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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende des 16. Mai.

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verewigen, haben einige eifrige Gläubige beschlossen, eineDenkmünze zur Erinnerung an dieses Ereigniß Prägen zulassen. Die Medaille trägt auf der einen Seite die heiligeJungfrau mit der Umschrift:Wir haben am 8. Sept. zuihr gefleht," und auf der Kehrseite die Worte:Sic hatuns von der Pest am 16. desselben Monats befreit 1855." Sollen wir also, meine Christen! auf dem Krankenbetteuns nicht mit Vertrauen an Maria wenden und zu ihr ru-fen:Maria, Heil der Kranken, bitt für uns"!?Magst du selbst, oder mögen Andere krank sein, nimm deineZuflucht zu Maria im Gebete; du wirst es erfahren, daßMaria istdas Heil der Kranken."

Fr. Warum wird Mariadie Trösterin derBetrübten" genannt?

Antw. Weil es kein Anliegen, keine Trübsal, keineNoth gibt, an welcher Maria nicht Antheil nimmt, undin der sie uns nicht hilft, wenn wir zn ihr rufen:Bitte für uns!"

Belehrung und Beispiel.Ein vortreffliches Mit-tel," schreibt Scaramelli,bei geistiger Niedergeschlagen-heit, bei Kleinmuch uud Mißtrauen ist die Hoffnung auf dieseligste Jungfrau Maria; sie pflegt mit ihrem himmlischenLichte die Finsternisse der Traurigkeit zu verscheuchen, undden bestürmten Herzen den Frieden wieder zu geben." Wieviele Christen haben dieß nicht schon erfahren in den Augen-blicken des Klcinmuthes und der Trübsal! Als der heiligeFranz von Sales noch zu Paris studirte, empfahl er sichvorzüglich der Fürbitte Mariens. Er fiel einst in eine un-aussprechliche Angst über sein Seelenheil, er hielt sich für ver-loren, und diese grauenvolle Vorstellung erfüllte ihn mitSchrecknissen und brachte ihn an den Rand der Verzweiflung;selbst seine körperlichen Kräfte schwanden, und sein Zustandwar in der That erbärmlich. Da ging Sales in die Kirchezum heiligen Stephan, wo ihn der Anblick eines Gemäldesder heiligen Jungfrau immer mit Vertrauen erfüllt hatte.Hier warf er sich auf seine Kniee nieder und empfahl sichdringend der Fürbitte Mariens. Kaum hatte er sein Gebetvollendet, so verschwand alle Seelenangst, die drückende Lastwar vom Herzen genommen, und Ruhe und Friede kehrtenwieder zurück. Sehet da die Trösterin der Be-trübten!

Fr. Warum nennen wir endlich MariamdieHelferin der Christen"?

Antw. Weil sie den Christen gegen die Feinde ih-res Glaubens kämpfen und siegen hilft.

Erzählung und Anwendung. Aus nachfolgenderBegebenheit läßt es sich deutlich ersehen, daß Maria eine

besondere Helferin der Christen sei. (Sieh das vor-hergehende Bild!) Es war im Jahre 1571, als der tür-kische Kaiser Selim II. in der Absicht, ganz Europa demJoche Muhameds zu unterwerfen und den christlichen Namenauf dem ganzen Erdboden auszurotlen, mit Venedig wegender Insel Cypern einen blutigen Krieg begann. Die großeGefahr aller christlichen Länder machte Einigung nöthig. Derheilige Vater forderte deßhalb die europäischen Mächte zumgemeinsamen Kampfe gegen den Erbfeind des christlichen Na-mens auf; aber seine Stimme ward nicht gehört. Nur dieSpanier und Venetianer halfen zusammen; ihnen gesellte derPapst auch noch seine wenigen Truppen bei, und so lief dieim Verhältnisse zur türkischen Flotte nur winzige christlicheFlotte unter Johann dem Oesterreicher, einem SohneKaiser Karl's V., aus. Zur nämlichen Zeit hielten die Mit-glieder der Rosenkranzbruderschaft, welche der heilige Do-minikus gegründet hatte, allenthalben feierliche Bittgänge,um durch die Fürbitte Mariä einen glücklichenAusgang des Krieges zu erlangen. Die christlicheArmee selbst stellte sich unter den Schutz Mariä, bevor am7. Oktober des Jahres 1571 die blutige Seeschlacht bei Le-panto begann. Am Tage dieser entscheidenden Schlacht ar-beitete Papst Pius V. mit seinen Cardinälen, als er plötz-lich an's Fenster trat, einige Augenblicke gegen Himmel sahund nun auf einmal in die freudigen Worte ausbrach:Nunsoll nicht mehr die Rede von Geschäften sein! Nur Dank-gebete sollen wir zum Himmel schicken für den Sieg, denGott so eben der christlichen Armee verliehen hat!" Und wirk-lich war geschehen, was der Heilige in so weiter Ferne imGeiste geschaut hatte. Die Christen hatten einen vollkom-menen Sieg erfochten. Voll Freude hierüber fügte der Papstden Lobspruch: Du Helferin der Christen! in die Li-tanei ein, und verordnet das Fest des heiligen Rosen-kranzes, welches Gregor XIII. der ganzen Christenheit vor-schrieb, und das am ersten Sonntag im Oktober gefeiert wird. So half also Maria den ersten Christen gegen die Feindeihres Glaubens siegen. Sei in Wahrheit und im vollenSinne des WortesChrist," und auch du wirst MariensHilfe tausendfach auf deiner irdischen Pilgerfahrt empfinden!Glaube mir: Sie läßt sich nicht vergebens eine Helferin derChristen nennen! Mit Macht hat sie ja von jeher gegen alleFeinde des Christcnthums, gegen alle Ketzereien gekämpft undJenen Beistand und Hilfe gewährt, die sich in solchen Glau-benskämpfen für die Ehre der christlichen Kirche besonders her-vorgethan haben. Darum sagt die Kirche Gottes selbst, daßMaria alle Ketzereien auf der ganzen Erde vernichtet habe.

Legende: Der heilige Johannes von Nepo-muk, Märtyrer. (ch 1385.)

Ein großer Heiliger und gewiß auch ein großer Ver-ehrer der göttlichen Gnadeninutter Maria begegnet unsheute in der. Geschichte der Heiligen; es ist dieß Jo-hannes von Nepomuk, der Märtyrer der heiligenVerschwiegenheit. Wie oft wird er nicht an Maria eineTrösterin und Helferin gefunden haben? St. Jo-hannes erhielt seinen Beinamen von seinem Geburts-