen zu arbeiten, um den Armen das Evangeliumzu predigen, Jene, die gebrochenen Herzens sind, zu heilen,und den Gefangenen die gnadenreiche Ankunft des Welter-lösers und den Tag der Vergeltung zu verkünden. (Siehdas vorhergehende Bild!) Wie viel Achtung, Liebe und Vertrauensollen wir also nicht den Priestern schenken wegen ihrer er-habenen Würde und wegen ihrer hohen Bestimmung!

Beispiele und Anwendung. Der ehrwürdige Bedaerzählt von den ersten Christen Englands, daß sie ihrePriester mit unbegrenzter Hochachtung verehrten. Begegneteein Weltlicher einem Priester, so bog er vor ihm seineKniee, bat ehrfurchtsvoll um seinen Segen, küßte die Hand,die ihn gesegnet, und empfahl sich flehentlichst dessen frommemGebete. Ueberall, wo ein Priester erschien, wurde er wieein Engel des Himmels freudigst begrüßt und ehrerbietigstempfangen. Aufmerksam und mit großer Stille hörten diefrommen Gläubigen auf die Predigten, und jedes Wort ausdem Munde eines Priesters wurde als Wort des Lebensbegierig aufgefaßt. — Von einer ähnlichen Ehrfurcht gegendie Priester war auch der Kaiser Basilius erfüllt. Daherermahnte er seinen Sohn Leo gar oft und nachdrücklich, diePriester ihrer erhabenen Würde wegen hoch in Ehren zuhalten. Seiner Ermahnung fügte er die Worte bei: „DieEhrfurcht, welche du den Priestern erweisest, geht auf Gottselbst zurück; denn wie wir wünschen, daß das Volk unsereMinister ehre und achte und zwar unsertwegen, so willund verlangt auch Gott der Herr, daß man seine Dienerehre und achte und zwar um seinetwillen." — Liebeund achte also, mein Christ! die Priester des Herrn; dennsie verdienen es wegen ihrer erhabenen Würde sowohl, alsauch wegen ihrer hohen Bestimmung.

Fr. Wie soll man sich benehmen, wenn man etwaan einem Priester menschliche Fehler und Schwachheitenbemerkt?

Atttiv. Man soll daran kein Aergerniß nehmen,sondern seine Würde beachten; man soll thun und halten,was er uns sagt, nach seinen Werken aber sollen wirnicht thun. (Matth. 23, 3).

Belehrung und Beispiel. »Ein Priester", sagtder heilige Isidor, „wenn er auch ein schlechtes Leben führtund seine Mängel hat, ist doch ein Engel des Allmächtigen,weil er das Amt des göttlichen Opfers verrichtet uuv fürdas Seelenheil Anderer sorgt." Und der heilige GregorderGroße schreibt: „ Während Manche das Leben der Priestermehr, als ihr eigenes untersuchen, fallen sie in die Grube ^ Welch eine kindliche Verehrung und Hochachtung

des Jrrthums; sie beherzigen viel zu wenig, daß ihnen das ^ieste^den^ulchmW

Leben der Priester keinen Schaden zufügen würde, wenn sie unbedingtes Vertrauen schenkte er ihm! Wie ein Sohnihren guten Ermahnungen Gehör gäben; aber sie erblicken seinen Vater, wie ein treuer Diener seinen Herrn, so