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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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302
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Zweites Hauptstück. Maria unsere Helserin im Tode.

mich getröstet, d. h. gerettet vor den Angriffen des bösenFeindes, den du durch deinen Stab und deine Ruthe ver-triebst." Sie bewirkt insbesonders, daß wir mit den hei-ligen Sakramenten gestärkt werden, wie wir in der obigenErzählung über das selige Ende des heiligen Johannesvon Gott ersehen haben, und steht uns im Kampfe gegenden bösen Feind bei. Daher sagt der heilige Anton in:Alle Feinde fliehen vom Sterbebette, wann die Himmels-königin erscheint. O, wenn Maria für uns ist, wer ist dawider uns?" Und der heilige Bonaventura fügt bei:Maria sendet ihren sterbenden Dienern den Erzengel Michaelund alle andern Engel zur Vertheidigung zu, damit sie die-selben vor den Versuchungen des Teufels beschützen und dieSeelen Derer in Empfang nehmen, die sich der Mutter Got-tes hier auf Erden auf eine besondere Weise anempfohlenhaben."

Beispiel und Anwendung. Eine rührende Geschichtevon dem treuen Beistände, den die göttliche Mutter ihrentreuen Dienern bei den Versuchungen und Anfechtungen desbösen Feindes auf dem Sterbebette leistet, erzählt uns dieKapuzinerchronik. Bruder Antonius war sehr krank; daließ er seinen Beichtvater rufen und sprach zu ihm:Ichwerde nächsten Samstag sterben." Der Beichtvater fragteihn, woher er das wisse?Mir hat es," antwortete er,meine Frau gesagt, und ich bin daher guter Dinge." Al-lein in derselben Nacht versuchte der böse Feind mit seinenGenossen einen heftigen Angriff auf ihn. Vor Angst undSchrecken wollte er aus dem Bette herausspringen, und we-gen des Geräusches liefen ihm die Brüder zu Hilfe. Siefanden ihn bebend und zitternd daliegen und hörten ausseinem Munde die seltsamen Worte:Es ist nicht wahr,wie du sagst, ich habe dafür gebüßt und Alles wieder seinemHerrn zurückgestellt. Es ist zwar wahr, ich habe ohne Er-laubniß im Kloster einen Apfel genommen und ein anders-mal einen Wein getrunken, ich habe aber dafür Buße ge-than." Aus diesen Worten merkten die Brüder, daß derTeufel gegen ihn Klage führe und geheimes Gericht überihn gehalten werde, zugleich sahen sie mit Schrecken, daßJemand ihn fortziehen wolle. Aber da kam Maria zuHilfe, und verließ in diesem Kampfe ihren Diener nicht; sieerschien ihm mit den heiligen Franziskus und Antoniusan ihrer Seite, sprach ihm Muth zu und verjagte die Feinde.Der sterbende Bruder erzählte dieß Alles, als er wieder zusich kam, lobte nun unaufhörlich M a r i a und munterte auchdie Brüder auf, mit ihm die liebe Frau zu preisen. Ruhigund heiter blieb er nun bis zum Samstag, wo er unterdem Ave Maria-Läuten ganz ergeben im Herrn entschlief.Eines solchen Beistandes von Seite der göttlichen Mutterwirst auch du, mein lieber Leser! einst in der Stunde desTodes dich getrösten können, wenn du im Leben Mariamtreu und innig liebest; denn Maria kann ihren Kindern inder Stunde des Todes unmöglich ungetreu werden, sagt der

heilige Alphons von Liguori, wenn sie ihr treu ge-dient und sie durch häufige Andachten geehrt haben.

von Florenz. (st 1459.)

Dieser Heilige, dessen Andenken wir Heute feiern,und welcher zu Florenz i. I. 1389 geboren wurde, warein besonderer Verehrer Mariens; denn in seinem Le-ben wird erzählt, daß man ihn schon in seiner Kindheitgar oft in der Kirche vor dem Bildnisse der seligstenJungfrau Maria auf den Knieen liegen sah, deren Tag-zeiten er auch als Erzbischof ungeachtet seiner vielenGeschäfte täglich betete. Er war für ihre Ehre so begeistert,daß er einen Ketzer, der sie gelästert und sich nicht be-kehren wollte, auf's Strengste abstrafen ließ. St.Antonin liebte ganz besonders die Armuth; sein Wahl-spruch war:Ein Nachfolger der Apostel darf keine an-dern Neichthümer haben, als die Tugend." Nachdem erdreizehn Jahre lang seinem Bisthume mit Eifer, Wach-samkeit und Sanftmuth vorgestanden hatte, starb er alsein Vater der Armen und Unglücklichen i. I. 1459.In seiner Todesstunde empfand er die mächtige HilfeMariens, die er in seinem Leben so kindlich frommverehrt hatte.

Gebet. O Maria, du Helferin im Sterben, laßauch uns, wie deinem treuen Diener Antonin, in derStunde nnsers Todes deine mächtige Hilfe zu Theilwerden und drücke uns als liebende Mutter unsereAugen zu, damit wir dieselben in der Ewigkeit wiederöffnen und mit Entzücken schauen mögen die Herrlichkeitdes Himmels. Amen.