Am Feierabende des 8. Juni.
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ist erhält durch die Taufe eine unbeschreibliche Schönheit,Reinheit und Unschuld, wodurch er ein Gegenstand der Be-wunderung des Himmels, des Wohlgefallens Gottes wird.
Fr. Welche besondere Güter verschafft die heiligeTaufe dem Täufling?
Antw- Besonders folgende drei: 1) durch sie wirdder Mensch wiedergeboren und geheiligt, 2) wird er da-durch ein Kind Gottes und Erbe des Himmelreiches,Z) wird er durch die Taufe mit Christo verewigt undseiner Kirche einverleibt.
Fr. Was heißt das: „Der Mensch wird durchdie Taufe wiedergeboren und geheiligt"?
Antw. Das heißt: er wird geistiger Weise umge-schaffen zu einem neuen, heiligen Leben.
Belehrung und Beispiel. Vor der Taufe lebenwir in der Sünde, und das Leben in der Sünde ist derSeele Tod; durch die Taufe werden wir von der Sündebefreit, und sonach wird die Seele lebendig, sie wird geborenfür Gott und den Himmel. Mit Recht nennt die heiligeSchrift diese Umwandlung „Wiedergeburt," und weilsic im Geiste und durch den Geist Gottes vermöge der heiligma-chenden Gnade geschieht, so heißt sie eine „geistige Wie-dergeburt." — „Nicht die Geburt, sondern die Wieder-geburt," sagt der heilige Augustin, „macht einen Christen,weil Niemand durch seine leibliche Geburt, sondern nurdurch die geistige von seinen Sünden gereinigt wird." —Der Missionär Pater Smet erzählt, daß ein achtzigjährigerGreis sich von ihm taufen ließ, der von nun an in vollerWahrheit ein Lebm in Gott lebte. Nach zwei Jahren kamer auf das Sterbebett, und als man ihn fragte, wie alt ersei, antwortete er: „Nur zwei Jahre; denn ich rechne meinLeben nur von der Zeit an, da ich durch die heilige Taufefür Gott geboren wurde; die achtzig Jahre vorher warenein Leben des Todes." O wie wahr hat dieser frommeGreis gesprochen!
Fr. Welches ist das zweite von jenen Gütern, dieuns die Taufe verleiht?
Antw. Die Kindschaft Gottes und die Anwartschaftauf das Himmelreich.
Belehrung. Durch die heilige Taufe werden wirKinder Gottes und Erben des Himmelreiches.Daher schreibt der heilige Paulus (Gal. 3, 26.): „Ihrseid demnach alle Kinder Gottes durch den Glauben anJesum Christum, weil ihr Alle, die ihr in Christo getauft
Mehler, Hausbuch.
seid, Christum angezogen habet." Wenn wir aber Kinderund Söhne Gottes sind, so sind wir auch Erben des Him-melreiches; „denn wer ein Sohn ist, der ist auch ein Erbedurch Gott." (Gal. 4, 6—7.) Ein getauftes Kind ist wieein KLnigskind in der Wiege, dem die Krone gewiß ist undzugehört, vbschon es nicht darum weiß. Mit Recht kannman daher sagen: „Wer in's Taufbuch eingeschrieben wird,der wird auch eingeschrieben in's Buch des Lebens. Wernun verdammt wird, von dem kann man eigentlich nichtsagen, daß er die Seligkeit nicht erlangt, sondern daß er siewieder verloren hat, und daß sein Name, der bereits im Buchedes Lebens stand, wieder ausgestrichcn worden ist. Einem Ge-tauften gilt nicht das ewige Leben zu gewinnen, sonderneines von den beiden — entweder es zu behalten, oder zuverlieren." —
Beispiele und Anwendung. Durch die Taufewerden wir Kinder Gottes. Welch ein Trost für uns!— Bon Ludwig dem Heiligen wird erzählt, daß erfeilte Kinder nach der heiligen Taufe jedesmal voll heiligerFreude in seine Arme nahm und sie zärtlich küßte mit denWorten: „Liebes Kind! zuvor warst du mein Kind, jetztbist du Gottes Kind geworden. Gott sei gelobt in Ewig-keit!" — Durch die heilige Taufe werden wir aber auchErben des Himmels. Der obengenannte MissionärPater Smet erzählt: „Ich sah einmal eine junge Fraubei dem Grabe ihrer Tochter sitzen. Sie unterhielt sich miteiner Waise, welche von ihr an Kindes Statt angenommenworden war und erst die heilige Taufe erhalten hatte.„Sieh, mein Kind," sagte sie und zeigte nach dem Himmel,„sieh, wie glücklich man ist, wenn man getauft ist! Meinekleine Clementine ist jetzt im Himmel, und wenn du stirbst,wirst du sie dort wieder sehen; denn durch die heilige Taufesind wir Alle Erben des Himmels geworden." — Siehe,mein christlicher Leser! mit solch' beseligenden Gedanken kannsich der fromme Christ trösten und stärken.
Fr. Welches ist endlich das dritte von jenen Gü-tern, die uns durch die heilige Taufe zu Theil werden?
Antw. Die Vereinigung mit Christo und seiner Kirche.
Belehrung. Durch die Taufe wird der Mensch mitChristo vereinigt und seiner Kirche einverleibt.„Ihr Alle," sagt der heilige Paulus, „die ihr in Christogetauft seid, seid Christo einverleibt." „Wir Alle sind inEinem Geiste zu Einem Leibe getauft." Als Glieder desLeibes Christi werden wir nun durch die Taufe auf diefeierlichste Weise in die Kirche Jesu ausgenommen, außerwelcher kein Heil ist, und erhalten so das Recht, an allenin der Kirche von Christus niedergclegtcn Gnadcnschätzen, anallen Gebeten, Opfern und Werken der Kirche und allerGläubigen Theil zu nehmen, da Alles, was in der Kirche
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