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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Drittes Hauptstück. Früchte der heiligmachenden Gnade: gute, verdienstliche Werke.

dienen, wie dieß der heilige Kirchenrath von Trient(6. Sitzung) deutlich ausgesprochen hat.

Belehrung. Durch die guten Werke, die wir imStande der Gnade verrichten, verdienen wir: 1) dieVermehrung der heiligmachenden Gnade; dennwie wir durch treue und weise Benützung und Vcrwal-tung der irdischen Güter und Gaben dieselben vermehrenund erweitern, so vermehren wir auch durch die Ausübungder guten Werke die heiligmachende Gnade in uns, undwie durch Uebung und Anstrengung unsere körperlichenKräfte an Stärke, die Organe des Gesichtes, des Ge-höres und Geschmackes an Feinheit und Schärfe, der Ver-stand an Klarheit zunimmt, so vermehrt sich auch mitdem übernatürlichen Beistände die heiligmachende Gnadein uns durch die Ausübung guter Werke. Daher sprichtder göttliche Heiland:Jedem, der hat, wird gegeben,damit er im Nebenfluß habe" (Matth. 25, 29.); daherergeht an uns Alle die Aufforderung:Wer gerecht ist,werde noch gerechter!" (Offeub. 22, 11.) 2) Dieewige Seligkeit ist der zweite und beseligendste Lohn,der uns für die im Stande der Gnade verrichteten gutenWerke zu Theil wird. Diese Wahrheit spricht schon derheilige Paulus (2. Tim. 4, 7 8.) in den Wortenaus:Ich habe den Kampf gekämpft. . . . Im Nebrigenist mir die Krone der Gerechtigkeit hinterlegt, welche miran jenem Tage der Herr, der gerechte Richter geben wird;nicht allein aber mir, sondern auch Allen, die seine Ankunftlieb haben." In diesem Sinne sagt auch der heil. Bona-ventura:Die (im Stande der Gnade verrichteten)guten Werke sind die Pforte in das himmlische

_Vaterland." Wer sollte da nicht mit allem Eifer

dahinstrebcn, in den Stand der heiligmachenden Gnade zugelangen, um so recht viele verdienstliche Werke für dyi Him-mel verrichten zu können! Mit Nachdruck ermahnt uns da-her die heilige Katharina von Genua zur fleißigen Aus-übung guter Werke, indem sie sagt:Wenn der Menschsehen könnte, wie unermeßlich der Herr in der andern Weltdas Gute belohnt, das er hienieden wirkt, so würde er mitseiner Erkenntnißkraft, mit seinem Gedächtnisse und mit sei-nem Willen einzig dahin wirken, gute Werke zu thun, mögenihm dieselben auch noch so schwer fallen."

Beispiel und Anwendung. O daß wir dock, Alle,meine Christen! dieser Aufforderung Nachkommen und rechtviele gute Werke verrichten möchten, dem Beispiele aller Hei-ligen und aller frommen Christen folgend, die sich durchAusübung guter Werke die Pforte des Himmels öffneten;

zweig mit dem lebendigen Wcinstocke Jesus Christus ver-bunden; muß er also nicht Früchte und zwar die bester.Früchte Hervorbringen? Ganz treffend ist hier das Gleichnißdes heiligen Johannes Klimakus, der da schreibt:Derjenige Mensch, welcher wohlriechende Gegenstände beisich trägt, wird bald von seiner Umgebung erkannt werden,daß er solche bei sich habe, wenn er auch nicht erkannt seinwill; so wird auch Derjenige, der die Gnade Gottes hat, balderkannt, daß er dieselbe besitzt, und zwar aus seinen Wortenund aus seinen Werken."

Fr. Warum nennen wir die guten Werke auchverdienstliche Werke?

Antw. Weil sie uns 1) die Vermehrung der hei-ligmachenden Gnade, und 2) die ewige Seligkeit ver-