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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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308
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Zweites Hauptstück. Der Rosenkranz: seine Vortrefflichkeit und Kraft.

segenreiche Kraft? oder inwiefern ist er ein wirksamesGebet?

Antw. Weil Gott den eifrigen Betern des Rosen-kranzes durch die Fürbitte Mariens schon zahlloseGnaden verliehen hat und noch immer verleiht. (Siehdas vorhergehende Bild!)

Belehrung. Die Geschichte und die Legende bezeugencs uns, daß schon viele fromme Beter des Rosenkranzes aufdie Fürbitte der seligsten Jungfrau Maria im Leben zahlloseGnaden, in den Stunden der Versuchung und der Gefahrwunderbare Hilfe, auf dem Sterbebette eine besondere Stärkeund einen süßen innern Trost von Gott empfangen haben.Mit Recht konnte daher der heilige Alphons Liguoriausrufcn: Wie viel Gutes verdankt die Welt dieser herrlichenAndacht!Wie Viele sind durch dieselbe von ihren Sündenbefreit, wie Viele dadurch zu einem heiligen Leben angeleitetworden! Wie Viele, die jetzt im Himmel sind, verdanken ihreinen seligen Tod!"> Diese wunderbare Macht und Wirk-samkeit des Nosenkranzgebetes will ich dir, mein christlicherLeser! nun in einigen Beispielen zeigen, damit du dieses Ge-bet recht lieb gewinnen mögest.

Beispiele und Anwendung. Als der heilige FranzXaver von Meliapor abreisen wollte, kam ein Kaufmannzu ihm, bat ihn um seinen Segen und irgend ein sichtbaresZeichen seiner Freundschaft. Da der Pater Nichts hatte, gaber ihm den Rosenkranz, den er am Halse trug, und sagtezu ihm:Dieser Rosenkranz wird dir nicht un-nütz sein, wenn du Vertrauen in Mariens Für-bitte setzest." Dieser Kaufmann gerieth bald in Gefahr;denn das Schiff, worauf er sich befand, wurde an den Fel-sen geschleudert und zertrümmert. Die meisten Matrosen undReisenden gingen zu Grunde; nur Einige hielten an demFelsen fest; unter diesen auch der Kaufmann. Sie faßtenden Entschluß, um dem Hungertode zu entgehen , sich aufeinige Bretter des zertrümmerten Schiffes zu werfen und sichden Wellen zu überlassen, ohne irgend eine andere Hoffnungals nur etwa diese, daß einige Strömungen sie an das Land trei-ben würden. Der Kaufmann, voll Vertrauen auf die heiligeJungfrau, hielt den Rosenkranz Xavers in der Hand undfürchtete sich nicht unterzugehen, so lange er denselben habe.Als er kaum auf den Brettern auf dem Wasser schwamm,kam er von sich und glaubte auf Meliapor bei Pater Franzzu sein. Wie staunte er nicht, als er wieder zu sichkam und sich auf einer unbekannten Küste befand?! Ersah weder seinen Unglücksgefährten noch die Bretter, denener sein Leben anvertraut hatte. Durch die Vorübergehendenerfuhr er, daß er auf der Küste von Negapatan sei. Ererzählte voll Freude und Staunen Allen, wie er auf wunder-bare Weise gerettet worden sei. Eine ähnliche Begebenheitfinden wir in einem Buche, das den Titel führt:Geheim-nisse. um alle Gnaden zu erlangen." Der fromme Verfasser

erzählt, daß man bei einem Erdbeben eine Frau unter denRuinen eines Hauses, das über derselben zusammengestürztwar, hervorgezogen habe. Ein Priester ließ nämlich die Steinewegräumen und fand unter denselben diese Frau mit ihrenzwei Kindern in den Armen, welche alle unbeschädigt undganz gesund waren. Als man dann die Frau fragte, wel-cher Andacht sie wohl ihre wunderbare Rettung zuschreibe,so sagte sie, daß sie nie unterlassen habe, täglich den Rosenkranzzu beten und eine gewisse Muttergotteskapelle zu besuchen.Es darf uns daher nicht wundern, meine Christen! daß dieKirche den Rosenkranz mit reichlichen Ablässen beschenkthat; sie will uns dadurch zum oftmaligen und eifrigen Abbe-ten desselben ermuntern, da sie den großen Segen kennt,der auf diesem Gebete ruht. Im Leben und Sterben nimmalso oft, mein christlicher Leser! deine Zuflucht zum heiligenRosenkränze; du wirst viel Trost und Stärke darin finden.

Legende: Der heil. Bischof Servatius. (ff384.)

Heute begeht dieKirche das Andenkenan den heiligen Ser-vatius, Bischof vonTongern. Derselbeverwaltete 37 Jahrelang das bischöflicheAmt mit aller Treueund Sorgfalt. Mn-thig trat er der Aria-nischen Irrlehre ent-gegen und bot Allesauf, um die reine Lehrein seiner Kirche zuerhalten. Er verlegtehierauf seinen Sitznach Mastricht undflehte unter Thräneuund Gebeten, unterWachen und Fastenzu Gott, um den gött-lichen Zorn zu besänf-tigen und die Einfälleder Feinde in Galliendadurch abzuwenden. Da ihm aber Gott kund machte,daß er beschlossen habe, die Sünden der Gallier durchKriegsverheerungeu zu züchtigen, so ergab er sich in Got-tes Willen und starb heilig den 13. Mai 384.

Gebet. O Maria, du Königin des heiligen Ro-senkranzes, die du den frommen Verehrern dieses Gebe-tes jederzeit deine mütterliche Liebe und Hilfe angedei-hen lassest, hilf auch uns, damit wir, wie der heiligeBischof Servatius, treu den Pflichten unsers Amtesund Berufes Nachkommen und dafür einst die Krone derVergeltung empfangen mögen durch Jesum Christum,unfern Herrn. Amen.