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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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335
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Am Feierabende des 25. Mai.

land heilte die heilige Johanna von einer Krankheit;das war eine natürliche Gnade, weil sie sich ans denLeib oder das zeitliche Leben bezog. Er verkündeteihr seine göttliche Lehre; das war eine übernatür-liche, äußere Gnade, weil der göttliche Heiland dadurchvon Außen ans die heilige Johanna eiuwirkte, umdadurch ihr Seelenheil zu befördern; zugleich wirkteer aber auch auf ihren Verstand und Willen, daß sieseine göttliche Lehre annahm; nnddießwar eine üb er na-türliche und innere Gnade, eine Gnade des Bei-standes. Nachdem sich endlich Johanna zur Lehre Jesubekannt und sonach zum Christenthum bekehrt hatte, lebte siefortan fromm und heilig bis an ihr seliges Ende, d. h.sie lebte und starb in der heiligmachenden Gnade.

Gebet. Gib, o Gott! daß auch wir, wie die hei-lige Johanna, dem Rufe der göttlichen Gnade folgenund im Stande der heiligmachenden Gnade leben undsterben, durch Christum unfern Herrn. Amen.

Hmdertsünfundvierzigstes Lesestück.

Am Feierabende des 25. Mai.

Von der Bedeutung und Nothwendigkeit der wirklichen Gnade.

Fr. Worin besteht die wirkliche Gnade oder dieGnade des Beistandes?

Antw. Die wirkliche Gnade besteht darin, daß Gottunfern Verstand erleuchtet und unfern Willenbewegt, das Böse zu meiden, das Gute zu wollenund zu vollbringen.

Belehrung. Die wirkliche Gnade bewirkt sonach indem Menschen, was die Sonne im Weltall bewirkt. (Siehdas obige Bild!) Sie erleuchtet nicht nur die Erde unddie übrigen Planeten, sondern übt eine anziehendeKraft aus, so daß sie sich stets um die Sonne alsihren Mittelpunkt bewegen. Gleiche Wirkungen bringt dieGnade auch in der Seele des Menschen hervor; sie er-leuchtet seinen Verstand und zieht und regt denWillen an zum Guten. Daher schreibt der heil. Augu-stinus:Die Gnade bewirkt, daß wir nicht nur das zuVollbringende erkennen, sondern auch das Erkannte vollbrin-gen; nicht nur das zu Liebende glauben, sondern auch dasGeglaubte lieben." Jnsoferne man nun den Einfluß derwirklichen Gnade auf den Verstand betrachtet, heißt sieerleuchtende; betrachtet man aber ihre anregende Kraftin Bezug auf den Willen, so heißt sie anregende Gnade.

Beispiel und Anwendung. Schon König Davidflehte zu Gott um diese Gnade des Beistandes, d. h. um

die göttliche Einwirkung auf seinen Verstand und Willen, in-dem er ausruft:Gib mir Verstand, so will ich forschenin deinem Gesetze und es beobachten von meinem ganzenHerzen. Neige mein Herz zu deinen Zeugnissen." (Ps.118, 34 ff.) So sollst auch du recht oft beten, meinChrist! um die göttliche Gnade; denn dieselbe ist uns Allenunumgänglich nothwendig.

Fr. Warum ist uns der Beistand der Gnade sonothwendig?

Antw. Weil wir ohne dieselbe nicht das Geringstezu unserm Heile anfangen, fortsetzen oder vollenden können.

Belehrung. Wie nothwendig uns die Gnade Gotteszu unserm Heile sei, das drückt schon der heilige Paulus(Phil. 2, 13.) mit den Worten aus:Gott ist es, derin euch sowohl das Wollen, als das Vollbringen wirkt."Und der heilige Irenaus schreibt:Die Gnade Gottesist uns so nothwendig, wie der dürren Erde das Wasser.Ohne Regen kann kein Gras wachsen, keine Blume blühen,kein Baum fortkommen, keine Frucht gedeihen. So könnenwir auch ohne Gnade Gottes keine Tugend üben und keineFrucht bringen (zu unserm Heile)."

Beispiel und Anwendung. Die heilige Katharinavon Genua erkannte nur zu gut diese Schwäche und Ohn-macht, in der sich der Mensch ohne die Gnade Gottes be-findet. Daher brach sie oft in den Klageruf aus:O meinGott! ich kann durch mich selbst nichts Gutes thun; ich binnur fähig, Böses zu vollführen. Ach, wenn mir der Herrnicht beständig mit seiner Gnade beistehen würde, was würdeaus mir werden!" Bei den verschiedenen Fehlern, die sie hieund da aus Schwachheit beging, pflegte sie zu sagen:Sieheda, wiederum ein Kraut aus meinem Garten!" ImGefühle dieser menschlichen Schwäche rief selbst auch schonder heilige Paulus aus:Ich weiß, daß in mir nichtsGutes wohnt. Denn das Wollen liegt mir nahe, aber dasVollbringen des Guten erreiche ich nicht. Ich habe (zwar)Lust am Gesetze Gottes dem innern Menschen nach; ich seheaber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das dem Gesetzemeines Geistes widerstreitet, und mich gefangen hält unterdem Gesetze der Sünde, das in meinen Gliedern ist. Ichunglücklicher Mensch! Wer wird mich von dem Leibe dieses To-des befreien?" (Röm. 7, 18 24.) Ach, wer aus uns