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Zweites Hauptstück.
noch fünf Tage ganz ergeben in Gottes heiligen Willen undstarb ruhig unter dem Schutze Derjenigen, die ihm in derletzten Stunde die Augen noch geöffnet und als milderMorgenstern in der finstern Nacht seines gottvergessenenLebens geleuchtet hat, daß er glücklich das Ufer der glück-seligen Ewigkeit erreichte. — O himmlischer Morgenstern!leuchte auch uns einst in der Stunde des Todes! Eile unszu trösten, o heilige Maria! wenn einst an uns selbst dieZeichen unserer nahen Auflösung geschehen; wenn die Gliedererkalten, die Zunge schweigt-, die Augen brechen, dann zeigeDich uns als den tröstenden Morgenstern, der uns den Tagewiger Ruhe in Gott ankündigt!
Legende: Die heilige Jungfrau und Mär-tyrin Julia, (ch 439.)
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Heute begehen wir das Andenken an die.heiligeJungfrau und Märtyrin Julia. Als Genserich,'Königder Vandalen, in Afrika die Stadt Karthago im Jahre439 eingenommen hatte, ward Julia, aus edlem Ge-schlechte, mit andern Familien als Sklavin von einemHandelsmanne erkauft, der sie nach Syrien abführte,und dort an einen Einwohner des Landes, Namens Eu-sebius , verkaufte. Die Liebe zu ihrem göttlichen Hei-lande, welche das Herz der blühenden Jungfrau beseligte,machte ihr die Sklaverei zum sanften Joche; denn siediente überall ihrem Jesus mit einem unermüdeten Fleißc,mit einer Aufmerksamkeit, Treue und Sanftmuth, welchebei der härtesten Arbeit nicht murrte, so daß ihr heid-nischer Herr, dem sie die Wirtschaft besorgte, sie be-wunderte und mit Hochachtung gegen sie und gegen ihreReligion erfüllt wurde, die ans einer Tochter edler El-tern eine so arbeitsame und getreue Magd bildete. Ergestattete ihr daher, die freie Zeit dem Gebete und der
Das Salve Regina.
Lesung erbaulicher Bücher widmen zu dürfen, wodurchsie, sowie durch strenges Fasten und Wachen die unver-sehrte Neinigkeit erhielt. Während einer Reise nachFrankreich landete ihr Herr auf der Insel Corsika, wonoch Alles in den Finsternissen des Heidenthums lag,und eben die Einwohner ihren Götzen Opfer brachten!Eusebius begab sich dahin; sie aber blieb am Uferdeö Meeres, seufzte vom Grunde ihres Herzens zu Gottund weinte über die Blindheit der Heiden. Als Felix',der Landvogt, erfuhr, daß Julia eine Christin sei, suchteer sie anfangs durch Verheißungen, dann durch Backen-streiche und Ausreißnng ihrer schönen Haare zum Abfallezu bewegen. Sie aber antwortete: „Die wahre Freiheitbesteht im Dienste Jesu Christi; um Nichts in der Weltwerde ich diese Freiheit verkaufen." — Der erzürnteLandvogt ließ sie an's Kreuz schlagen, woran sie freudigden Geist aufgab.
Gebet. Heilige Maria, du Pforte des Himmels,du Morgenstern! leuchte mir voran auf dem Wege derTugend und Gerechtigkeit, auf daß ich mit unerschütter-licher Treue Jesu, deinem göttlichen Sohne, diene, ihmlebe und sterbe, wie seine treue Dienerin, die heiligeJulia, und einst durch die Pforte des Himmels in dieewige Herrlichkeit eingehen möge. Auren.
HmldertdreinMierzigstes Lesestück.
Am Feierabende des 23. Mai.
Das Salve Regina.
Fr. Durch welches Gebet ehren wir außerdem nochsehr häufig die göttliche Mutter Maria?
Antw. Durch das sogenannte „Salve Ketins," zuDeutsch: „G egrüßt seist du, Königin!" welches alsolautet: „Gegrüßt seist du Königin! Mutter der Barm-herzigkeit; du, unsers Lebens Süßigkeit und unsere Hoff-nung, sei gegrüßt! Zu dir schreien wir elende KinderEva's; zu dir seufzen wir Trauernde und Weinende indiesem Thränenthale. Eja, unsere Fürsprecherin! wendedeine barmherzigen Augen zu uns und zeige uns nachdiesem Elende Jesum, die gebenedeite Frucht deines Lei-bes! O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria!"
Belehrung. Wie viel des Schönen, Erhabenen undTröstlichen ist nicht für uns Erdensöhne in diesem Salve Re-gina enthalten! Wir nennen darin Maria eine Mutterder Barmherzigkeit, und unsers Lebens Trost;denn sie hat uns Christum zu unserm Heile geboren, der daist, unser wahres Leben, unser Trost und die wesentliche Barm-