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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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339
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Am Feierabende des 27. Mai.

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Legende: Der heilige Philippus Neri, Prie-ster. (f 1595.)

Philippus Neri, geboren zu Florenz im Jahre1515, gab schon von früher Jugend au unzweideutigeBeweise künftiger Heiligkeit. So streng war sein Fasten,daß er oft drei Tage nüchtern blieb. Damit verbander unermüdet Gebet und Betrachtung, Nachtwachen undhäufigen Besuch der sieben Hauptkirchen Roms. ImJahre 1551 zum Priester geweiht, widmete er sich mitallen Kräften der Seelsorge, der Verkündigung des hei-ligen Evangeliums und dem Beichtstühle, und stiftete zudiesem Zwecke die Genossenschaft der Oratorianer. Erist Allen Alles geworden; den Nothleidenden erwies eralle Arten von Liebesdiensten, und die Liebe Jesu, diesein Herz verwundet, war so innig und flammend, daßer zur Zeit der heiligen Messe und der Betrachtung häu-fig mit dem Leibe gen Himmel erhoben wurde. Niemalsnahm er eine der ihm angebotenen kirchlichen Würdenan. Unverletzt bewahrte er stets seine Jungfräulichkeit;insbesonders hatte er eine recht innige Andacht zur unbe-fleckten Jungfrau Maria. Er besaß in hohem Gradedie Gabe, die Geister zu unterscheiden und Zukünftigesvorherzusagen, sowie er auch Kranken wunderbar ihreGesundheit wieder gab und selbst Todte zmn Leben er-weckte. Er war für Alle das leuchtendste Muster desGehorsams, der Armuth, der Selbstverläugnung und jeg-licher Tugend bis an sein Ende, welches den 26. Mai1595 erfolgte.

Gebet. Herr, himmlischer Vater, du Spender-aller Gnaden! wir bitten dich, verleihe uns die zurewigen Seligkeit' so nothwendige Gnade! Wir gelobendir, von nun an mit derselben treulich mitzuwirken und

sie zu unserm Seelenheile so gewissenhaft zu benützen,wie dein frommer Diener St. Philippus NeriuS;stärke uns, o Gott! durch Jesum Christum, deinen Sohn,der da lebt und regiert in alle Ewigkeit. Amen.

Hundertsicbermndvierzigstes Lesestück.

Am Feierabende des 27. Mai.

Was wir in Bezug auf die Guade besonders meiden müssen.

Fr. Was müssen wir in Bezug auf die Gnade be-sonders meiden?

Antw. Besonders folgende drei Stücke: 1) sollenwir den Ruf der göttlichen Gnade nicht überhören, 2)der göttlichen Gnade nicht widerstehen, 3) weder auf diegöttliche Gnade, noch auf unsere eigene Kraft stolz sein.

Fr. Was heißt das: Wir sollen den Ruf der gött-lichen Gnade nicht überhören?

Antw. Es heißt: Wir sollen die Mahnungen undWarnungen Gottes, durch die er uns an sich ziehen will,nicht übersehen, nicht unbeachtet lassen.

Belehrung und Beispiel. Gott der Herr sucht unsdurch mancherlei äußere Ereignisse, durch plötzliche Todes-fälle, Krankheiten, Glück und Unglück an sich zu ziehen,er sendet uns seine Gnade auf die mannigfaltigste Weise.Bald kommt sie zu uns wie ein Stern, der mild und ruhigam Himmel aufsteigt, (sieh das nachfolgende Bild!) bald wieein Pfeil, der plötzlich das Herz trifft, bald wie ein er-quickenderRegen, der das dürre Erdreich aufweicht, baldwie ein Hammer, der Felsen zerschmettert. Verachte der-gleichen Warnungen Gottes nicht; denn Nichts ist gefähr-licher, als den Tag der göttlichen Heimsuchung nicht zu erken-nen. Ein Beispiel hiezu liefert uns das traurige SchicksalJerusalems. Diese unglückliche Stadt hatte den göttlichenHeiland so oft in ihren Mauern; sie sah seine Wunder, siehörte seine beseligende Lehre u. s. f., und dennoch glaubte sienicht an ihn, verfolgte und haßte ihn vielmehr bis in denTod. Daher rief auch der göttliche Heiland voll tiefer Weh-muth aus:Jerusalem, Jerusalem, wie oft wollte ich DeineKinder versammeln, wie eine Henne ihre Küchlein unter ihreFlügel sammelt! Du aber hast nicht gewollt." (Matth.23, 37.)

Fr. Was heißt das: Wir sollen der Gnade Got-tes nicht widerstehen?

Antw. Es heißt: Wir sollen dieselbe, sei es aus

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