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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende des 8. Juni.

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gereinigt und in Christo als ein neues Geschöpf zumewigen Leben wiedergeboren und geheiligt.

Beispiel und Anwendung. Groß und wunderbarsind die Wirkungen der heiligen Taufe, und ihre Erklärungwürde einen zu großen Raum für das heutige Lesestück cin-nehmen; daher verspare ich sie für morgen und erzähle hiernur folgende Geschichte, aus der wir ersehen können, welch'erhabene Wirkungen die Taufe im Täufling hervorbringt.Ein christlicher Fürst, der gegen Ende des achten Jahrhun-derts die Völker beherrschte, welche im heutigen Kärnthenwohnten, Herzog Ingo, gab seinen Vasallen und Rit-tern, die noch dem Götzendienste stöhnten, ein großes Gast-mahl, wozu er auch viele Landleute vom niedersten Standeeinlud, die bereits im Christenthmue wohlbefestiget waren.Diese Letzteren bewirthete er an seiner eigenen Tafel undließ ihnen köstliche Weine in goldenen und silbernen Bechernauftragen, den Edelleuten hingegen wies er in den äußernGängen und Höfen der Burg ihre Plätze an, und ließ ihnenganz gemeine Gerichte und schlechten Wein in irdenen Scha-len aussetzen. Als die Kühnen und Ehrenfesten dieses sosorgfältig vorbereiteten Schimpfes gewahr wurden, traten sie,aufs Höchste entrüstet, vor den Herzog hin und führtenbittere Klage. Allein dieser hatte nur eben auf ihr Murrengewartet.Was wollt ihr?" erwiderte er,worauf pochtihr? Ihr wohnet zwar in Burgen und Schlössern, ihrtrinket aus vollen Humpen und habt mit Schwert undLanzen des Gerassels viel; diese Landleute hingegen Hausenbei schlechter Kost und friedlicher Arbeit in ihren niedrigenund russigen Hütten; nichts desto weniger sind sie besser alsihr. Denn da sie das Evangelium Christi angenommen ha-ben und durch die Taufe rein geworden sind, sosind ihre Seelen klar und glänzend, und deßhalb habe ichsie an meine Tafel gezogen; ihr hingegen, die ihr im wü-sten Heidenthume und im gottlosen Jrrlhume verharret,seid schwarz und unrein, und mir zum Eckel, darum ichauch befohlen habe, euch nur mit irdenen Geschirren zu be-dienen. Sie sind für eures Gleichen gut genug!" Siehe,mein Christ! so erscheinen die Getauften auch in den AugenGottes rein und glänzend, und sie werden gewürdigt, amhimmlischen Gastmahle Theil zu nehmen, da sie durch dieheilige Taufe Kinder und Erben Gottes geworden sind, wasich dir in der nächsten Lektion näher darthun werde.Legende: Der heilige Abt Robert, (ch 1159.)

Wie wird sich nicht auch dieser Heilige, dessen An-denken wir heute begehen, ewig erfreuen am himmlischenGastmahle? Er hat die beseligenden Wirkungen der hei-ligen Taufe erfahren, und weil er die Taufgnade treubewahrt hat, so ist er ein Erbe des Himmels geworden. Robert war zu Jork in England geboren. Betenund Studiren waren seine Lust und sein Vergnügen vonJugend auf. Er widmete sich dem geistlichen Stande,wurde zum Priester geweiht, und bekam eine Pfarrei anseinem Geburtsorte; trat sie aber aus Liebe zur Ein-samkeit, bald wieder ab, und begab sich in den Ordendes heiligen Benedikt. Fünf Jahre nach seiner OrdenS-

Profeß wurde er zum Abte des Klosters Neumünster inNorthnmberland ernannt, dem er recht väterlich vor-

Christi 1159 verfolgte.

Gebet. Herr, mein Gott! bisher hat mich dieWelt mehr, als dein heiliges Gesetz und die Pflichtenmeines Standes beschäftigt; aber von nun an sollst dumeine liebste, meine einzige Beschäftigung sein; wie derheilige Abt Robert, will ich dein Kind sein und blei-ben, zu dem du mich durch die heilige Taufe erhobenhast, auf daß ich auch einst Erbe des Himmelreiches werde,durch Christum unfern Herrn. Amen.

Hmidertlleummdfnnfzigstcs Lesestück.

Am Feierabende des 8. Juni.

Wirkungen der heiligen Taufe.

Fr. Welche besondere Wirkungen bringt die heiligeTaufe im Innern des Täuflings hervor?

Antw. Die Wirkungen der heiligen Taufe sindzweifach: 1) befreit sie den Täufling von Ne-beln, 2) verschafft sie ihm besondere Güter.

Belehrung. Wir haben schon gestern diese Frage kurzbeantwortet und gesagt, daß durch die Taufe der Täuflingvon der Erbsünde und von allen vor der Taufe begangenenSünden gereinigt und in Christo als ein neues Geschöpfzum ewigen Leben wiedergeboren und geheiligt wird. Wir