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Drittes Hauptstück. Was ein Sakrament ist, und was dazu erfordert wird.
hört, die Form des Sakramentes. So ist z. B. bei derTaufe das Wasser, bei der Firmung der heilige Chrhsam,beim heiligen Abendmahl die Gestalten des Brodes und Wei-nes u. s. f. die Materie, die Worte aber , die dabei ge-sprochen werden, wie z. B. bei der Taufe: „Ich taufe dichim Namen des Vaters rc.," sind die Form. Wenn Einesvon diesen Beiden, Materie oder Form, fehlt, wenn manz. B. laufen würde ohne Wasser, oder wenn man zwar Was-ser über den Täufling abgießen würde, ohne jedoch die Wortedazu zu sprechen: „Ich taufe dich rc. ," so wäre dicß keinSakrament. „Kommt das Wort zum Element (zurMa-terie), so wird cs erst ein Sakrament," sagt der heiligeAugustinus.
Fr, Was wird zweitens zu einem Sakramenteerfordert?
Antw. Die Einsetzung durch JesusChri st u s.
Belehrung, Nur Gott, nur Jesus Christus kann mitäußeren Zeichen eine innere Gnade verbinden; denn wederein Ate»sch, noch ein Engel ist Herr über die Gnade Gottes.Daher müssen die heiligen Sakramente von Jesus Christus
eingesetzt sein. „ Wer ist der Urheber der heiligen Sakramente,"sagt der heilige Ambrosius, „wenn nicht Jesus Christus?Haben wir sie nicht vom Himmel empfangen?" Insbeson-dere zeigen uns die heiligen Väter in ihren Schriften, daßuns Christus die Gnade Gottes durch die unendlichen Ver-dienste seines Todes am Kreuze erworben habe, diese Ver-dienste uns aber mittelst der heiligen Sakramente mittheile.So schreibt der heilige Augustin: „Der Evangelist hatsich eines trefflichen Ausdruckes bedient, da er nicht sagte:Die Seite des Herrn wurde durchbohrt, sondern geöffnet,(sieh das nebenstehende Bild!), damit so gewissermassen derEingang zum Leben eröffnet wurde, von wo aus dieSakramente der Kirche ihren Ursprung nehmen, ohnewelche man in's ewige Leben nicht cingehen kann." Eben-deshalb haben die heiligen Sakramente ihre Kraft und Wirk-ung auch nur von Christus und seinen unendlichen Verdien-sten. Christus ist der Urheber der heiligen Sakramente;
er ist gleichsam die Quelle, die heiligen Sakramente abersind die Gefäße, womit wir ans dieser Quelle schöpfen.
Beispiel und Anwendung. Christus der Herr, die-ser himmlische Arzt, ist cs, der aus lauter Liebe zu uns dieheiligen Sakramente als göttliche Heilmittel für unsere krankeSeele eingesetzt hat. — ES war ein Arzt in einem Lande,der genoß großen Ruhm seiner Geschicklichkeit und seinergroßen Menschenliebe wegen. Das Land aber, in welchemer lebte, war sehr groß, und sehr viele Kranke lagen in denHäusern der Städte und Dörfer. Denn da gab es deren,welche unheilbar, und Andere, welche zwar geheilt, aber nacheiniger Zeit wieder in die alte Krankheit zurückgefallcn waren.Viele andere Acrzte boten alle Mittel auf, sie zu heilen;aber sie vermochten Nichts gegen die ansteckenden Seuchen.Nun ging aber der geschickte und gute Arzt in die traurigenWohnungen der Leidenden; und das Elend der Armen thatseinem Herzen wehe. Und sieh, er bereitete sieben Kräu-ter zu; die vcrordncte er den Kranken, um dieselben zu ge-brauchen nach der Beschaffenheit ihrer Ucbel. Und sie warmheilbringend Denen, die sie recht gebrauchten, die sie abernicht recht oder gar nicht anwendeten, starben. Als aberauch die Bewohner anderer Länder von dem geschickten undguten Arzte hörten, baten sie ihn, auch in ihr Land zu kom-men. Und der edle Menschenfreund kam zu ihnen, brachteihnen die sieben wohlthätigen Kräuter, tröstete undheilte sic. Und Unglückliche, an Menge unzählbar, genossenvon den Kräutern und priesen laut den Urheber ihrer Ret-tung von Tod und Grab, und man wird durch Jahrhun-derte mit Dank und Liebe sich des menschenfreundlichen Arz-tes und seiner sieben heilbringenden Kräuter erinnern. —Du fragst, lieber Leser! wer ist dieser geschickte und menschen-freundliche Arzt? — Es ist Christus. Das große Landist die Erde mit ihren verschiedenartigen Leiden; die Krankenstellen die in Unwissenheit Irrenden und die vorsätzlichen