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Drittes Hauptstück. Bon der Ausspendung und dem Empfange der heiligen Sakramente.
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unwürdigen Priesters die Absolution und Kommunion em-pfangen zu haben, und deshalb glaubte, der Kraft des hei-ligen Sakramentes nicht theilhaftig geworden zu sein, auffolgende Weise: „Sei hierüber unbesorgt; denn der Pförtnersei noch so aussätzig, so kann er doch, wenn er die Schlüsselhat, nicht weniger als ein Gesunder öffnen. Ebenso ist csauch mit der Absolution und mit dem Sakramente des Altars."
Fr. WaS wird aber zum würdigen und wirksamenEmpfange der heiligen Sakramente erfordert?
Antw. Eine würdige Vorbereitung, die darin be-steht, daß man sich selbst prüfe und die heiligen Sakra-mente mit lebendigem Glauben, mit fester Hoffnung undbrennender Liebe, mit gehöriger innerer und äußererAndacht empfange. Insbesondere soll man alle Hinder-nisse, welche der Wirksamkeit derselben entgegenstehen,Hinwegräumen und alle Vortheite vollkommener Zube-reitung treulich anwenden. — Wie die Apostel beimletzten Abendmal, so müssen wir uns beim Empfange
der heiligen Sakramente benehmen; nie aber dürfen wirhiebei dem Judas gleichen. (Sieh das nebenstehende Bild!)
Belehrung. Heilige Sachen muß man auch auf eineheilige Weise behandeln; daher muß man bei den heiligenSakramenten freiwillig und gerne, mit Glauben, Vertrauenund Liebe, mit Demuth und Andacht erscheinen. Wie schwerversündigen sich da nicht Jene, welche nur aus Gewohnheit,weil dieses oder jenes Fest cinfällt, weil sie in diese oderjene Bruderschaft eingeschrieben sind, oder weil es die Kircheso befiehlt, die heiligen Sakramente empfangen? — Insbe-sondere soll mau alle Hindernisse, welche der Wirk-samkeit der Sakramente cntgcgeustehen, besei-tigen, und alle Vortheite zur Aufnahme dersakrameutalischcn Gnade anwcnden. Das Feuerbesitzt die Kraft, zu brennen; nasses Hol; aber hindert es,sie an demselben zu äußern. Je trockener das Holz ist, destobesser kann das Feuer an demselben seine Wirkung zeigen.Die Sakramente werden in uns um so größere Wirkungenhervorbriugen, je mehr wir die Hindernisse entfernen undunser Herz vorbereitcn. Die Sonne leuchtet freundlich inunsre Wohnungen hinein; allein wenn wir ihr den Zutrittverwehren, indem wir die Fenster vermauern oder mit Lädenverschließen, so kann sic ihre Kraft freilich nicht äußern; dasZimmer bleibt finster, obschon die Sonne draußen herrlichscheint. So ist cs auch in uuserm Herzen, wenn wir unsauf die heiligen Sakramente nicht gehörig vorbereitcn undder Gnade den Eingang in dasselbe absichtlich versperren.
Beispiel und Anwendung. Eine christliche Jungfrau,die es zwar mit Gott halten, aber auch mit der Welt nichtbrechen wollte, ging öfter zum Empfange der heiligen Sakra-mente, ohne daß sich jedoch die so heilsamen und wunderbarenWirkungen, die sie sonst bei würdigem Empfange Hervorbrin-gen, in und an ihr zeigten. Sie beklagte sich daher einmalbitterlich hierüber bei ihrem Seelenarzte. Allein dieser redetesie also an: „Wer zur stärkenden Heilquelle ein größeresGefäß mitbringt, kann mehr daraus schöpfen, als der nurein kleines mitbringt. Wer keines oder nur ein durchlöcher-tes mitbringt, für den fließt sie vergebens. Wenn aber Je-mand sogar ein vergiftetes Gefäß mit sich brächte, und dasgedeihlichste Wasser daraus tränke, so würde es ihm selbst dasLeben kosten. — Gerade so verhält es sich mit den Gnaden-wirkungen der heiligen Sakramente nach einer mehr oderminder würdigen Vorbereitung, oder gar nach einem unwür-digen Empfang." — Die laue Christin ward von der Machtdieser Worte getroffen und fühlte nur zu gut, daß die Schuldeinzig und allein an ihr liege, wenn die heiligen Sakramenteihre beseligenden Wirkungen bei ihr nicht äußern. — Andir selbst also liegt die Schuld, mein Christ! wenn du dieGuadcnwirkungen der heiligen Sakramente in dir nicht ver-