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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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287
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Am Feierabende des 4. Mai.

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Antw. Weil sie uns überschwenglichen Se-gen gebracht hat, indem sie uns den Erlöser derWelt gebar und so den Fluch von der Erde nahm, denEva über dieselbe gebracht hatte.

Belehrung. Maria hat den Heiland der Welt ge-boren; dadurch wurde die ganze Welt vom ewigen Verderbengerettet, und so hat Maria uns Allen in Christus einenüberschwenglichen Segen gebracht; sie war also nichtnur selbst gesegnet, sondern hat auch uns von diesemihren Segen mitgetheilt. Gar schön schreibt hier-über der heilige Augustin: „Maria ist in Wahr-heit die Gesegnete unter den Weibern; denn siehat uns Segen gebracht. Eva war die Urheberinder Sünde, Maria die Urheberin der Gnaden;

Eva hat uns geschadet dadurch, daß sie uns denTod gebracht hat; Maria hat uns genützt dadurch,daß sie uns wieder das Leben verschafft hat; jenehat uns verwundet, diese hat uns geheilt."

Beispiele und Anwendung. Als Jahelden feindlichen Heerführer Sisara getvdtet hatte, san-gen Debora, die Richterin, und Barack, der An-führer der Israeliten: „Gesegnet unter den Weibernsei Jahel, das Weib Habers; sei gesegnet in ihremZelte!" (Nicht. 5, 24.) -— Nachdem ferner Ju-dith Israel aus der Hand des grausamen Holo-fernes errettet hatte, sprach Ozias, der Fürst des Volkeszu ihr: „Gesegnet bist du vor dem Herrn, dem höch-sten Gott, vor allen Weibern auf Erden! Heute hat erdeinen Namen also erhöht, daß dein Lob nimmer weichetaus dem Munde des Menschen," und es jauchzte ihr dasVolk entgegen: „Du bist der Ruhm Jerusalems, und dieFreude Israels, du die Ehre unsers Volkes! Denn du biststarkmüthig gewesen, weil du die Keuschheit geliebt. Darumhat auch die Hand des Herrn dich gestärkt, und darum wirstdu gesegnet sein in Ewigkeit." Mit unvergleichlich größeremRechte widmen aber wir nach dem Vorgänge des EngelsMaria den Lobspruch: „Du bist gebenedeit unter denWeibern!" Denn sie hat nicht nur dem Feinde des jüdi-schen Reiches, sondern dem Erzfeinde des gesammten Menschen-geschlechtes, dem Satan, der Schlange im Paradies, den Kopfzertreten und uns dadurch Alle vom ewigen Verderben errettet.— Freudig wollen also auch wir mit allen Lehrern undVätern der Kirche Mariam preisen als die Gebenedeite undGesegnete aus dem ganzen weiblichen Geschlechte.

Legende: Kreuzerfindung (i. I. 327).

Die heilige Helena, Mutter des Kaisers Constan-tin des Großen, eine fromme Verehrerin und Nachfol-gerin der gebenedeitenIungfrau Maria, entdecktein Jerusalem das heilige Kreuz, an welchem Christusdas große Werk der Erlösung vollbracht hat, und ließeine Kirche an dem Orte bauen, wo dieser kostbare

Schatz gefunden worden war, im Jahre 327. Das An-denken an dieses wichtige und erfreuliche Ereigniß wirdnun am heutigen Tage festlich in der Kirche begangen.

Gebet. O Gott! der du in der herrlichen Auf-findung des heilbringenden Kreuzes, deines Leidens Wun-der erneuet hast, gib uns, daß wir durch den Preis des

Lebensbaumes das Unterpfand des ewigen Lebens er-langen, der du lebst und regirest in Ewigkeit. Amen.

Hundertvierundzwanzigstes Lesestück.

Am Feierabende des 4. Mai.

„Und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus."

Jesus, der Hochgebenedeite im Himmel und auf Erden, die FruchtMariens.

Fr. Warum steht im englischen Gruße der Zusatz:„Und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes,Jesus"?

Antw. Um anzudeuten, daß die Verehrung Mariensvon der Verehrung Christi unzertrennlich ist, und daßwir den Baum um der Frucht willen, d. h. die Mut-ter um des Sohnes willen lobpreisen.

Belehrung. Der Ausdruck „die Frucht deinesLeibes" ist außerordentlich bezeichnend und reich an Ge-heimnissen. Die Frucht erst gibt dem Baume seinen Werth.„Das ist ein guter Baum," pflegt man zu sagen; „denn erbringt delikate Früchte." So verhält es sich auch mit Je-sus und Maria. Maria wäre nie die Gebenedeite gewor«