Am Feierabende des 21. Mai.
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Haus (sieh das obige Bild!); denn Alles hatte bei ihr denGrund in der Liebe Gottes, aus welcher, wie das reineGold aus dem Feuer, alle ihre Gedanken, Worte und Werkehervorgingen. O daß wir doch weniger Werth auf dasirdische Gold, mehr Werth aber auf das himmlische Goldeines reinen Herzens legen möchten! Lerne, mein Christ!bei diesem Lobspruche Mariens selbst ein goldenes Hausim geistigen Sinne werden! Wir werden es aber, wenn wirreine Gesinnungen und reine Handlungen haben. Sei alsoim geistigen Sinne golden in Gesinnung und Handlung!Bester ist eine goldene Seele, als ein goldenes Kleid.
Beispiel und Anwendung. Alphons der Weise,König von Arragonien, bekannt durch seinen frommen christ-lichen Sinn, besuchte auf einer Reise, kurz vor dem Weih-nachtsfeste, einen spanischen Ritter, der ihm einen äußerstfestlichen Empfang bereitet hatte, aber wegen seines Lebens-wandels in sehr schlechtem Rufe stand. Beim Abschiede sprachder König die bedeutsamen Worte zu seinem Freunde undGastwirthe: „Edler Ritter! Ihr habt mich sehr feierlich undehrenvoll empfangen. Ich dank' Euch dafür! Aber in wenigenTagen kommt der König der Könige und will Weih-nacht bei Euch feiern. Darum zieret zu seinem EmpfangEuer Herz ebenso schön, als Ihr Euer Schloß um meinet-willen gezieret habt!" Und der Ritter befolgte diesen weisenRath seines braven Königs. Das Weihnachtsfest wurde fürihn ein Fest der göttlichen Einkehr. Möchten auch wir ein
Gleiches thnn, und unser Herz zu einem goldenen Hauseumgestalten, das da geziert ist, wie Maria, mit dem Goldeder göttlichen Gnade und Liebe! Mit Freuden wird alsdannder göttliche Heiland darin sein Geburtsfest feiern und innnS seine Wohnung aufschlagen, wie in jenem goldenenHause, das da ist Maria, die Gottesmutter.
Fr. Warum geben wir der seligsten Jungfrau denschönen Titel: „Arche des Bundes"?
Antw. Weil in ihr, nicht etwa wie in der Archedes Bundes die steinernen Tafeln des Gesetzes, sondernder göttliche Gesetzgeber selbst ruhte, der mit uns einenneuen Bund errichtet hat.
Belehrung und Erzählung. Die Arche des Bun-des war bei den Juden das ehrwürdige Behältniß der Ge-setztafeln, das Andenken an den Bund, den Gott am BergeSinai mit Israel geschlossen hatte. Die Gewässer des Jor-dan zertheilten sich, als die Israeliten die Bundeslade durch-trugen, trockenen Fußes gingen sie durch. Die Mauern undThürme Jerichos stürzten zusammen, als sie die Arche desBundes um diese feindliche Stadt trugen. Der Götze darinstürzte in Trümmer zusammen, da die Philister die Bundes-lade neben ihn hinstellten. (1. Kön. 5.) Ja, diese Ladedes Bundes hatte so großes Ansehen, daß Salomon zuAbiathar, der den Tod verschuldet hatte, sprach: „Du bistzwar ein Mann des Todes, aber ich will dich heute nichttödten, weil du die Arche Gottes des Herrn getragen hast."Wir nennen also Maria „Arche des Bundes"; denn inihr waren nicht etwa die steinernen Tafeln des Gesetzes nie-dergelegt, sondern in ihrem jungfräulichen Leibe ruhte derGesetzgeber selbst, der mit uns einen neuen Bund errichtethat. Erinnere dich also, mein Christ! bei diesem LobsprucheMariens an die ganze Anstalt, die Jesus zu unserm Heilegetroffen; nimm deine Zuflucht zur Fürbitte Mariens; siewird dir von Gott die nöthigen Gnaden erbitten, auf daßdu treu erfüllen kannst deinen Bund mit Gott, den du inder heiligen Taufe geschlossen hast. Verehre sie fromm undkindlich, dann werden sich auch die Gewässer der Trübsalzertheilen, auf daß du unbeschädigt hindurchkommen kannst;dann wirst du dem bösen Feinde entgehen; denn wenn Ma-ria, die Arche des Bundes, in deinem Herzen steht, wirddie Macht des Satans gebrochen, und wenn du auch deinerSünden wegen den zeitlichen und ewigen Tod verdient hät-test, so wird der Herr doch deiner schonen; wie Salomon zuAbiathar, so wird auch der barmherzige Gott zu dir sprechen:„Du bist zwar des Todes schuldig; aber ich will dich nichttödten, weil du Maria, die Arche Gottes, die Arche des