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Am Feierabende des 1. Mai.
so boshaft mit den Gnaden deshimmlischen Vaters scherze!" —So sprach der gottbegeisterte Leh-rer, und der tiefgerührte Sünderathmete freier; er eilte hin zuMaria und betete und flehte,wie ihm der heil. Bernhardgerathen hatte; er weinte überseine Sünden, that ernstliche undstrenge Buße und starb selig,noch im Tode bekennend, daßMaria voll der Gnadensei und eine Mutter der Barm-herzigkeit für jeglichen Sünder.—Mein sündiges Herz! verzagealso nicht, wenn deine Sündengroß und zahlreich sind! Eile zuMaria, der Gnadenmutter, undrufe sie an; sie wird dir dieverlorne Gnade wieder verschaf-fen; denn sie ist eine Spenderinder Gnaden.
r/MKA
Legende: Die heiligen Apostel Philippus(f 80) und Jakobns (st 62).
Heute begeht die Kirche das Fest der beiden ApostelPhilippus und Jakobus des Jüngern. Philip-pus, ein Fischer aus Bethsaida, wurde wegen seinesedlen Herzens vom göttlichen Heiland znm Jünger er-wählt. Das einzige Wort: „Folge mir nach!" und derliebenswürdige Blick des göttlichen Heilandes war schongenug, den Philippus unzertrennlich an ihn zu fesseln.Er erklärte sich auf der Stelle znm Nachfolger und Jün-ger Jesu. Sein Herz war durch das eifrige Forschenin dem Gesetze und den Propheten, und durch die reineGottesfurcht zur gläubigen Aufnahme des Messias schonvorbereitet. Philippus hatte kaum den Messias erkannt,als er schon eifrig bemüht war, das Glück, welches ihmzu Theil geworden, auch Andern mitzutheilen. Er hatteeinen -Freund, der Nathanael hieß. Auch dieser warvoll Gottesfurcht und Rechtschaffenheit. Gewiß hattensich beide schon öfters über den zu erwartenden Messiasunterredet, und Philippus wußte, wie sehr eine Nachrichtvon demselben ihn erfreuen würde. Daher eilte er jetztzu ihm und rief ihm mit der größten Freude entgegen:„Wir haben ihn gefunden, von dem Moses und die Pro-pheten geschrieben haben. Es ist JesuS, der Sohn Jo-sephs von Nazareth." Als Jesus die zwölf Apostel ausseinen Jüngern auswählte, wurde auch Philippus in dieZahl derselben gesetzt. Was wir von ihm in dem Evan-gelium lesen, zeigt uns, daß er dieser ehrenvollen Aus-wahl werth war; denn er offenbarte nebst vieler Wiss-begierde und Freimüthigkeit eine große Anhänglichkeit anseinen Herrn und Meister und einen warmen Eifer fürdas Amt, zu dem er berufen war. In Phrhgien, woer das Evangelium des Gekreuzigten verkündete, fand er-
den Martertod, durch den seinen Arbeiten und Leidendie Krone aufgesetzt wurde. In Hieropolis wurde er anein Kreuz geheftet und mit Steinen an demselben todtgeworfen. Dieß geschah im Jahre 80.
Jakobns der Jüngere war ein Sohn des Al-phäus und ein Bruder des Judas Thaddäus und desSimon, der ihm in dem bischöflichen Amte zu Jer-usa»lem uachfolgte. Er ward nach der Himmelfahrt desHerrn bestimmt, die Kirche in Jerusalem zu regiren.Jakobus betrug sich in seinem bischöflichen Amte so weiseund gerecht, daß er von allen Aposteln geehrt, von al-len Gläubigen geliebt und selbst von dem bessern Theileder Juden hochgeschätzt wurde. Wie aber durch seinenEifer die Zahl der Bekehrten sich vergrößerte, so ver-mehrte sich auch der Haß, den die Hohenpriester undSchriftgelehrten auf ihn warfen; allein kein Haß undkeine Verfolgung war im Stande, den mnthigen Apostelin seinem Eifer aufznhalten. Jeder Widerstand, den ererfahren mußte, vermehrte seinen Eifer, jedes Leiden,das er um Christi willen duldete, erhöhte seine uner-schütterliche Geduld. Er verbarg sich nicht vor der Wuthseiner Feinde, sondern zeichnete sich durch ein goldenesBlech, das er au der Stirne trug, öffentlich als Dienerdes Gekreuzigten aus. Der hohe Rath forderte vonihm, daß er auf die Zinne des Tempels steigen und vor-dem Volke öffentlich bezeugen solle, Jesus der Gekreu-zigte sei nicht der Messias. Der treue Jünger des Herrnstieg zwar auf die Zinnen des Tempels, bezeugte abervor allem Volke mit freudiger Unerschrockenheit, daß Je-sus der Gekreuzigte, der wahre Messias und Sohn Got-tes, von den Todten auferstanden sei. Hierüber wur-den die neben ihm stehenden Priester in solche Wuthversetzt, daß sie ihn von der Zinne hinnnterstiirzten.Der Heilige, der auf seinen Knieen noch für seine Mör-