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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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347
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Am Feierabende des 31. Mai.

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dazu nöthig, eS könnte auf ganz natürliche Weise geschehen.Und dennoch, wenn ich darum stets mit Angst und Schreckendie Kanzel besteigen und immer auf den Deckel sehen wollte,ob er nicht herunterfalle; wenn Einer aus euch deßwegen zuHause bleiben und in keine Kirche mehr gehen wollte, oderwenn er nur mit Furcht und Zittern in derselben bleibenmüßte, weil das Gewölbe einstürzen könnte; wäre das nichteine thörichte Furcht? Nein, diese Kirche steht schon so langeund ist nicht eingestürzt, man merkt auch an dem Gewölbekeine gefährlichen Ritzen; darum gehst du ohne Scheu herein;du hast eine menschliche Gewißheit, daß sie nicht ein-fallen werde. Eine gleiche Gewißheit hat ein from-mer Christ, daß er im Stande der Gnade sei, und dieseGewißheit hat er aus dem Zeugnisse seines Gewis-sens. Wenn er seine Seele retten will, wenn er ernstlichgesinnt ist, Gott zu gefallen, Gott zu lieben, Gottes Willenzu thun, wenn er keine schwere Sünde weiß, die er nichtschon bereut und gebeichtet hat, wenn er fest entschlossen ist,keine einzige Todsünde aus was immer für einer Ursache zubegehen, und diese seine Gesinnung schon seit längerer Zeitdurch die Beobachtung der Gebote Gottes bewiesen hat, danndarf er hoffen, daß er bei Gott gut stehe, daß er im Standeder Gnade sich befinde."

Legende: Der heilige Ferdinand, König vonCastilien und Leon, (st 1252.)

Dieser Heilige, dessen An-denken wir heute begehen, lebteund starb im Stande der hei-ligmachenden Gnade; denn seinLeben war nur ein Leben inGott, und vor der Sünde floher, wie vor einer giftigenSchlange. Der heilige KönigFerdinand III. war der ältesteSohn des Königs Alphons vonLeon in Spanien um das Jahr1199geboren. SeinesrommeMutter erbte nach dem Todeihres Vaters das KönigreichCastilien, überließ aber dieKrone ihrem 18jährigen SohneFerdinand, den sie bisher inaller Gottesfurcht und Sitten-einfalt erzogen hatte. Wirklichzeigte Ferdinand auch fortanvielen Eifer für Religion undernstes Streben nach Tugend.An seinem Hofe herrschte zwarein anständiger Glanz, aber dabei die strengste Sittlich-keit und Eingezogenheit; er selbst war das Muster eineschristlichen Gatten und Vaters. Eine aufrührerische Par-tei suchte den jungen König mit seinem Vater in Zwie-spalt und Krieg zu verwickeln, wovor der gute Sohnzurückschauderte, und durch alle Mittel die Versöhnungherbeisührte. Nach dem Tode seines Vaters Alphons

wurde Ferdinand auch König von Leon (1230) undkonnte nun um so mehr den Kampf gegen die Un-gläubigen (Mauren), den er sich in reinster Absichtauf die Ehre und Sache Gottes zum Ziele gesetzt hatte,mit stärkerem Nachdrucke fortsetzen. Die Reinheit seinerAbsicht dürfte auch daraus hervorgehen, daß Ferdinanddas Bildniß der gnadenvollen Jungfrau Maria öffentlichLei seinem Heere mittragen ließ, wie er denn selbst einLiebfrauenbild an seiner Brust trug, und seine Siegedem Schutze Gottes zuschrieb. Die errungenen Kriegs-vortheile wurden stets zu den frömmsten Zwecken be-nützt. Für seine Person übte der demüthige frommeDiener Gottes ein strenges Fasten, trug ein Bußkleidin Form eines Kreuzes, und zeigte allseitig, daß sich diePflichten der Religion mit den beschwerlichsten Standes-und Lebens-Verhältnissen vereinigen lassen. Ferdinandstarb am 30. Mai 1252, und wurde von Clemens X.im Jahre 1671 den Heiligen beigezählt.

Gebet. Wir bitten dich, o Herr, himmlischerVater! erleuchte unfern Verstand und stärke unfernWillen, damit wir das Verderben der Todsünde erkennenund sie als das größte Nebel verabscheuen, da sie unsdie heiligmachende Gnade und mit ihr die ewige Selig-keit raubt; nur dir wollen wir leben und sterben, oGott! wie dein treuer Diener, der heilige König Fer-dinand, durch Christum unfern Herrn. Amen.

Hund erteinmidfünfzigstes Lesestück.

Am Feierabende des 31. Mai.

Früchte der heiligmachenden Gnade: gute, verdienstliche Werke.

Fr. Welche Früchte bringt der gerechtfertigteMensch mit der Gnade hervor?

Antw. Gute, verdienstliche Werke.

Belehrung. Wenn der Mensch im Stande der hei-ligmachenden Gnade sich befindet, so bleiben die Früchtehievon nicht aus; diese Früchte aber sind gute, verdienst-liche Werke, d. h. solche gute Handlungen, die wir ausund in der Liebe Gottes und in Beziehung auf Gott, alsoden göttlichen Geboten gemäß verrichten, und wodurch wiruns das ewige Leben verdienen. Daher sagt der heiligeIsidor:Die Frommen und Gerechten sind fruchtbareBäume, und die Frucht, die sie tragen, sind die gutenWerke." Ebendieß hat schon der göttliche Heiland mit denWorten ausgesprochen:Es bringt jeder gute Baum guteFrüchte." (Matth. 7, 17.) Wie kann es aber auch an-ders sein? Der Gerechtfertigte ist ja als ein lebendiger Reh?

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