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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende des 11. Mai.

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Hmlderteimmddreißigstes Lesestück.

Am Feierabende des 11. Mai.

Der englische Gruß Morgens, Mittags und Abends.

Fr. Durch welche Gebete pflegen wir in der ka-tholischen Kirche die seligste Jungfrau außer dem AveMaria noch ganz besonders zu verehren?

Antw. Vorzüglich durch folgende vier: 1) durchden englischen Gruß Morgens, Mittags und Abends,2) durch den Rosenkranz, 3) durch die lauretanische Li-tanei und 4) durch das Salve Regina. (Diese vierGebete wollen wir nun in den nachfolgenden Lesestückenausführlicher durchgehen und zum Gegenstände unsererMaiandacht machen.)

Fr. Warum betet mantäglich dreimal beim Glocken-zeichen das:Der Engeldes Herrn" oder den engli-schen Gruß?

Antw. Damit wir unsan die Menschwerdung JesuChristi dankbar erinnern undMaria als die Mutter unsers.Erlösers verehren.

Belehrung. Dreimal des'Tages erinnert uns die Kirchedurch das Glockenzeichen (siehdas nebenstehende Bild!) an die Menschwerdung Jesu Christi imSchvoße der allerreinsten Jungfrau Maria, und ladet unsein, Gott für dieses Geheimnis seiner Liebe zu danken, undMaria als die Mutter unsers Erlösers, zu verehren. DerUrsprung dieses frommen Gebrauches ist schon sehr alt. Dieerste Einführung desselben mit dem Glockenzeichen geschahdurch den Papst Urban II. im Jahre 1095. Da wurdeverordnet, daß Morgens und Abends zumAve Maria"geläutet werden solle; später verordnet Papst Calixtus III.im Jahre 1456, daß auch Mittags geläutet werde. An-fangs wurde bei dem dreimaligen Absetzen des Geläutes nurein Ave Maria gebetet; später aber setzte man vor einemjeden Ave Maria eine Antiphon, so daß in drei Antiphonendas Geheimnis der Menschwerdung verehrt wird.

Fr. Wie heißt die erste Antiphon, und was wirdin derselben ausgesprochen?

Antw. Die erste Antiphon heißt:Der Engel desHerrn brachte Maria die Botschaft, und sie empfing vomheiligen Geiste"; in diesen Worten ist der Rathschlußoder die Absicht Gottes ausgesprochen, daß er seinen ein-gebornen Sohn für uns wollte Mensch werden lassen.

Belehrung. Unter allen Töchtern Adam's war es nurMaria allein, die Gott für würdig fand, den Erlöser derWelt zu empfangen und zu gebären. Er ließ sie daher durcheinen Engel fragen, ob sie einwilligen wolle, Mutter des Welt-Heilandes zu werden; er überließ es ihr, diesen Antrag anzuneh-men oder auszuschlagen. Ohne zu sündigen, hätte Mariadiesen Antrag ausschlagen können, weil sie es aus Demnthgethan haben würde; aber würde dann der Sohn Gottesauch Mensch geworden sein? Was wäre also aus uns ge-worden, hätte Maria diesen Antrag abgewiesen? Wir Allewürden noch tief in Finstcrniß und im Schatten des Todessitzen, in Sünden und Lastern begraben liegen, würden Skla-ven des Teufels, Kinder des Zornes und der Rache Gottessein, und würden nach unserm Tode der Hölle anheimfallen.Aber sieh, Maria denkt nach über den Gruß des Engels,und der Engel wartet auf ihre Antwort. Maria spricht,und was sie spricht, das sagt uns die zweite Antiphon.

Fr. Was enthält die zweite Antiphon, und wielautet sie?

Antw. Die zweite Antiphon enthält die Einwillig-ung Mariens und lautet:Maria sprach: Sieh ich bineineDienerin des Herrn; mir geschehe nach deinem Worte!"

Belehrung. Maria nimmt also den Antrag des En-gels an, sie willigt ein, die Mutter des Erlösers zu werden.O welche Freude für den Himmel! welcher Trost für dieErde! Kaum hat Maria diese Worte:Mir geschehe!"ausgesprochen, als auch das ewige Wort des Vaters dieHerrlichkeit des Himmels verließ, auf die Erde Herabstieg unddurch die geheimnißvolle Mitwirkung des heiligen Geistes Fleischannahm in dem reinsten Leibe der keuschesten Jungfrau Ma-ria; in demselben Augenblicke geschah die MenschwerdungdesSohnesGottes. Daher folgt nun die dritte Antiphon.

Fr. Wie lautet die dritte Antiphon, und was ent-hält sie?

Antw. Die dritte Antiphon lautet:Und das Wortist Fleisch geworden und hat unter uns gewöhnet"; wirpreisen damit die Menschwerdung des göttlichen Sohnes.

Belehrung. Mit Recht fallen wir bei den Wortendieser dritten Antiphon auf die Kniee und beten den Sohn