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Am Feierabende
Neuem ein, so kann die letzte Oelung in derselben Krank-heit auch wiederholt werden.
Belehrung und Beispiel. „Wer bei früherenKrankheiten und Sünden," schreibt Peter von Cluny,„diese heiligende Oelung angewcndet hat, soll er sie beinachfolgenden Krankheiten und Sünden nicht auf's Neueanwenden?" So lesen wir z. B. von der gottseligen Mariavon Bagnesi, daß sie während ihrer 45jährigen Krank-heit achtmal die heilige Oelung empfing.— Diese frommeDienerin Gottes kam zu Anfang des 16. Jahrhunderts inFlorenz zur Welt. Von Kindheit an entwickelte sie eine un-gemeine Frömmigkeit, und noch sehr jung faßte sie schon denEntschluß, sich ganz Gott zu weihen. Der frühe Verlustihrer geliebten Mutter zwang sie, obwohl es ihre Kräftekaum noch erlaubten, die Leitung des Hauswesens zu über-nehmen; allein sie führte diese mit einer Klugheit, die weitüber ihr Alter ging. Sie verstand die Zeit so weise einzu-theilen, daß die häuslichen Geschäfte immer so viel übrigließen, um ihren frommen Uebungen und dem Gebete obzu-liegen. Eben war sie im Begriffe, in den Ordensstand zutreten, und wollte von dem Vater sich die Erlaubniß dazuerbitten, als ihr dieser ankündigte, sie hätte sich zurVerehelichung mit einem Manne bereit zu halten, den er ihrausersehen hätte. Darüber erschrack die gute Maria so sehr,daß sie, obgleich sie bisher sich der besten Gesundheit er-freut hatte, an allen Gliedern plötzlich von einem furchtbarenZittern ergriffen wurde. Auf einmal schienen alle Krank-heiten sie zur Beute ausersehen zu haben, und fünfund-vierzig Jahre lang hatte sie mit brennenden Fiebergualen,Nervenschmerzen, Gichtübeln und empfindlichen Martern in allenTheilen ihres Körpers zu kämpfen. Wahrend dieser langen Lei-densjahre hatte sie achtmal die heilige Oelung empfangen. Nach-dem sie den Leidenskelch, den ihr ihr himmlischer Bräutigam dar-gercicht, bis auf den letzten Tropfen geleert und durch Wort undBeispiel unter ihren Mitmenschen unzählig viel Gutes gestiftethatte, starb sie unter dem Vorlesender Leidensgeschichte Jesu sanftund selig am 28. Mai 1577, um, wie sie eine Braut desleidenden Jesu gewesen, nun eine Braut des verklärten Heilandeszu werden, welcher diese seine himmlische Verklärung schonwährend seiner irdischen Wanderschaft einst auf dem Berge Taborzeigte — ein Ereigniß, dessen Andenken die heilige katholischeKirche gerade am heutigen Tage durch ein eigenes Fest feiert.
Legende: Die Verklärung Christi.
Dieses wunderbare Ereigniß erzählt uns der heiligeEvangelist Matthäus (17, 1—9.) auf folgende Weise:„In jener Zeit nahm Jesus den Petrus, Jakobus und
des 6. August.
Johannes, dessen Bruder, mit sich, und führte sie abseitsauf einen hohen Berg. Da ward er vor ihnen verklärt:und sein Angesicht glänzte wie die Sonne, seine Kleideraber wurden weiß wie der Schnee. Und siehe, es er-schienen ihnen Moses und EliaS: die redeten mit ihm.PetrnS aber nahm das Wort und sprach zu Jesus:„Herr, hier ist gut sein für uns: willst du, so wollenwir hier drei Hütten bauen, dir eine, dem Moses eineund dem Elias eine." Als er noch redete, siehe da über-schattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimmeaus der Wolke sprach: „Dieser ist mein geliebter Sohn,an dem ich mein Wohlgefallen habe: diesen sollt ihrhören!" Da die Jünger dieses hörten, fielen sie aufihr Angesicht und fürchteten sich sehr. Und Jesus trathinzu, berührte sie und sprach zu ihnen: „Stehet auf,und fürchtet euch nicht!" Als sie aber ihre Augen auf-hoben, sahen sie Niemand, als Jesum allein. Und dasie von dem Berge herabstiegcn, befahl ihnen Jesus undsprach: „Saget Niemanden dieses Gesicht, bis der <L>ohndes Menschen von den Todten anferstanden sein wird."— Da der göttliche Heiland durch diese wunderbare Ver-klärung die glorreiche Majestät seiner Gottheitzeigte, und der himmlische Vater ihn als seinen Sohnbezeichnte, an dem er sein inniges Wohlgefallen habe,und den wir zu hören verpflichtet sind, so feiert heutedie Kirche dieses Ereigniß durch ein eigenes Fest, umuns im Glauben an Jesum, den wahren SohnGottes, zu stärken, und uns zugleich zu ermuntern