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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Drittes Hauptstück. Von der Macht und Würde des Priesters.

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zu verkünden, über sie den Segen des Himmels durch Gebetund durch den Segen seiner geweihten Hände herabzuziehcnund für sie das heilige Meßopfer darzubringen. Sonach er-scheint der Priester als Vermittler zwischen Himmel undErde. Welch eine erhabene Macht, die selbst Engel nichtbesitzen! Denn noch nie hat Christus zu einem Engel gesagt,was er zu seinen ersten Priestern, den Aposteln gesprochen:„Denen ihr die Sünden vergebet, denen sind sie vergeben!"Die Engel freuen sich über die Bekehrung der Sünder; —aber das ganze Geschäft der Wiederversöhnung liegt in denHänden der Priester. Das ist wahrlich eine große Macht,eine bewunderungswürdige Gewalt!

Beispiel und Anwendung. Zur Zeit des heiligenChrysostomuS gab es schon manche Christen, die die er-habene Macht und Würde des Priesterthums nicht erkennenwollten, und daher den Priestern des Herrn nicht selten Un-dank und Verachtung bezeigten. Er machte ihnen hierüberernstliche Vorwürfe, indem ec sprach: „Ist dieß der Dankfür die Dienste, die euch die Priester des Herrn erweisen?Seid ihr nicht durch die Hand des Priesters in der heiligenTaufe wiedergeboren worden? Habt ihr nicht durch sein AmtVergebung euerer Sünden erlangt? Bringt er nicht für euchdas Opfer dar, welches euch des Leibes und Blutes Christitheilhaftig macht? Ist es nicht der Priester, der euch unter-richtet, eueren Kindern das Brod des göttlichen Wortes

bricht, für euch betet und euch den Himmel öffnet?!" —Ja, so große Dienste erweisen dir, mein christlicher Leser!die Priester der Kirche; denn sie haben vom göttlichen Hei-land eine wunderbare Macht empfangen. Wehe dir, wennauch du undankbar wärest gegen die Diener des Herrn,wenn du verachten würdest ihre erhabene Macht und Würde!Die Strafe des Herrn würde sicherlich nicht ausbleiben.

Fr. Ist also die Würde eines Priesters eine hoheWürde?

Antw. Die Würde eines Priesters ist überauserhaben, weil er eben durch die Priesterweihe eine soerhabene Macht erlangt.

Belehrung. Die Würde eines Priesters ist die er-habenste, die sich unter den Menschen je denken läßt, undsie gründet sich auf seine zweifache Gewalt über den wahrenund über den geistlichen Leib Jesu Christi. Daherruft der heilige Augustinus aus: „O Ehrfurcht gebietendeWürde der Priester, in deren Händen der Sohn Gottes,wie im Schooße der Jungfrau geboren wird! O himmlischesGeheimniß, so wunderbar durch euch auf unseren Altärengewirkt! Derselbe Gott, der im höchsten Himmel thront, istin eueren Händen beim anbetungswürdigen Opfer! DerHimmel staunt diese Wunder an, die Hölle knirscht darüber,die Teufel zittern, die Engel ergreift eine tiefe Ehrfurcht.O Priester! habet Acht auf die Würde, die euch übertragenist; sie erhebt euch über die Engel; sie beten die Geheimnissean, die ihr wirket, ohne sie selbst wirken zu können. OTiefe der Weisheit Gottes! Er bewilligt den Menschen,was er den himmlischen Geistern nicht gegeben hat! DerPriester handelt als Hoherpriester^ indem er das Schlacht-opfer darbringt, und der Engel steht ihm als Diener indiesen göttlichen Verrichtungen bei. Welch eine Würde!"

Legende: Der heilige Romanus, Märtyrerzu Nom (1- 258).

Schon in den ältesten Zeiten der Kirche machtedie erhabene Würde und das edle Benehmen der Bi-schöfe, Priester und Diakone selbst auf die Ungläubigennicht selten einen so tiefen Eindruck, daß sie sich zumChristenthume bekehrten und für den Glauben starben.Unter ihnen ragt besonders der heilige Romanus her-vor, dessen Andenken heute gefeiert wird. Derselbe warzur Zeit des heiligen Laurentius Soldat in Rom.Als er aber das würdevolle Benehmen der heiligenPriester und Bischöfe sah, welche für ihren Glaubenfreudig Blut und Leben opferten, und besonders als erdie Standhaftigkeit und Freude bemerkte, mit welcherder heilige Diakon und Märtyrer Laurentius die vonder Wuth seiner Schergen ersonnenen Qualen erduldete,nahm er die christliche Religion an, wandte sich an den