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Am Feierabende des 28. Juli.
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Belehrung. Allgemein nützlich und rathsam ist alsodie Generalbeicht bei der Vorbereitung zur ersten heiligenCommunion, zur Zeit eines Jubiläums, einer Mission, weildich besondere Gnadenzeiten sind, wo wir unser Herz voll-kommen reinigen sollen; ferner sollen gefährlich Kranke diesesherrliche Mittel zur Reinigung ihrer Seele nicht versäumen,ebenso auch Jene nicht, die einen Lebensstand, z. B. dengeistlichen oder ehlichen Stand antreten, oder die sich in einKloster begeben u. s. w. Der Nutzen der Generalbeicht läßtsich da gar nicht verkennen. Denn es ist das ein ernster,feierlicher Augenblick, wo der Mensch in heiliger und reu-muthiger Stimmung all die Tage seines Lebens, all dieHandlungen, all die Gesinnungen und Gedanken seines Her-zens durchblickt; da wird ihm Manches klar, was er infrüher» Zeiten gar nicht für sündhaft hielt; da erkennt erso recht seine Schwäche, seine entsetzliche Sündhaftigkeit, seinganzes Nichts. Und wenn eine solche Gcneralbeicht abgelegtist, welch eine Ruhe und Seligkeit kehrt alsdann nicht indie Seele des Büßers zurück! Wie leicht wird ihm um'sHerz, wenn so viele Zentnersteine von demselben entferntsind! Mit welcher Sorgfalt sucht er künftighin nicht Alleszu vermeiden, was ihm diese Seelenruhe und Seligkeit wiederrauben könnte! Er gleicht Demjenigen, der ein neues Kleidanzieht und mit aller Sorgfalt darauf achtet, daß er esnicht beschmutze.
Beispiel und Anwendung. Wie nützlich und Gottwohlgefällig eine aufrichtige und reumüthige Generalbeicht sei,
ersehen wir aus nachfolgender Begebenheit. Als der göttlicheHeiland die aufrichtige Bekehrung der berühmten Büßerin'Margaretha von Cortona sah, (sieh das nebenstehendeBild!) so fing er au, ihr Unterweisungen zu geben und ihr aufmancherlei Art seine Gunst zu zeigen, und indem er sich ihrvoll Zärtlichkeit und Liebe zeigte, nannte er sie oft armesKind. Eines Tages sprach die Heilige von jenem Zutrauenerfüllt, das der kindlichen Liebe eigen ist, zu ihm: „MeinHerr! du nennst mich immer armes Kind, wann werdeich denn einmal von deinem göttlichen Munde den schönenNamen einer T och t er empfangen?" — Du bist desselben nochnicht würdig, versetzte Jesus Christus; bevor du den Namenund die Behandlung einer Tochter erhältst, mußt du deinGewissen durch eine Generalbeicht von allen Sünden reini-gen. — Als Margaretha dieses vernahm, so widmete sie sichganz dem Nachforschen über die begangenen Sünden, undklagte sich derselben acht Tage hindurch bei dem Priestermehr mit Thränen als mit Worten an. Als die Beicht be-endigt war, so nahm sie den Schleier von der Stirne hin-weg, umgab den Hals mit einem Stricke und trat in diesererniedrigenden Haltung hin, um den Leib des Herrn zu em-pfangen. Kaum hatte sie die heilige Communion empfangen, sovernahm sie im Innersten ihrer Seele ganz deutlich dasWort „meine Tochter." Bei diesem so süssen und vonihr so sehnlich erwarteten Laute verlor sie sich in ein Meervon Wonne und Jubel. Als sie aus dieser Verzückung wiederzu sich kam, so wiederholte sie ganz von Erstaunen ergriffenmehrmals die Worte: „O süsse Stimme, meine Tochter!o süsser Laut! o freudenvolles Wort! o Wort voll der Sicher-heit, meine Tochter!"— Man sicht hieraus, welche großeKraft die Generalbeicht besitzt, um die Seele zu säubern, zureinigen und zu verschönern: da sie diese Heilige aus demniedrigen Stande einer Magd, in dem sie sich am Anfängeihrer Bekehrung befand, zu dem ehrenvollen Range einergeliebten Tochter emporhob, so daß jene, die vorher der Er-löser mit der Empfindung des Mitleidcns betrachtete, daraufmit Liebe und Wohlgefallen von ihm angesehen wurde. —Daher haben auch sogar große Heilige Gottes Generalbeichtenabgelegt, um ihr Herz vollkommen zu reinigen und so indie Kindschaft Gottes zu gelangen.
Fr. Wem ist die Generalbeicht noth wendig?
Antw. Allen Jenen, welche schon viele Jahre insündhafter Gewohnheit dahingelebt, oder deren frühereBeichten ungiltig waren, sei es ans Mangel an Aufrich-tigkeit oder an Reue und Vorsatz oder ans sträflicherNachlässigkeit in Erforschung des Gewissens.
Belehrung. Es ist gar kein Zweifel, schreibt Scara-melli, daß solche Sünder eine allgemeine Beicht ablegenmüssen, wenigstens über die ganze Zeit, in der sie sakri-legisch und ungiltig gebeichtet haben. Denn da ihre Sün-den niemals nachgelassen wurden, so ist es nothwendig, daß