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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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359
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Am Feierabende des 4. Juni.

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Antw. Daß wir von denselben stets mit Ehrfurchtsprechen und dieselben oft und würdig empfangen sollen.

Belehrung. Es herrscht vielfach der gottlose Gebrauchunter rohen und jähzornigen Leuten, daß sie das Wort Sakra-ment, Sakra u. s. w. ini Zorne mißbrauchen. Das ist einegroße Entehrung dieser hochheiligen, göttlichen Gnadcnnnttcl.Uber noch häufiger kommt es vor, daß man in unserer glau-benslosen Zeit sich um die heiligen Sakramente und ihre Wirk-samkeit wenig oder gar nicht kümmert und sie daher nurempfängt, wenn cs eben sein muß. Auch das ist ein trau-riges Zeichen der Zeit. Wäre irgendwo eine Goldgrube, inder man gediegenes Gold haben kann, o wie Viele würdenweder Mühe noch Gefahr scheuen und hineilen, um sich zubereichern: selbst die Reichsten würden hingehen, um ihreSchätze noch mehr zu vergrößern.

In den heiligen Sakramenten wer-den himmlische Güter ausgetheilt,ewige Güter, und man geht soselten hin!

Beispiel und Anwendung. Ein

besonderes Beispiel der Rache Got-tes wegen Verachtung der heiligenSakramente hat uns die Kirchenge-schichte an Michael, dem drittenKaiser von Konstantinopel, aufbewahrt.

Dieser Fürst wurde in seinem jugend-lichen Alter von der Kaiserin Theo-dora, seiner Mutter, nach allenGrundsätzen der christlichen Sittenlehreerzogen. Allein als er an Jahren zu-nahm, schüttelte er das Joch dermütterlichen Zucht von sich, gab denRathschlägen der Gottlosen Gehör,und vergaß der ersten weisen Belehr-ungen. Ja, er kam so weit, daßer heilige und göttliche Dinge ver-achtete, und damit sein Gespülte trieb,wie er denn einstens Jemand, der denErzbischof von Konstantinopel vorstel-len sollte, auf der Schaubühne miteinem geistlichen Kleide angethan er-scheinen ließ, begleitet von Vielen,welche die Bischöfe spielten, und ausden verehrungswürdigsten Verrichtungen des Christenthums,besonders aber aus der Verwaltung der heiligen Sakramente,ein Lustpiel anordnctc. Dieß geschah gerade an dem Tage,wo die Kirche die herrliche Auffahrt Jesu Christi in denHimmel feierte. Sich aber, da entstand unter fürchterlichemToben des Meeres plötzlich ein Erdbeben, welches die ganzefolgende Nacht fortdauerte, die große,- vom Kaiser Justin auf-gerichtetc Säule zu Boden warf, und das ganze Volk in die

äußerste Furcht und Verwirrung versetzte! Doch derunglückliche Kaiser ward nicht betroffen; er blieb wie ge-fühllos, verabscheute seine Sünde nicht, verharrte vielmehr inden angeführten Entheiligungen, und zwang so die göttlicheGerechtigkeit, ihn zur nämlichen Zeit des Sceptcrs und desLebens zu berauben, was dadurch geschah, daß ihn, als ereben bei Tische trunken der heiligen Verrichtungen spottete,seine eigenen Söhne ermordeten. - Fluch Dem, der dasHeiligste alles Heiligen, die heiligen Sakramente entehrt, ver-achtet! Es steht geschrieben:Jeder Mensch, der unrein istund hinnahct zu Dem, was gehciliget worden, soll umkommenvor dem Herrn." (Levit. 22, 3.)

Legende: Der heilige Bischof und MärtyrerQuirinuS. (ch 309.)

Ein ganz anderes Beispiel der Ehrfurcht vor denheiligen Sakramenten und den Geheimnissen nnsers hei-ligen Glaubens gibt uns der heilige Bischof Quirinus,

dessen Fest wir heute^feiern. Denn so oft er dieselbenausspendcte oder selbst empfing oder von denselben pre-digte, so geschah es nur mit der tiefsten Ehrfurcht.Quirinus, welcher zuerst Bischof zu Lorch war, späteraber das Bisthum zu Sissek an der Grenze Kroatiensleitete, wurde in der Verfolgung unter Diokletian aufder Flucht ergriffen und den Göttern zu opfern aufge-fordert; er opferte aber sein Leben für den Glauben.