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Am Feierabende des 7. Juni.
spürest. Dreimal wehe aber insbcsondcrs Denen, welche dieheiligen Sakramente sogar unwürdig empfangen! „Einsehr großes Verbrechen," sagt der heilige Johannes Da-mascenus, „ein Verbrechen, das auf die Christen furcht-bare Strafen herabzieht, ist der unwürdige Empfang derheiligen Sakramente. Die Enthciliger derselben werden ewigaus dem Kelche der göttlichen Rache trinken müssen." —Möchten wir,nns Alle zum Empfange der heiligen Sakra-mente stets so würdig vorbcrciten, wie der heilige Norbert,dessen Fest heute gefeiert wird!
Legende: D er heilige Norber ins, Erzbischofvon Magdeburg, (st 1134.)
Dieser ist ans einer der ersten Familien Deutsch-lands zu Santen im Herzogthume Kleve um das Jahr1080 geboren. In seiner Jugend lebte er lange Jahrein den Vergnügungen und Freuden der Welt dahin, bisihn, wie einst den Saulus, ein fürchterlicher Donner-schlag halbtodt zu Boden streckte, ihn aber zugleich zueinem neuen bessern Leben anfrüttelte; denn als er nacheiner Stunde wieder zum Bewußtsein kam und sich sei-nes sündhaften Lebens erinnerte, rief er mit Paulusaus: „Herr! was willst du, daß ich thnn soll?" Undes war ihm, als vernehme er die Antwort: „Meide dasBöse, thue das Gute; suche den Frieden und wendedahin all dein Thnn!" — Treulich folgte Norbert nsdieser himmlischen Stimme; sein Leben wurde von nunan ein Leben in Gott. Er ließ sich zum Priester weihen,und da ihn jetzt die Welt vielfach verfolgte, weil er sieso schnöde verlassen hatte, so begab er sich in eine einsameGegend, Prä Monstra tum genannt, wo er den Grundzum Prämonstratenser-Orden legte. DurchseineHeiligkeit, sowie durch seine außerordentliche Rednergabeals Prediger wurde er alsbalv weithin berühmt, und so
wurde er zum Erzbischof von Magdeburg gewählt, ob-schon er sich dagegen sträubte. — Die erzbischöflicheWürde änderte Nichts an seiner Lebensweise; er leitetevor Allein die Geistlichen und dann auch das Volk zurGottseligkeit an und leuchtete ihnen voran durch Liebe,Sanftmut!) und Geduld. Nach viermonatlichen Leidenstarb er fromm und gottergeben, 53 Jahre alt, imJahre 1134 am 6. Juni. Sein Leib ruht jetzt in derHauptkirche zu Prag.
Gebet. Himmlischer Vater! laß uns stets und inallen Begebenheiten des Lebens deine Stimme verneh-men und ihr treulich folgen in Leid und Freud, wieder heilige Norbertus; stärke uns recht oft durch denwürdigen Empfang der heiligen Sakramente, damit wirunsere irdische Pilgerfahrt glücklich vollenden und zuDir gelangen, der du lebest und regirest in Ewigkeit.Amen.
Hnndertlchlmidsiüiszigstes Lesestück.
Am Feierabende des 7. Juni.
Von der heiligen Taufe.
Bedeutung und Wesen der heiligen Taufe.
Fr. Was ist die Tanfe?
Antw. Die Taufe ist ein Sakrament, in welchemder Mensch dnrch das Wasser und Wort Gottes vonder Erbsünde, und von allen andern wirklichen Sünden,wenn er dergleichen vor der Taufe begangen hat, ge-reiniget und in Christo als ein neues Geschöpf zumewigen Leben wiedergeboren und geheiliget wird.
Fr. Ist die Tanfe wirklich ein Sakrament?
Antw. Ja; denn es sind ihr alle Merkmale eineswahren Sakramentes eigen: 1) die Einsetzung durch Je-sus Christus, 2) ein äußeres Zeichen, 3) die innereGnadenwirkung.
Fr. Hat Christus die Taufe wirklich eingesetztund wann?
Antw. Christus hat die Tanfe wirklich einge-setzt, und zwar nach der Lehre der heiligen Väter zujener Zeit, als er sich von Johannes im Jordan taufenließ. Befohlen hat er sie jedoch erst, als er vorseiner Himmelfahrt zu den Aposteln sprach: „Gehethin,lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vatersund des Sohnes und des heiligen Geistes!" (Matth. 28,19.)