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Zweites Hauptstück. Die symbolischen Lobsprüche Mariens in der lauretanischen Litanei.
Bundes, in dir trägst." D wie tröstlich ist für uns dieserGedanke!
Legende: Der heilige Einsiedler Hospitins.
tt 681.)
Der h. Hospi-tins, dessen An-denken wir am heu-tigen Tage feiern,hatte es der GnadeGottes und gewißauch der mächtigenFürbitte Marienszu verdanken, daßer ein so heiligesund abgetödtetesLeben führen konn-te; denn da erwußte, daß Ma-ria das goldeneHaus und dieA rch e d es B un-des sei, so nahmer in seiner Ein-samkeit gewiß oftzu ihr seine Zu-flucht. — DieserHeilige verschloßsich in das alte Ge-mäuer eines ver-fallenen Thurmesbei Villafranka inder Provence. Unter einem härenen Bußkleide trug er großeeiserne Ketten, und lebte nur von Brod und Datteln.In der Fastenzeit verdoppelte er seine Buße. So lebte erviele Jahre in der Einsamkeit voll Ergebung in die gött-lichen Fügungen. Der Himmel verlieh ihm die Gabeder Wunder und Weissagung. Als Hospitins seineletzte Stunde herannahen fühlte, ließ er sich die Kettenabnehmen und betete lange Zeit, mit dem Angesichte aufder Erde liegend. Dann legte er sich auf eine Banknieder, wo er am 21. Mai 681 selig im Herrn ent-schlief. Au stad ins, Bischof von Nizza, beerdigte ihn;zu Nizza werden auch seine Reliquien aufbewahrt.
Gebet. Maria, du goldenes Haus, du Arche desBundes! sei unsere Fürsprecherin und Helferin, damitauch wir ein so frommes und heiliges Leben führenmögen, wie der heilige Einsiedler Hospitius, indemwir die Welt verachten und nur den Himmel suchen, wodu, o Himmelskönigin! in Gesellschaft aller Heiligen undSeligen den Lohn deiner Tugeu^ und Heiligkeit genießestimmer und ewig. Amen.
Hnndertzweimidoierzigstes Lescstmk.
Am Feierabende des 22. Mai.
Die symbolischen Lobsprüche Mariens in der lauretanischen Litanei:11 ) Pforte des Himmels, 12 ) Morgenstern.
Fr. Warum rufen wir Maria an als „die Pfortedes Himmels"?
Antw. Weil Jesus, der uns den Himmel wiedereröffuete, durch Maria, wie durch eine Pforte zu unsauf diese Erde herabgesticgen ist.
Belehrung. Jesus allein ist der Weg, durch den wirselig werden; daher sagt er selbst: „Ich bin der Weg; Nie-mand kommt zum Vater als durch mich." Aber eben dieserJesus ist, wie durch eine Pforte, durch Maria zu uns aufdiese Erde herabgekommen; wir können also sagen: Mariahat uns Denjenigen gegeben, der uns den Himmel wiedereröffnete; mit Recht nennen wir sie daher die „Himmels-Pforte." Für wen nun Maria bittet bei Jesus, demwird er gewiß die Pforte des Himmels nicht verschließen.Deßhalb schreibt schon der heilige Ephrem: „Der NameMaria ist für Den, der ihn andächtig anruft, ein Schlüsselzur Himmelspfort." Und der heilige Fnlgentius nenntMaria die Himmelsleiter. „Jede Leiter," sagt er,„hat einen doppelten Zweck; man kann auf ihr von derHöhe in die Tiefe und von der Tiefe in die Höhe steigen.Auf dieser Leiter ist Gott zu uns auf die Erde herabgestie-gen, damit wir Menschen wieder zu ihm durch Maria inden Himmel hinaufsteigen können." O welch ein tröstlicherGedanke! Durch Maria können wir P den Himmel hinauf-steigen! Sie ist ja die Himmelsleiter und die Pfortedes Himmels. Daher verehre sie stets, o Christ! kind-lich fromm; rufe sie in allen Nöthen und Anliegen um ihreHilfe und Fürbitte an, empfiehl ihr all deine Schritte undTritte und bitte sie, daß sie dich durch die gefährlichen Wogendieses Lebens hinübergeleite in den Hafen der himmlischenSeligkeit.
Beispiel und Anwendung. Dicht an der berühmtenSeestadt Marseille erhebt sich ein schroffer Felsen, dessenGipfel von einer kleinen Veste gekrönt wird. Innerhalb
ihrer Mauern aber befindet sich eine Kapelle mit einemFrauenbilde. Dort hinauf wallfahrten Diejenigen, die ebenim Begriffe sind, sich auf die weite See zu begeben, umvorher den mütterlichen Schutz der Jungfrau anzurufen;wiederum eilen auch Jene hinauf, die glücklich von der See-fahrt heimgekehrt sind, um dort ihr Dankgebet darzubringen.Seefahrer, dem Wortverstande nach, sind vergleichungsweise