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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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503
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Am Feierabende des 4. August.

reitwilligkeit auuehmen, wie der heilige PetruS, Bi-schof von Auagui, dessen Name unter den Heiligen desheutigen Tages in der Legende mit obenan steht. Die-ser Heilige wurde in Salerno geboren und im Bene-diktinerkloster dieser Stadt erzogen. An der Hand derKirche und gestärkt durch ihre Heilsmittel kam Petrusauf dem Wege der Tugend und Weisheit alsbald soweit vorwärts, daß er zum Priester geweiht und seiner-hohen Kenntnisse wegen unter Papst Alexander II.den päpstlichen Kaplänen beigczählt und sogar zum Bi-schöfe von Anagni im Kirchenstaate ernannt wurde. AlsBischof arbeitete er nnermüdet für Gottes Ehre undder Kirche Heil und starb reich an Verdiensten imJahre 1105.

Gebet. Gib, o Gott! daß wir mit gleichem Ei-fer, wie der heilige Bischof Petrus, die Segnungenund Gnaden, die du uns in deiner heiligen Kirche sooft und so liebevoll besonders durch die Ablässe darbie-test, annehmen und zum Heile unserer Seele gebrauchenmögen — durch Christum, unfern Herrn. Amen.

ZweilMdertnndstthzehntes Lesestück.

Am Feierabende des 4. August.

Vom Sakramente der letzten Oelung.

Bedeutung der letzten Oelung.

Fr. Was ist die letzte Oelung?

Antw. Die letzte Oelung ist ein Sakrament,worin dem Kranken durch die Salbung mit dem heili-gen Oele und durch das Gebet des Priesters die GnadeGottes zur Wohlfahrt der Seele und öfters auch desLeibes ertheilt wird. (Sieh das obige Bild!)

Belehrung. Dieses heilige Sakrament führte in denältesten Zeiten verschiedene Benennungen, alS: das heiligeoder gesegnete Oel, die Salbung mit dem heiligen Oele,oder das Oel der Salbung, die Oelung oder Salbung derKranken u. s. f. Die gewöhnlichste Bezeichnung ist aber ge-blieben „letzte Oelung." Das Wort „letzte" darf unsaber nicht irre machen und uns nicht auf den Gedankenbringen, als ob auf die letzte Oelung sogleich der Tod er-folge; o nein, nicht allzeit muß man nach Empfang derletzten Oelung sterben; gar Viele sind schon nach derselbenwieder gesund geworden. Es heißt vielmehr dieses Sakrament„letzte Oelung" deßwegen, weil sie unter allen Salbungenmit Oel die letzte ist, die ein Christ bei Lebzeiten empfangenkann; denn ihr gehen die Salbungen in der Taufe, in derFirmung und in der Priesterweihe voraus. —

Fr. Woher wissen wir, daß die letzte Oelungwirklich ein Sakrament sei?

Antw. Wir wissen dieß 1) aus der heiligenSchrift und 2) aus der beständigen Lehre der Kirche.

Belehrung. Die letzte Oelung ist ein Sakrament;dieß lehrt uns 1) die heilige Schrift; denn daselbstlesen wir (Mark. — 13.), daß die Apostel noch zu

Lebzeiten Christi die Kranken mit Oel salbten und heilten.„Sie gingen hin," heißt es da, „und predigten, daß manBuße thun sollte; sie trieben auch viele Teufel aus, salb-ten viele Kranke mit Oel und heilten sie." Zwarwar dieß noch kein Sakrament, aber soviel geht doch deut-lich daraus hervor, daß Christus seinen Aposteln den Ge-brauch des Oeles bei den Kranken gelehrt haben müsse,weil sie sich sonst dessen nicht bedient hätten. Daß Christusder Herr nachmals diese Salbung wirklich zu einem Sakra-mente erhoben habe, erhellt aus den Worten des heiligenJakobus (5, 14.), der da schreibt: „Ist Jemand krankunter euch, so rufe er die Priester der Kirche zu sich; diesesollen über ihn beten, und ihn mit Oel salben im Na-men des Herrn; und das Gebet des Glaubens wird demKranken zum Heile sein, und der Herr wird ihn aufrichtcn,und wenn er Sünden auf sich hat, so werden sie ihm ver-geben werden." — Hier spricht der Apostel deutlich aus,daß mit der Salbung mit Oel und mit dem Gebete dieGnade der Stärkung, des Trostes und der Sündenvergebungverbunden sei; offenbar konnte der Apostel diesen bloß äußer-lichen Zeichen eine so heiligende Kraft nur dcßhalb zuschreiben,weil er wußte, daß sie von Christus selbst herrühren, vonihm selbst angeordnet sind. Daher setzt er auch bei: „Im