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Drittes Hauptstück. Bedeutung der letzten Oelung.
Namen des Herrn", d. h. nach der Anordnung, Ein-setzung des Herrn, in welchem Sinne die Apostel auch vonder Taufe sagen: „ Lastet euch taufen im Namen des Herrn!" —Daß die letzte Oelung wirklich ein Sakrament sei, ersehenwir 2) auch aus der beständigen Lehre der Kirche,die von jeher die letzte Oelung unter die heiligen Sakra-mente rechnete, wie wir aus der Tradition und aus denAussprüchen der Concilien ersehen, die auch noch durch denGlauben der griechischen Kirche unterstützt und bestätigt wer-den. Ja, selbst unbefangene Protestanten haben für dieseWahrheit Zeugniß abgelegt. So schreibt der protestantischePhilosoph Leibnitz: „Auch die heilige Oelung hat dieSchrift für sich; und wahrlich, noch immer hat sie für wohl-bereitete Seelen jene fortwährende und niemals trügendeKraft der Heiligung, welche der Apostel Jakobus ihr beilegt,wo er den Gebrauch dieses Sakramentes angibt, und welcheer in den Sündenuachlaß und die Befestigung im Glaubenund in der Tugend setzt. Diese ist aber niemals nothwen-digcr, als in der Gefahr des Lebens und in den Schrecknissendes Todes." — Wenn selbst Andersgläubige so glänzendZeugniß geben für die erhabene Bedeutung und Wirksam-keit dieses heiligen Sakramentes: welche Verehrung sollenalsdann nicht wir gegen dasselbe haben, da wir Kinder derkatholischen Kirche zu sein das Glück haben! Möchten wirdem schönen Beispiele der Christen in China folgen, vondenen Folgendes erzählt wird! —
Beispiel und Anwendung. „Unsere Christen," sagtder Missionär ?. Gonet in China, „haben eine großeVerehrung gegen die letzte Oelnng. Eine nur etwas bedeu-tendere Krankheit ist schon hinreichend für sie, um sich dieletzte Oelung ertheilen zu lasten. Die Einfalt ihres Glau-bens scheint aber Gott auch schon vielfach in diesem Lebenzu belohnen. Unsere guten Neubekehrten, die in ihren Krank-heiten keinen andern Arzt als die göttliche Vorsehung haben,finden oft in der letzten Oelung ein wirksames Mittel, ihreGesundheit wieder zu erlangen. Ich habe mehrmals auf-fallende Beispiele gesehen. — In Frankreich würde man sichwundern," fährt er fort, „wenn man sehen würde, wie armeKranke, die kaum mehr zwei oder drei Tage zu leben haben,in Schiffen fünfzehn, zwanzig, ja dreißig Stunden weit Her-kommen, um die Sterbsakramente zu empfangen; und dasist hier etwas ganz Gewöhnliches. Der Mangel an Prie-stern und die Furcht, der Hilfe der Kirche beraubt sein zumüssen, hat diesen Gebrauch unter unfern Christen cinge-fllhrt. Und wer kann die Andacht, die Ergebung und dasVertrauen schildern, mit dem sie die heilige Oelung em-pfangen!" — Ja, möchten alle Katholiken diesem schönenBeispiele folgen! Diese armen Chinesen müssen oft so weiteReisen machen, um ihren kranken Angehörigen den Empfang
der heiligen Oelung zu ermöglichen, und die sterbenden Kran-ken müssen sich oft so großen Beschwerden unterziehen, umdie Tröstungen der Kirche auf dem Sterbebette zu erlangen.Wie leicht hingegen haben wir es! Kaum einige Schritte,und wir haben die Wohnung eines Priesters erreicht, dermit Freuden herbcieilt, um den Kranken und Sterbenden Trostund Hilfe, Kraft und Stärke im heiligen Sakramente derletzten Oelung zu bringen. Wie schwer wird daher einstunsere Schuld vor Gott fein, wenn wir dennoch den Empfangder heiligen Sterbsakramente so lange verschieben, bis unsalle geistlichen und körperlichen Kräfte verlassen haben, oderwenn wir dieselben vielleicht ganz und gar vernachlässigen!
Legende: Der heilige Ordensstifter Domini-kus (f 1221).
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Welch eine große Ehrfurcht gegen das heilige Sa-krament der letzten Oelung hatte nicht auch der heiligeDominikus, dessen Fest wir heute feiern! Mit wel-cher Sehnsucht verlangte er es zu empfangen, und mitwelch glühender Andacht empfing er es wirklich! St. D o-minikus war in Wahrheit ein großer Heiliger und eintreuer Diener Gottes im Leben und im'Sterben. Der-selbe wurde im Jahre 1170 in Alt-Kastilien geborenund einem Bruder seiner Mutter, welcher Erzpriesterwar, zur ersten Erziehung und zum Unterrichte über-geben. Es entwickelten sich bei ihm Gaben des Ver-standes und des Herzens, die zu den schönsten Hoffnun-gen berechtigten. Als ihn der Bischof von Osma unterdie Kanoniker seiner Kirche ausgenommen hatte, strebte derjunge Mann mit seltenem Eifer nach Vollkommenheitseines Geistes, seines Gemüthes und seines Wandels.Er wurde bald unter seinen Mitbrüdern so ausgezeichnet,daß er zum Suprior des Kapitels ernannt wurde. In