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Drittes Hauptstiick. Vom Empfange der letzten Oelung.
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brauche der Vernunft gelaugt und gefährlichkrank ist.
Belehrung. Man muß also 1) Katholik sein;denn nur durch die Priester der Kirche wird cS den Kindernder Kirche gespendet. „Der Kranke rufe die Priester derKirche zu sich!" — Man muß ferner 2) zum Gebraucheder Vernunft gelangt sein; daher können Kinder nichtgesalbt werden, wenn sie noch nicht sündigen können, da ja Nichtsvorhanden wäre, was durch die Arznei dieses Sakramentes geheiltwerden müßte. Endlich muß man 3)gcfährlichkranksein;denn der Apostel sagt ausdrücklich: „Ist Jemand krank untereuch rc." Sonach können Verbrecher, die hingerichtet werden,oder Solche, die gesund einer Todesgefahr sich aussctzen, z. B.Soldaten, die in die Schlacht ziehen, Schiffer, die eine gefahrvolleSeereise unternehmen, die letzte Oelung nicht empfangen.
Fr. Wann soll man die letzte Oelung empfangen?
Antw. Man soll sie, wo mög-lich empfangen, während man nochbei guter Besinnung ist undnach der heiligen Wegzehrung.
Belehrung. Ach, wie unvernünftigist es, wenn man aus Furcht vor demTode die letzte Oelung verschiebt oder garunterläßt! Ist ja die letzte Oelung, wiewir schon oben gezeigt haben, auch zurWohlfahrt des Leibes eingesetzt, und wirdder Kranke die Wiedergenesung weit ehererlangen, wenn er frühzeitig das vonGott verordnete Hilfsmittel anwendet, alswenn er wartet, bis er ohne Wunder nichtmehr genesen kann; ist aber die Krank-heit zum Tode, so kann er sich nichtsBesseres wünschen, als selig zu sterben;und dazu wird ihm durch dieses heiligeSakrament die Gnade verliehen. Eineschwere Schuld laden auch die Angehöri-gen auf sich, wenn sie nicht dafür sor-gen, daß der Kranke zur gehörigen Zeitmit den heiligen Sterbsakramenten ver-sehen werde. Sie mögen sich ein Beispielnehmen an den Schwestern des krankenLazarus, die sogleich zu Jesus schickten,und ihm sagen ließen: „Herr, siehe, der,den du liebest, ist krank." (Joh.11 , 3 .)
Beispiel und Anwendung. Fromme Christen zögernnie mit dem Empfang der heiligen Sterbsakramente; sieempfangen dieselben vielmehr freudig und gerne. Der heiligeGebhard, Erzbischof von Salzburg, verlangte, obwohl nochkeine Gefahr eines nahen Todes vorhanden war, dennochdie heiligen Sterbsakramente. „Mil Dem" — sagte er —„was das Wichtigste ist, sollen wir nicht zögern, oder aufjene Stunde warten, in welcher der Geist seiner selbst nichtmehr mächtig ist, und die Tröstungen, welche ihm durch dasAllerheiligste werden sollen, nicht mehr fassen kann. DerKranke bedarf ja des Trostes und der Stärke, und wokönnten wir beide sicherer erhalten, als durch die heiligenSakramente?" So spricht und denkt gewiß jeder wahre Christ.
Fr. Wie oft kann man die letzte Oelung empfangen?
Antw. In jeder gefährlichen Krankheit kann mansie Einmal empfangen; stellt sich aber, nachdem bereitsdie Todesgefahr vorüber war, die Krankheit wieder von