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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende des 6. Juni.

F>eil der Seelen, bejammerte er jene Völker, die nochin der Abgötterei lebten. Er beschloß daher, der Be-kehrung der Ungläubigen sich zu widmen und sein Va-terland zu verlassen. Mit einein Empfehlnngsschreibcnseines Bischofs an den Papst Gregor II. versehen,reiste Bonifaz nach Nom, wo er von dem kirchlichenOberhaupte die Erlaubnis; und den Segen zur Verkün-dung des Evangeliums erhielt. In Bayern, Frankenunv Thüringen verkündigte er die heilige Lehre, bekräf-tigte die Gläubigen, fachte den erloschenen Glauben an,bekehrte viele Abgötterei.- zu Jesus Christus und tauftesie. Im Jahre 723 kam er zum zweitenmal nach Rom,wo er vom Papste zum Bischöfe geweiht wurde. Mitrastlosem Eifer arbeitete er jetzt in Hessen an der Be-kehrung der Ungläubigen bis 732, in welchem Jahre ervom Papste Gregor III- zum Erzbischöfe für Deutsch-land ernannt wurde. Als solcher kam er auch wiedernach Bayern, bekräftigte die Priester und Gläubigen,und verfügte Vieles zum größeru Glanze des ReichesGottes. Mit dem Herzoge' Utilo theilte er Bayern invier Kirchensprcngel und hielt eine Versammlung derBischöfe zu Regensburg, um die Verbesserung des Kir-chcnweseus zu bewirken. Im Jahre 741 wurde er aufden bischöflichen Stuhl zu Mainz berufen, wo er biszum Jahre 754 segensreich wirkte. In diesem Jahremachte er sich mit einigen Gehilfen auf, in Frieslanddas Evangelium zu predigen, wurde aber schon im näch-sten Jahre am 5. Juni nebst zweiuudfünfzig andernChristen von einer Rotte Ungläubiger getödtet.

Gebet. Verherrliche auch in uns, o Gott! wiein deinem treuen Diener Bouifacius, die in derTaufe und Firmung unserer Seele eingedrückten unaus-löschlichen Merkmale, so daß wir nach einem frommenund heiligen Leben im Glanze und in der Glorie allerHeiligen und Seligen im Himmel erscheinen mögendurch Christum unfern Herrn. Amen.

Hundertsiebemmdsünfzigstes Lesestnck.

Am Feierabende des 6. Juni.

Von der Ansspendung und dem Empfange der heiligen Sakramente.

Fr. Wer darf die heiligen Sakramente ausspendcn?

Antw. Nicht alle Menschen ohne Unterschied, son-dern nur jene, die dazu einen höhern Beruf, die Machtvon Gott haben, als da sind die Bischöfe und Prie-ster der Kirche. Nur Ein Sakrament kann, weil eszum Heile für Alle nothwendig ist, im Falle der Nothund Gefahr von Jedem giltig ertheilt werden näm-lich die Taufe.

Belehrung. Die Gewalt, die heiligen Sakramenteanszuspendcn, haben die Apostel von Christus selbst empfangen;daher schreibt der heilige Paulus (1. Cor. 4.):Jeder-mann halte uns für Diener Gottes und für Ausspenderseiner Geheimnisse." Es können also nicht alle Chri-sten ohne Unterschied die heiligen Sakramente ausspendcn,sondern nur die Nachfolger der Apostel, die Bischöfe, undihre Gehilfen, die Priester. Diese Wahrheit bestätigt auchder heilige Kirchcnrath von Trient mit den Worten:Wersagt, alle Christen haben die Gewalt, das Wort Gottes unddie Sakramente zu verwalten, der sei im Banne!" (8v88. 7.cnn. 10.) Und schon der heilige Ambrosius schreibt:Es ist ein großer Unterschied zwischen dem geistlichen undweltlichen Stande. Die Sakramente des alten Bundes warenviel geringer, als die des neuen, und konnten doch nur vongewissen Personen verwaltet werden. Nur die Priester ausdem Stamme Aaron durften dieses Amt verwalten, und weilcs Ozias sich anmaßte, wurde er auffallend von Gott bestraft."

Fr. Kann aber auch ein sündhafter Priester dieheiligen Sakramente giltig ausspenden?

Antw. Allerdings; denn die heiligen Sakramentehaben ihre Kraft nicht vom Priester oder Ausspender,sondern von Christus.

Belehrung und Beispiel. Der Mensch ist bei derAusspendung der heiligen Sakramente nur der Diener, dasWerkzeug Christi; (1. Cor. 4, 1.) Christus tauft, firmt undspricht los durch ihn. Dcßhalb kann ein lasterhafterAusspender dem Sakramente die Kraft nicht rauben;wenn auch sein Wandel mit Gränelthaten besudelt, wennseine Hände mit fremdem Gute besteckt, wenn sein Herz ohneGlauben und Andacht wäre, ja wenn er gerade von einerSünde herkäme, das Sakrament, von ihm gespendet, esgilt, es wirkt doch; denn weder der Pflanzt, ist Etwas,noch der begießt, sondern der das Gedeihen gibt Gott!Ein guter Same, sagt der heilige Augustin, mag ihn dcrSämann mit reinen oder unreinen Händen ansstreuen, erkeimt doch und sproßt und trägt Früchte. Mag das Bilvdes Kaisers, sagt der heilige Gregor von Nazianz, ineinem goldenen oder eisernen Ringe und zwar in jedem aufgleiche Weise cingestochcn sein, ist das Siegel, wenn manbeide in Wachs drückt, gleich, und man weiß nicht, welchesvom eisernen und welches vom goldenen Ringe kommt.Ein Dukate ans der Hand eines Nichtswürdigen gilt so gut,wie ans der Hand eines Frommen. Die heilige Brigittabelehrte eine Seele, welche fürchtete, aus den Händen eines