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Drittes Hauptstück. Die Begierd- und Bluttaufe.
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Kirchenbesuche an, und sorgtefür die ausgezeichnetsten Leh-rer und Erzieher. In ihrerUmgebung herrschte die streng-ste Eingezogenheit und Sitt-samkeit; sie duldete es auchbei ihren Untergebenen nichtanders und sah auf genaueBeobachtung der Kirchenge-bote. Eigenhändig arbeitetesie für die Zierde des HausesGottes, und war im ausge-zeichnetsten Sinne eine Mut-ter der Wittwen und Armen.
Nach vielen Heimsuchungendes Herrn starb sie als Wittweim Jahre 1093. Clemens X.erhob sie zur Patronin vonSchottland.
Gebet. Welch große Gnadehast du uns, o himmlischerVater! dadurch erwiesen, daßdu uns die heilige Taufe, ohnedie wir nicht znr ewigen Se-ligkeit gelangen könnten, zuTheil werden ließest und uns sodie Pforte des Himmels geöffnet hast! Stärke uns aufdie Fürbitte der heiligen Königin Margaretha zu einemfrommen und heiligen Wandel, auf daß wir alle einst durchdiese Pforte eingehen zu deiner ewigen Anschauung. Amen.
Hulldertzweiundsechzigstes Lesestück.
Am Feierabende des 11. Juni.
Die Begierd- und Blutläuse.
Fr. Kann die Wassertaufe niemals ersetzt werden?
Antw. Wenn sie unmöglich ist, so kann sie ersetztwerden 1) durch die Begierd taufe oder 2) durchdie Bluttaufe.
Fr. Was ist die Begierdtaufe?
Antw. Ein Verlangen und ernster Wille, die Taufezu empfangen, verbunden mit einer vollkommenen Neueoder Liebe zu Gott; „denn wer die Liebe hat," schreibtder heilige Johannes (I. Joh. 4, 7.), „Der ist ausGott geboren und kennet Gott."
Belehrung und Beispiel. Auf diese Begierdtaufescheint auch JesuS hinzuweisen, da er sagt: „Wer glaubt
und getauft ist, wird selig werden; wer aber nicht glaubt,wird verdammt werden." (Mark. 16, 16.) Da setzt er nichtmehr hinzu: „Wer aber nicht getauft ist." „Dieß that er,"sagt der heiligeBcrnhard, „um uns zu erkennen zu geben,baß, wenn man die heilige Taufe nicht empfangen kann, mandurch dieBegierde nach der Taufe selig werden könne."
— Der heilige Cyprian führt einen sehr schönen Beweishierüber: „ Daß nicht nur das Leiben für den Namen Christierfülle, was au der Taufe abgeht," sagt er, „sondern auchder Glaube und die Hinwendung des Herzensdurch die wahre Reue zu Gott den Mangel derTaufe ersetzen kann, wenn sie wegen Mangel an Zeitoder eines anderen Hindernisses wegen nicht kann beigcbrachtwerden, davon ist jener Schächer ein Beweis, zu dem Jesusgesagt hat: Heute wirst du bei mir im Paradiese sein;denn jener Schächer ist nicht wegen des Namens Christi ge-kreuzigt worden, sondern wegen seiner Missethatcn. Da magman sehen, daß die Taufe ersetzt wird, wenn man sie nichtempfängt, da es Umstände im Falle der Noth nicht zulassen."
— Diese Wahrheit wird uns auch durch folgendes Beispielin der Kirchengeschichte bestätigt. — Als Valentinian,der jüngere Sohn des Kaisers Valentinian des Großen, ineinem Kriegszuge gegen die Barbaren meuchelmörderisch getödtet