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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende des 6. August.

wo sie ihn gastlich aufnahm. Als sie vernommen, daßdieser Mann ein Bischof der Christen wäre, und sah,wie er die Nacht in Gebet und Psalmeugesaug zubrachte,fühlte sie unwillkührlich Furcht und Scham wegen ihresbisherigen schandvollen Wandels. Ein himmlisches Lichtdurchstrahlte ihr Herz; sie warf sich dem Heiligen zuFüssen, bekannte ihre Sünden, und verlangte die heiligeTaufe. Inzwischen verbarg sie den heiligen Bischof beiihrer Mutter Hilaria vor den Verfolgungen blutgieri-ger Häscher unter Flachsbündeln. Mäh acht Tagenempfing sie mit ihrer Mutter und ihren Mägden dieheilige Taufe, deren erste Gnade sie treu ihrem Hei-lande bis zum Tode bewahrten. In der DiocletiauischenChristenverfolgung ward auch die heilige Afra als Chri-stin vor den Nichterstuhl gestellt, und da sie sich denGöttern zu opfern weigerte, und in ihrem Glauben anJesus Christus standhaft blieb, so wurde sie auf einer In-sel, welche der Lech bei Augsburg bildet, lebendig ver-brannt am 7. August 304. Nack) acht Tagen erlittenauch die Mutter Hilaria und die drei Mägde wegenihres Glaubens den nämlichen Martertod.

Gebet. Laß uns, o Gott! auf die Fürbitte derheiligen Märtyrin Afra einst auf unserm Kranken -und Sterbebett die beseligenden Wirkungen der heiligenOelung erfahren und schenke uns, wo nicht die Gesund-heit des Leibes, doch die noch weit kostbarere Gesundheitder Seele, damit wir mit reinem Herzen erscheinen kön-nen vor dem Angesichte des ewigen Richters, unsersHerrn und Heilandes, Jesus Christus. Amen.

Zweihmidertundachtzehiites Lesestück.

Am Feierabende des 6. August.

Vom Empfange der letzten Oelnng.

Fr. Wann wird die letzte Oelung die angege-benen Wirkungen Hervorbringen?

Antw. Wenn mau sie würdig empfängt.

Fr. Wie soll man also die letzte Oelung em-pfangen ?

Antw. Man soll sie empfangen 1) im Standeder Gnade, und 2) mit Glaube, Hoffnung und Liebeund mit Ergebung in Gottes heiligen Willen.

Belehrung. Die letzte Oelung müssen wir empfangen1) im Stande der Gnade; denn sie ist ein Sakramentder Lebendigen, also müssen wir beim Empfange derselbendas Leben der Seele bereits haben. Daher muß man, womöglich, vorher beichten oder doch vollkommene Neue erwe-cken. 2) Müssen wir die letzte Oelnng empfangen mitGlaube, Hoffnung und Liebe und mit Ergebungin Gottes heiligen Willen. Sehr nützlich und rath-sam ist es, die Engel und Heiligen, besonders aber die se-ligste Jungfrau Maria, die mit Recht „das Heil derKranken" genannt wird, hiebei um Hilfe und Beistandanzuflehen. (Sieh das nachfolgende Bild!)

Beispiel und Anwendung. Der heilige Pasch a-sius schildert uns im Leben des heiligen Adelard diefromme Andacht und heilige Gemüthsstimmung, mit welcherdieser Heilige die letzte Oelung empfing, mit folgenden Wor-ten: „Wir fragten ihn, ob er mit dem Oele gesalbt seinwolle. Da hob er die Augen gen Himmel empor und bat,daß es geschehen möge. Was that damals wohl dieses hei-lige Gemüth? Mit welchen Thronen der Andacht war eserfüllt! Die Augen waren auf Gott geheftet, die Händeaber ausgestreckt; betend sprach er: „Nun entlaste, o Herr!nach deinem Worte deinen Diener im Frieden!" (Luk. 2, 29.)Was ist nun noch übrig, als daß ich zu dir komme?" —Wer auf solche Weise die letzte Oelung empfängt, der kanngetrost seine Augen zum Tode schließen. — In Bezug aufden Empfang der letzten Oelung müssen aber auch noch diedrei Fragen beantwortet tverden: 1) wer kann und soll sieempfangen? 2) wann, und 3) wie oft kann und soll mansie empfangen?

Fr. Wer kann und soll die letzte Oelung em-pfangen ?

Antw. Jeder katholische Christ, der zum Ge--