Am Feierabende des 13. Juni.
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Fastenwoche vor dem Bischöfe erscheinen und ihre Namen an-geben, damit sie in die Kirchenbücher eingetragen werdenkonnten. Der früher geführte heidnische Name wurde mitdem Namen eines Heiligen verwechselt. In der Passions-geschichte des heiligen Balsamus fragt der Präses Se-verus den heiligen Balsa mus: „Wie heißest du?" —Und er antwortet: „Mit meinem Geburtsnamen heiße ichBalsamus, mit meinem Taufnamen aber Petrus." Auch inden Akten des heiligen Bonifacius bei Ruinart fragtder Richter: „Wie nennest du dich?" Der heilige Bonifazantwortet: „Ich habe dir soeben gesagt: Ich bin ein Christ.Willst du aber meinen Namen wissen; so habe ihn: ich heißeBonifacius." In den Akten des heiligen Hilarian sagtder Diakon Tatian: „Nach meinem Geburtsnamen werdeich Tatian genannt, mit dem Taufnamen aber Christian."Nicht selten änderten die Katechumenen ganz ihre Geburts-namen, und führten nur den Taufnamen. — Der heiligeDionysius von Alexandrien und der heilige Chry-sostomus ermahnen die Christen, daß sie bei der Taufekeine heidnischen Namen beilegen sollen, sondern Namen derHeiligen, damit die Katechumenen durch das Beispiel derHeiligen auch zur Tugend angcspornt würden. — Wiethöricht handeln daher nicht jene Eltern oder Taufpathen,die für ihre Kinder bei der heiligen Taufe nur recht vor-nehm klingende Namen aussuchen und sich nicht entblöden,sogar Namen von heidnischen Helden zu begehren; das solldurchaus nicht geschehen! Den Namen eines Heiligen mußder Täufling erhalten; nur das hat einen Sinn.
Fr. Warum haucht der Priester dem Täufling in'sGesicht?
Antw. Um die Macht des bösen Feindes zu ver-nichten, seine höllische Gluth im Herzen des Täuflingsauszulöschen und dafür nach dem Beispiele Jesu denbelebenden heiligen Geist einzuhauchen und das geistlicheLeben zu verleihen.
Fr. Warum legt der Priester öfters die Hand überdas Haupt des Täuflings?
Antw. Um anzudeuten, daß er von nun an Got-tes Eigenthum sei, unter seinem Schutze stehe und sei-ner Kirche angehöre.
Fr. Was bedeuten die vielen Exorcismen oderBeschwörungen?
Antw. Daß die Verbindung des Täuflings mitdem bösen Geiste aufhören, die Sünde nicht mehr über
ihn herrschen, daß er den Versuchungen zum Bösen keinGehör geben solle, und der Satan im Namen Jesuaus ihm vertrieben werde.
Fr. Warum wird der Täufling so oft mit demKreuze bezeichnet?
Antw. Um anzudeuten, 1) daß die Taufe kraft desKreuzestodes Christi und seiner Verdienste die Erbsündeabwasche; 2) daß der Täufling von nun an ein Anhän-ger Christi, des Gekreuzigten, sei, unter dessen Kreuzes-fahne er ritterlich gegen die Feinde seines Heiles streiten,und dem er ans dem Wege des Kreuzes und der Selbst-verläugnung bis zum Tode Nachfolgen wolle. Wir sol-len in dieser Beziehung dem heiligen Märtyrer Theo-dor von Her allea gleichen (sieh das obige Bild!),der ein treuer Kriegsmann seines Kaisers, aber auch eintreuer Kämpfer für seinen Herrn und Heiland war, be-reit, jeden Augenblick Blut und Leben für seinen Glau-ben einzusetzen.
Fr. Warum wird dem Täufling Salz in denMund gelegt?
Antw. Dadurch wird angedentet, 1) daß er durchdie Glaubenslehre und Gnadengabe von der Fäulniß derSünde bewahrt werde, 2) an guten Werken Geschmackfinde, und 3) seine Lust habe an der Nahrung der gött-lichen Weisheit.