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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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317
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Am Feierabende des 17. Mai.

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Antw. Weil sie mehr gelitten hat, als alle heiligenMärtyrer.

Belehrung. Kein Märtyrer hat je gelitten, was Ma-ria litt; denn ein siebenfaches Schwert durchdrang ihr Herz.Die Märtyrer litten nur kurze Zeit, einige Stunden oderTage; Maria aber litt ihr ganzes Leben, von dem Augen-blicke an, da sic wußte, daß Joseph ihre Keuschheit in Zwei-fel zog bis zu dem schaudervollsten Augenblicke, wo ihr ge-kreuzigter Sohn das Haupt neigte und den Geist aufgab.Jedes Wort, das gegen ihren Sohn geredet wurde, durch-stach ihr Herz, jede Wunde, die sie an dem zerfleischten LeibeJesu sah, ward auch eine schmerzliche Wunde ihrer Seele,sie starb den Schmerzen nach einen tausendfachen Tod, sieverlor aber ihre Empfindung durch keine Ohnmacht, sie standselbst noch unter dem Kreuze, um Alles neu und mit jedemPulsschlage zu empfinden.

Beispiel und Anwendung. Denke oft, mein Christ!an diese Leiden Mariens, wenn du in der lauretanischenLitanei betest:Du Königin der Märtyrer, bitt'für uns!" Hüte dich aber zugleich, ihren göttlichen Sohndurch Sünden zu beleidigen und dadurch ihre Schmerzen zuerneuern! Es wird erzählt, daß ein Jüngling von einerinbrünstigen Andacht zur schmerzhaften Mutter, zur Königinder Märtyrer, erfüllt war. Als er einst in eine Sünde ge-fallen war, und das Bild wieder betrachtete, welches das

Herz Mariens mit sieben Schwertern darstclltc, da erschienenihm statt sieben acht in ihrem Herzen, und er erkannte so-gleich, daß dieses achte Schwert seine begangene Sünde sei. Ach, mit wie vielen Schwertern, oder wenn auch dies;nicht, mit wie vielen Dolchen, oder wenn auch das nicht, mitwie vielen Messern, oder wenigstens mit wie vielen Nadel-stichen durchbohrt würde wohl uns das Herz Marienserscheinen, wenn wir all die unzähligen Sünden sehen könn-ten, durch welche Christus mit jedem Augenblicke beleidigt undauf's Neue gekreuzigt und der Mutter liebend Herz auf'sNeue verwundet wird! O halte es nicht, mein Christ! mitdiesen Unglücklichen, die Sünde auf Sünde häufen und da-durch die Leiden Jesu und die Schmerzen Mariens immerwieder erneuern! Umsonst würdest du da zu Maria rufen:Königin der Märtyrer, bitt' für uns!"

Fr. Warum wird endlich Maria in der laurctani-schen Litanei gepriesen alsKönigin der Bekenneroder Beichtiger", alsKönigin der Jung-frauen", und alsKönigin aller Heiligen"?

Antw. Weil sie alle Bekenner an Tugenden,alle Jungfrauen an Unschuld und Neinigkeit und alleHeiligen an Heiligkeit übertroffen hat.

Belehrung. Maria ist die Königin der Beken-ner oder Beichtiger; denn kein Glaube, kein Vertrauen,keine Liebe zu Gott und den Nächsten, kein Eifer im Gebet,keine Demuth, keine Liebe der Feinde, keine Büßfertigkeit, sogroß diese Tugenden auch bei den Bekennern sind, übertrafihren Glauben, ihre Gottseligkeit. Sie ist die Königinder Jungfrauen; denn nicht nur, daß sie die erste war,welche die Fahne der ewigen Keuschheit aufpflanzte, schätztesic diese Tugend so hoch, daß sie lieber auf die Würde einerMutter Gottes, als auf die der jungfräulichen Keuschheit ver-zichtet hätte. So ist denn Maria auch die Königin al-ler Heiligen; denn keiner aus allen war schon in demersten Augenblicke seines Lebens so reich an Verdiensten.

Legende: Der heilige Bruno, Bischof zuWürzburg, (ch 1045.)

Der heilige Bruno, dessen Fest die Diözese Würz-bnrg am heutigen Tage begeht, war ein Sohn Conrads,Herzogs von Kärnthen. Derselbe wurde mit großerSorgfalt erzogen und schon frühzeitig nicht nur zurWissenschaft, sondern auch zu einer gründlichen Fröm-migkeit angeleitet. Auf dieser ruhmvollen Doppelbahnmachte er glänzende Fortschritte, von denen er uns in sei-nen Werken, die er über die Psalmen und Kirchcnge-sänge verfaßte, ehrenwerthe Denkmäler hinterließ.Wegen seiner hohen Verdienste wurde er im Jahre 1033auf den bischöflichen Stuhl von Würzburg erhoben undstand seiner geliebten Heerde mit christlicher Weisheitund mit dem wachsamsten Hirteneifer über elf Jahre