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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Drittes Hauptstück. Von der Generalbeicht.

sie alle auf's Neue der priesterlichen Gewalt unterwerfen,damit sie mit dem Blute des Erlösers rein gewaschen wer-den. — Gewohnheits- und Gelegenheitssünder, sowie alleJene, die öfter unwürdig gebeichtet und communieirt haben,können auf keine andere Weise Verzeihung ihrer Sündenund Ruhe in ihrem Herzen finden, als nur dadurch, daßsie eine recht aufrichtige Generalbeicht ablegen; dadurchwerden sie wieder zu Gott und zur Tugend zurückkehren.„Ich habe Personen gekannt," sagt wiederum der so ebengenannte geistliche Lehrer Scaramelli, „die lange Zeitein ausgelassenes Leben führten, aber nach einer General-beicht sich dergestalt umänderten, daß sie nicht bloß zu einemhohen Grade der Vollkommenheit, sondern auch zu einerhohen Stufe des beschaulichen Lebens emporstiegen."

Beispiel und Anwendung. Gar viele Sünder, dieschon der Verzweiflung und der Hölle nahe waren, wurdendurch eine Generalbeicht ganz umgeändert, zum Vertrauenauf Gott ermuthigt und wiederum auf den Weg der Tugendzurückgeführt. — Der ebenso fromme als eifrige PriesterOverberg, welcher als Regens des Priesterseminars zuMünster 1826 starb, fühlte sich einst an einem kalten, reg-nerischen Nachmittag in seinem Innern gedrungen, hinausin's Freie zu gehen. Vor dem Thore geht ein Mann un-stäten Schrittes vor ihm hin, bleibt bald stehen, bald schrei-tet er, nachdem er sich umgesehen, hastig weiter. Overbergeilt ihm nach, erreicht ihn, begrüßt ihn freundlich und fängtein Gespräch mit ihm an, welches der Unbekannte Anfangsunfreundlich abweist, dann aber annimmt und bald so offenwird, daß er bekennt: er sei in schweren Sünden von Ju-gend an gewesen» und nun sei das Maß der Verzweiflungvoll; er wolle seinem Leben ein Ende machen. — „Wird'sdadurch besser?" fragte ihn Overberg. Der Andere stutzt;Overberg redet ihm nun mit immer eindringlicherer Liebezu, nimmt ihn mit sich auf sein Zimmer, hört seine Ge-neralbeicht, und von der Stund an fing Jener an, einanderer Mensch zu werden. — Christlicher Leser! Wennauch du schon lange Zeit hindurch ein ausgelassenes Lebengeführt, wenn du in sündhafter Gewohnheit oder Gelegenheitdahingelebt» wenn du schon öfter ungiltig gebeichtet, unwür-dig communieirt hast, o so verachte dieses herrliche Mittelnicht! Lege eine Generalbeicht ab; nur dadurch wirst duwieder zur Kindschaft Gottes und zur Ruhe deines Gewissenszurückkehren. Du kannst diese tröstliche Wahrheit sogleich ausder Lebensgeschichte des heiligen Johannes Columbinusersehen, die ich dir eben dcßhalb auch heute erzählen will, obschonsein Fest - und Sterbetag erst auf den letzten dieses Monats fällt.

Leg ende: DerheiligeJohaunesColum bin us,Ordensstifter, (ff 1367.)

Dieser Heilige stammte aus einem der ersten Häu-ser Siena's, wurde Kaufmann und ergab sich als sol-cher leidenschaftlich dem Eigennutze, so daß er dabei

fast gänzlich auf Gott und sein Seelenheil vergaß.Als er aber einmal in der Legende der Heiligen dieLebensgeschichte der großen Büßerin Maria von Ae-gypten las, wurde er so mächtig ergriffen, daß erden Entschluß faßte, von nun an ein anderes Leben zuführen. Und er hielt Wort. Er verrichtete eine Ge-neralbeicht, legte alsdann all seine Ehrenämter nie-der und vertheilte einen großen Theil seiner Güter unterdie Armen. Nachdem er mit Einwilligung seiner Gattindas Gelübde der Enthaltsamkeit abgelegt hatte, unterzoger sich den schwersten Bußübungen, indem er oft ganzeNächte betend und weinend über seine Sünden zubrachte.Ueberdieß suchte er die Armen in ihren elenden Her-bergen und die Kranken in ihren Spitälern auf, umAllen nach Kräften Trost und Hilfe zu bieten. Seineigenes Haus wandelte er in ein Krankenspital um, undsammelte Mehrere um sich, die seinem Beispiele folg-ten und sich der christlichen Vollkommenheit widmeten.Das Volk nannte den Verein dieser hochherzigen Män-ner Jesuaten, weil sie beständig den Namen Jesuim Munde führten. Nachdem der heilige Colnm-binus seiner Genossenschaft die Regel des heiligen Au-gustinus gegeben und seinen neuen Orden durch PapstUrban V. im Jahre 1367 hatte bestätigen lassen, starb ernoch in eben diesem Jahre am 31. Juli eines seligen Todes.

Gebet. Herr Jesus Christus, unser Gott undHeiland, verleihe uns die Gnade, daß auch wir, wie derheilige Johannes Columbinus, von den Wegen desVerderbens durch wahre Buße und Besserung auf den Wegder Tugend zurückkehren, und dir in Liebe dienen durchWerke der Buße und der christlichen Nächstenliebe. Amen.