380 Drilles Hauptstück. Von den Ceremonien bei der hl. Tmrfe, und zwar vor der eigentl. Taufhandlung.
Fr. Warum hat die Kirche diese geistliche Ver-wandtschaft angeordnet?
Antw. Aus Ehrfurcht gegen diese heiligen Sakra-mente, und damit die Gevattern durch dieses geistlicheBand desto enger mit ihren Pathen verbunden und zurErfüllung ihrerPflichten gegen dieselben angehalten werden.
Legende: Der heilige Johannes von St.
Fakuudo, Augustiner-Eremit, (f 1479.)
Möchten dochalle Taufpathenihre übernomme-nen Pflichten sotreu und eifrig er-füllen, wie derheil. Johannesv o n S t. Faku n -do, dessen Festwir heute feiern,die Pflichten sei-nes heiligen Be-rufes erfüllte! —Der hl. Johan-nes wurde um dasJahr 1419 zu Sa-hagunsSt.Fakun-do) im KönigreicheLeon in Spanienvon edlen und got-tesfürchtigen El-tern geboren, und wurde frühzeitig den dortigen Bene-diktinern zur Erziehung übergeben. Unter die Familiä-ren des Bischofs von Burgos ausgenommen, wurde derjunge Johannes dem frommen Bischöfe bald sehr liebens-würdig, wegen erprobter Rechtlichkeit zum Priester ge-weiht und ihm eine Chorherrnstelle verliehen. AlleinJohannes bat um Enthebung von derselben, und gingzur höheren theologischen Ausbildung nach Salamanca,erhielt dort eine einfache Kaplanei, und wirkte eifrigst inder Verkündigung des göttlichen'Wortes. Er mußte sichin Folge vieler Anstrengungen und der Hebung großerAbtödtung und harter Bußwerke einer schweren Opera-tion unterwerfen, wobei er das Gelübde machte, im Falleder Wiedergeuesung in ein Kloster zu gehen. Wirklichtrat er bei den Augustiner-Eremiten ein und wurde baldein Muster seiner Mitbrüder. Auf Befehl übernahm erdas Predigtamt, und trug dadurch ungemein Vieles zurBeilegung der in Salamanca herrschenden Unruhen bei.Seine erste Predigt stieß bei Einigen an, die deßhalbseinem Leben Nachstellungen bereiteten, denen der Heiligedurch ein Wunder entging; ja, sein ärgster Gegner warfsich ihm renmiithig zu Füssen. Der heilige Eremit warbesonders sorgfältig in der Vorbereitung auf den Tagdes Gerichtes. Er sagte oft: „Ich bin keinen Tag,
keine Stunde sicher, daß ich nicht vor den RichterstuhlGottes gefordert werde." Er erlangte wegen seiner Fröm-migkeit außerordentliche Gnadenerweisungen Gottes, underfuhr zuletzt noch den Tag seines Hinscheidens. Wohlvorbereitet starb er am 12. Juni 1479. Er wurde vonAlexander VIII. im Jahre 1690 heilig gesprochen. !
Gebet. Heiliger Johannes von St. Fa- ikundo, du treuer Diener des Herrn! bitte bei Gott ^für alle Jene, die da Pathenstelle übernommen haben, ^auf daß sie ihre heiligen Pflichten ebenso treu und eifrigerfüllen, wie du erfüllt hast die Pflichten deines heiligen !
Berufes, damit sie einst als treue Diener befunden undmit dir ewig belohnt werden im Himmel. Amen.
Hundertvimmdsechzigstes Lesestück. fl
Am Feierabende des 13. Juni. ?
Von den Ceremonien bei der heiligen Taufe, und zwar vor der fleigentlichen Tanfhandlung. fl
Fr. Was bedeuten die vielen Ceremonien bei der Iheiligen Taufe? fl
Antw. Sie stellen äußerlich dar, was die Taufe fl
Innerlich in der Seele des Täuflings wirkt, und sollen fl
die Umstehenden zur Ehrerbietung 'gegen dieses heilige !
Sakrament bewegen. f
> ,
Fr. Warum wird der Täufling nicht gleich in die ^ iKirche gelassen? ^
Antw. Um anzudeuten, daß er dessen unwürdig sei,bevor er das schändliche Joch der Sünde abgeworfen, !und sich ganz Christo dem Herrn und seiner Herrschaft ! ^
gewidmet hat, so wie, daß die Taufe die Thüre zur fl
Gnade Gottes, zum Reiche des Himmels, zur Gemein- !
schüft der Heiligen sei.
Fr. Warum wird dem Täufling der Name einesHeiligen gegeben?
Antw. 1) Um anzuzeigcn, daß er durch die Taufeunter die Zahl der Christen, welche der heilige Paulus„Heilige" nennt, ausgenommen werde; 2) damit er einenFürbitter und Schutzpatron habe; 3) damit ihm derHeilige, dessen Namen er erhält, ein Muster und Vor-bild sei, nach dem er sein Leben einrichten könne.
Belehrung und Beispiele. Schon in den ältestenZeiten der Kirche erhielten die Täuflinge den Namen einesHeiligen. Gewöhnlich mußten die Katechumenen in der vierten