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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Zweites Hauptstück. Maria — die Gesegnete und die Segenspenderin.

bannte. Im nächsten Jahre wieder znrückberufen, wurdeAthanasius von der Obrigkeit und dem Volke, von denBürgern und den Laudleuten mit Jubel und Freudeempfangen. Und diese Freude war keine eitle Freude,sie zeigte sich fruchtbar in Thaten. Reichliche Almosenwurden gegeben, erquickt wurden die Wittwen und Wai-sen. In nicht geringer Zahl widmeten sich Jünglingeund Jungfrauen zu desto vollkommnerem Dienste Got-tes dem ehelosen Leben. Ein Geist der Gottseligkeit undder Liebe athmete ans den von der Gnade Gottes heim-gesuchten Gemeinden. Allein im Jahre 355 wurde er,der stets der Gegenstand des kaiserlichen Zornes und desGrolles der Arianer war, von den bewaffneten Solda-ten gezwungen, Alexandrien zu verlassen. Während sei-nes Aufenthaltes in der Wüste verfaßte er viele Schrif-ten, welche alle voll des Geistes, der Kraft und desLichtes sind. Im Jahre 362 kehrte er abermals zu sei-ner Kirche zurück, und starb am 2. Mai 373, nachdemer länger als ein halbes Jahrhundert die stärkste Säuleim Tempel Gottes gewesen.

Gebet. O Gott, verleihe uns Kraft und Stärke,auf daß wir schon hienieden in steter Vereinigung mitdir leben, wie Maria, die seligste Jungfrau, und wieder heilige Bischof Athanasius, damit wir dereinstans ewig mit dir vereinigt werden im Himmel. Amen.

HmldertdreiundMnzigstes Lesestiick.

Am Feierabende des 3. Mai.

„Du List gebenedeit unter den Weibern."

Maria — die Gesegnete und die Segeuspenderiu.

Fr. Warum grüßen wir Maria mit den Worten:„Du bist gebenedeit unter den Weibern"?

Alltw. Weil sie 1) die Gesegnetste ans ihrem Ge-schlechte ist, und 2) weil sie uns überschwenglichen Segengebracht hat.

Fr. Inwiefern ist Maria die Gesegnetste ausihrem Geschlechte?

Antw. Maria ist die Gesegnetste aus ihrem Ge-schlechts, weil sie aus allen Weibern zur Gottesmutterauserkoren wurde, und weil sie allein Mutter und Jung-frau zugleich ist. (Sieh daö obige Bild!)

Belehrung. Das Wort „gebenedeit" heißt sovielals „gesegnet." Mit Recht können und müssen wir Ma-rian: die „Gesegnete," ja die „Glückseligste" aus demweiblichen Geschlechts nennen: 1) weil sie aus allenWeibern zur Gottesmutter auserkoren wurde,und 2) weil sie allein Mutter und Jungfrau

zugleich ist. Daherruft der heil. PetrusChrysologus aus!

„Die heilige Jungfrauist in Wahrheit ge-benedeit; denn sie ver-diente durch die Wirk-ung des heiligen Gei-stes zu empfangen unddie Krone der Neinig-keit immer zu erhal-ten. Sie ist gebenedeit,weil sie die Ehre hatte,ein Kind, das Gottwar, zu empfangenund die Königin derJungfrauen zu bleiben.

Sie ist gebenedeit; dennsie ist größer, als derHimmel, starker als die Erde, fähiger, als alles Erschaffene,weil sie Jenen empfing, der das Weltgebäude erhält und ihrSchöpfer ist, und weil sie Jenen ernährte, von dem allelebenden Geschöpfe ernährt werden."

Beispiel und Anwendung. Der ehrwürdige Predi-ger Augustin von Leonissa war ein begeisterter Lob-redner Mariens; zu ihrem Lob und Preis hielt er viele Pre-digten, und als er einst die Worte des englischen Grußes:„Du bist gebenedeit unter den Weibern!" erklärte,sing er an, voll heiliger Begeisterung also zu reden: „Ma-ria ist in Wahrheit gebenedeit und gesegnet vor allen Wei-bern; denn sie ist frei geblieben vom Fluche, der alle übri-gen aus dem weiblichen Geschlechts getroffen hat, und hatdafür Gnaden empfangen, wie keine andere ihres Geschlechtes.Maria blieb Jungfrau, und war doch fruchtbar dabei, da sieMutter Gottes geworden ist; sie hat ohne irgend eine Ma-kel der Sünde empfangen, ohne Mühe und irgend eine Be-schwerde ihr göttliches Kind im Mutterleibe getragen undohne Schmerzen geboren." Hierauf ruft er mit dem heiligenBernhard aus: „Du bist gebenedeit, o Jungfrau! unterallen Weibern, die du dem allgemeinen Fluche des weiblichenGeschlechtes entgangen bist! Du bist gesegnet unter den Wei-bern; denn du wirst nicht unfruchtbar bleiben; du wirst em-pfangen, aber ohne Sünde; du wirst in deinem Leibe eineFrucht tragen, aber ohne Beschwerden; du wirst gebären,aber ohne Traurigkeit." O Sprache der Begeisterung!Müssen nicht auch wir einstimmen und mit heiliger Freudedie seligste Jungfrau Maria begrüßen als „die Gebene-deite unter den Weibern"?

Fr. Warum ist Maria noch ferner „die Geseg-netste ihres Geschlechtes"?