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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende des 8. August.

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die Kirche keine Gemeinschaft mehr: Alles geriethe darin inVerwirrung und Unordnung; denn es gibt keine Gesellschaft

ohne Vorgesetzte, die befehlen, und ohne Untergebene, die ge-horchen. Wenn aber die Kirche nicht wäre, so wäre auchdie bürgerliche Gesellschaft, deren Seele sie ist, nicht mehr.Denn es gibt keine Gesellschaft ohne Religion, keine Religionohne Kirche, keine Kirche ohne Bischöfe und ohne Priester,keine Priester ohne das Sakrament der Priesterweihe; dasSakrament der Priesterweihe ist also die Herzwurzel derReligion und des Staates."

Fr. Wie läßt sich beweisen, daß die Priesterweiheein Sakrament sei?

Antw. Es läßt sich dieß daraus beweisen, weildie drei Merkmale eines Sakramentes Vorkommen: 1)dieEinsetzung durch Jesus Christus, 2) das äußere Zeichenund 3) die unsichtbare Gnade.

Fr. Wann hat Christus das Sakramentder Priesterweihe eingesetzt?

Antw. Beim letzten Abendmale.

Belehrung. Priester hat es selbst schon bei den heid-nischen Völkern der Urzeit gegeben, bei den Chaldäern undPersern, bei den Römern und Griechen, sowie auch bei un-ser» Vorfahren, den alten Deutschen. Bei dem israelitischenVolke wählte sich Gott selbst zum Dienste in der Stiftshütteund zur Entrichtung der heiligen Opfer den Stamm Leviund aus diesem Stamme das Haus Aaron besonders aus;die aus dem Stamme Levi sollten zum nieder» Dienste amMare geweiht, die aus dem Hause Aaron aber zu Prie-

Mehlsr, Hausbuch.

stern gesalbt werden. — Allein das Priesterthum des altenBundes war nur ein Schatten und Vorbild des Pricstcr-thums im neuen Bunde. Wie ein neues Opfer, so sollteda auch ein neues Priesterthum eingesetzt werden; und diesesneue Priesterthum hat auch Christus der Herr wirklich ein-gesetzt, indem er seinen Aposteln dasselbe unmittelbar über-trug, von denen aus sich selbes fortpflanzte durch dasheilige Sakrament der Priesterweihe. — Christusder Herr setzte dieses Sakrament ein, als er bei der Feierdes heiligen Abendmales den Aposteln befahl: „Thut dieß zumeinem Andenken!" (Luk. 22, 19.) Denn dadurch gaber ihnen und ihren Nachfolgern die Gewalt, dasselbe zuthun, was er that, d. i. Brod in seinen Leib, und Wein insein Blut zu verwandeln, und erfüllte so die Verheißung(Ps. 109, 4.), daß er der ewige Priester nach derOrdnung Melchisedechs sein werde, oder mit andernWorten: er stiftete ein immerwährendes Pricsterthum. Ervollendete die Einsetzung des Sakramentes dadurch, daßer nach seiner Auferstehung sprach: „Wie mich der Vater ge-sendet hat, so sende ich euch. Empfanget den heiligen Geist.Welchen ihr die Sünden nachlasset, denen sind sie nachge-lassen re." (Joh. 20.), und unmittelbar vor seiner Himmel-fahrt: „Gehet hin und lehret alle Völker re." (Matth. 28.)Denn in diesen Worten gab er den Aposteln und ihrenNachfolgern auch die Gewalt über den sittlichen Leib derKirche, dadurch übertrug er ihnen auch die übrigen Vollmachten,welche das Priesteramt ausmacheu, und stattete sie zugleichzur würdigen Führung dieses Amtes mit der Gnade vonOben aus. Deßhälb erwähnt Paulus wiederholt, daß mitdem äußern Zeichen der Hänvcauflegung eine Guadenwirkungzur Ausübung des Priesteramtcs verbunden sei, eine Ver-bindung, welche von keinem Apostel, sondern nur von demGnadenspender Jesus Christus bewerkstelligt worden seinkonnte. „Vernachlässige nicht," sagt er, „die Gnadengabein dir, welche dir gegeben worden durch die Handauflegung."(1. Tim. 4, 14.)

Fr Worin besteht dasäußere Zeichen bei derPriesterweihe?

Antw. Es gibt deren mehrere: so die Handauf-legung und das Gebet des Bischofs, die Uebergabe desKelches mit Wein und Brod.

Belehrung und Beispiele. Bei der Priesterweihekommen mehrere sichtbare Zeichen vor, welche die Ertheilungder unsichtbaren Gnade und Gewalt andeuten, als: die Hand-auflcgung und das Gebet des Bischofs, die Uebergabe des

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