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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Drittes Hauptstück. Von der heiligen Taufe.

Belehrung. Die heiligen Väter und nach ihnen derrömische Katechismus lehren, daß Christus die Taufe schondanials eingesetzt habe, als er sich im Jordan von Johannestaufen ließ. (Sieh das obige Bild!)Christus wollte sichtaufen lassen," sagt der heilige Gregor von Nazianz,um den alten Adam im Wasser zu begraben und insbeson-dere das Wasser zu heiligen, damit cs die Kraft habe, Jenezu heiligen, welche getauft werden;" und der heilige Augu-stin schreibt:Weil Jesus Christus sich in's Wasser tauchte,so hat das Wasser die Kraft erhalten, alle Sünden abzu-waschen." Den Befehl zu taufen aber hat der gött-liche Heiland seinen Jüngern erst bei seiner Auffahrt in denHimmel ertheilt mit den Worten:Mir ist alle Gewalt ge-geben im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin rc."(Matth. 28, 1820.)

Fr. Was ist bei der Taufe äußeres Zeichen?

Antw. 1) Natürliches Wasser (Materie) und 2) diehiebei angeordneten göttlichen Worte (Form.)

Belehrung. Die Materie bei der Taufe, und zwardie zur Giltigkeit derselben erforderliche Materie istnatürliches Wasser, welches überall zu haben ist, seies nun Fluß-, Quell-, Sumpf-, Regen- oder Meerwasser, sei es aus Schnee oder Hagel aufgelöst, wenn cs nurnicht künstlich erzeugt ist, wie z. B. Rosenwasser, kölnischesWasser, oder sonst eines, das aus Blumen, Kräutern rc.gewonnen wird. Darum sagte Christus:Wer nicht wic-dergeboren ist aus dem Wasser rc." (Joh. 3.), und derSchatzmeister der äthiopischen Königin sprach znm ApostelPhilippus:Hier ist Wasser, was hindert dich, mich zutaufen?" (Apostelgcsch. 8.) Geweihtes Tauswasser jedoch,

wenn man es haben kann, ist die vorgeschriebeneMaterie. Mit diesem Wasser nun wird der Täufling ab-gewaschen entweder durch Eintauchen, oder durch Uebergie-ßen, oder durch Besprengung, je nach dem Gebrauche derKirche, nach dem man sich auch zu richten hat. Vorge-schrieben ist nur die Abwaschung des Hauptes. Im Noth-falle aber genügt es, irgend einen Theil des Leibes mitWasser zu begießen, so daß das Wasser über die Haut ab-fließt. Die Form bei der heiligen Taufe besteht inden Worten:Ich taufe dich im Namen des Vaters, desSohnes und des heiligen Geistes," welche Worte Jesus Chri-stus selbst seinen Jüngern auf die Zunge gelegt hat, daer ihnen befahl, alle Völker zu lehren und sie zu taufen imNamen des Vaters und des Sohnes und desheiligen Geistes.

Fr. Warum hat der göttliche Heiland gerade na-türliches Wasser zur Materie der Taufe bestimmt?

Antw. Weil man dasselbe überall haben kann, undweil es zugleich die Wirkungen der Taufe auf eine wun-derbare Weise sinnbildet.

Belehrung und Beispiel. Christus der Herr hatnicht ohne weise Absicht natürliches Wasser zur Materie derTaufe bestimmt; man kann es überall haben, und dannsinnbildet es die Wirkungen der Taufe auf eine gar schöneund wunderbare Weise; denn wie das Wasser die Makelndes Leibes abwascht, so wascht die Taufe die Makeln derSeele, nämlich die Sünden ab; und wie das Wasser geeignetist, den Leib zu erfrischen, so wird auch die Gluth der Be-gierlichkeit durch die Taufe großentheils gelöscht. Derheilige Ephrem schreibt:Das Wasser ist ein Bild derSünde; in der Sündfluth war es eine Strafe, und in derTaufe Christi ist es ein Rettungsmittel." Von unendlichemWerthe ist sonach das Wasser, mit welchem der Mensch ge-tauft wird, und mit Recht sagte einst Ludwig der Hei-lige, König von Frankreich:Die drei Hände voll Wasser,mit denen ich einst getauft worden bin, sind kostbarer, alsdie Königskrone, die ich jetzt auf meinem Haupte trage."In das Taufwasser hat ja Gott alle Schätze des Himmelsversenkt und alle Tropfen desselben in unschätzbare Perlenverwandelt; denn die Taufe bringt im Täufling die wun-derbarsten und beseligendsten Wirkungen hervor.

Fr. Was wirkt die Taufe?

Antw. Durch die Taufe wird der Täufling von derErbsünde und allen vor der Taufe begangenen Sünden