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Am Feierabende des 5. Mai.
Anttv- Wir sind verpflichtet, den Glaubenssatz derKirche, daß Maria Mntter Gottes sei, freudigzu bekennen und mit Math zu vertheidigen.
Belehrung. Stets und überall sollen wir mit Freu-den bekennen, daß Maria die Mntter des göttlichen Sohnes,also die Mutter Gottes, Gottesgebärerin sei. Mit dem hei-ligen Kirchcnrath von Ephesus sollen wir ausrnfen: „Wirbekennen, daß unser Herr Jesus Christus der eingeborneSohn Gottes ist, vollkommener Gott und vollkommener Mensch,von Ewigkeit her erzeugt aus dem Vater — der Gottheitnach; in der Zeit aber geboren aus Maria der Jungfrau —der Menschheit nach. Es ist eine Einigung zweier Naturengeworden, weßwegen wir Einen Christus, Einen Sohn,Einen Herrn bekennen. Und nach diesem Verständnisse be-kennen wir auch, daß die heilige Jungfrau Gottes-gebärerin sei."
Beispiel und Anwendung. Als ein treuer Bekennerund Vertheidiger der erhabenen Muttergottes-WürdeMariens begegnet uns in der Geschichte der heilige Maxi-minus. Dieser war einst Kanzler des Reiches unter Kai-ser Constanz; da ihm aber die ketzerische Hofluft unerträglichwurde, so zog er sich in eine einsame Klosterzelle zurück.Der Kaiser wollte ihn für seine ketzerischen Ansichten undLehren gewinnen; allein umsonst. Als nun alle Versuche,ihn zu gewinnen, gescheitert waren, warf man ihn in's Ge-sängniß und verbannte ihn nach Thrazien. Der Weg nachdem Orte seiner Verbannung führte durch die Gegend, wogerade jetzt das Heer lagerte. Unter den Soldaten und demganzen Heere verbreitete man nun geflissentlich das Gerücht,der Abt Maximinus habe die Mutter des Herrn gelästert;man hoffte, er werde darauf hin von den wilden Kriegernin Stücke zerrissen werden. Aber die Soldaten, weit bessereChristen als der Kaiser und seine Hofbischöfe, begehrten sei-nen Segen, statt ihm irgend ein Leid anzuthun. Maxi-minus hatte eben im Kreise der aus dem Lager ihm ent-gcgenströmenden Menge auf seinen Knieen gebetet, als eineraus der Schaar das Wort nahm und zu ihm sagte: „MeinVater! man will uns bereden, daß Ihr der jungfräu-lichen Mutter des Erlösers den Namen einerMutter Gottes versaget; wir beschwören Euch, hebetdieses Aergerniß!" Als Maxi minus dieß hörte, warf ersich wiederum auf die Erde, hob die Hände empor und sprachmit lauter Stimme unter Thränen der tiefsten Empfindung:„Wer immer noch nicht bekennt, daß Maria, dieheilige, Hochbegnadigte Jungfrau, die MutterGottes, desSchöpfersHimmels und der Erde ist,der sei verflucht vom Vater, vom Sohne und vomheiligen Geiste, von allen himmlischen Mächtenund allen Heiligen nun und in alle Ewigkeit!"— Thränen füllten die Augen der Umstehenden, und vonallen Seiten rief man ihm zu: „Ehrwürdiger Vater! wel-ches große Unrecht thut man Euch an!" — Dieses Zeug-
niß für den Glauben der Kirche hinsichtlich der heiligenJungfrau fällt in das siebente Jahrhundert. O daß auchwir mit gleichem Muthe, mit gleicher Freudigkeit stets voraller Welt bekennen möchten: „Maria ist Mutter Got-tes; denn sie ist die Mutter unsers göttlichen Erlösers, derda ist Gott von Ewigkeit!"
Legende: Der heilige Papst Pins V. (ch 1572.)
Heute feiert die Kirche das Fest eines Heiligen, derdie seligste Jungfrau Maria ganz besonders als MntterGottes und Gottesgebärerin verehrte und auf sie all seinVertrauen setzte. Er ist es, der in der katholischen Kirchezur Danksagung für jenen Sieg, den die Christen imJahre 1571 bei Lepanto über die Türken durch diebesondere Fürbitte und Hilfe Mariens erfochten, dasNo senkranz fest auf den 1. Sonntag im Oktober an-ordnete und in der lauretanischen Litanei die Worte bei-setzte: „Helferin der Christen." Dieser heilige undfromme Verehrer Mariens ist Papst Pius V. Vonedlen und rechtschaffenen Eltern stammend erblickte er imJahre 1504 den 27. Januar das Tageslicht. Seine er-sten Kinderjahre schützte die reinste Unschuld und frühelebhafte Andacht. Dann ergab er sich mit bestem Er-folge den Wissenschaften, und mit noch größerem Ernsteden Hebungen der Frömmigkeit. Schon im fünfzehntenJahre trat er in den Orden des heiligen Dominikus, woer bald alle Pflichten seines Standes mit solcher Strengeund Genauigkeit erfüllte, daß er schon bejahrten Mön-chen zum Vorbilde diente. Seine Lostrennung von al-lem Irdischen war ganz bewunderungswürdig, und dieevangelische Armuth übte er in ihrer ganzen Vollkom-menheit aus. Im Jahre 1556 wählte ihn der PapstPaul IV. wider seinen Willen zum Bischöfe, und er-nannte ihn ein Jahr darnach zum Cardinal. Alle dieseWürden erhöhten den Glanz seiner Tugenden, ohne die