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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Zweites Hauptstück. Die Kraft des heiligen Namens Maria.

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war so fürchterlich, daß der Chan der Tartaren angstvoll dieFlucht ergriff, und den Großvezier, der vor Zorn schäumte,mit sich fortriß; und in wenigen Stunden war das ganzeHeer zerstreut. Die Niederlage war so groß, daß das ganzeSchlachtfeld mit Todten bedeckt war. Was sich durch dieFlucht retten wollte, fand seinen Tod in der Fluchen derDonau. Die vorräthigen Lebensmittel, die Artillerie, dieFahnen, Alles wurde eine Beute des Siegers. Sobieskyzog triumphircnd in Wien ein, und ging vor Allem in dieKirche, durch ein feierliches Iv Ileum, das er selbst an-stimmte, dem Herrn zu danken. Seit dieser merkwürdigenSchlacht trug er bei allen seinen Unternehmungen ein Bild-lich der allerseligsteu Jungfrau Maria bei sich. — Um fürdiese Wohlthat zugleich ein ewiges Denkmal der Dankbarkeitzu stiften, befahl Papst Jnnocenz XI., daß in der gan-zen Welt am ersten Sonntage nach Maria Geburt das Festdes glorreichen Namens Maria feierlich begangen wer-den solle.

Fr. Was folgt hieraus für uns?

Antw. Dieses, daß wir den so mächtigen und hei-ligen Namen Mariens recht oft und mit AndachtauSsprechcn sollen.

Belehrung. Hiezu fordert uns schon der heil. Alb er-tns Magnus mit den Worten auf: „Bist du von Fin-sternissen umgeben, und findest du den Weg nicht, so hebedeine Augen zu Jener empor, die dich erleuchten kann; rufe

die Gottesmutter an, und sprich den heiligen Namen „Ma-ria" aus! — Wirst du von fleischlichen Anfechtungen gequältund in Gefahr gesetzt, überwunden zu werden und in eineunerlaubte Lust zu willigen, so sprich den geheiligten Namen„Maria" aus, und du wirst erfahren, daß sie nicht umsonstMaria heiße!" — Und der ehrwürdige Canisius schreibt:„Wenn je irgend einem Geschöpfe ein vortrefflicher und lie-benswürdiger Name ist beigelegt worden, der oft gedruckt,geschrieben, gelesen, gelobt und verherrlichet zu werden ver-dient, so ist es gewiß der heilige Name Maria. O daß wirihn oft vor Augen hätten! daß er oft von unserm Munde,oft zu unfern Ohren ertönen möchte! O daß er allezeit mittiefster Ehrerbietung ausgesprochen würde!"

Beispiele und Anwendung. Wir sollen es in die-ser Beziehung machen, wie der große Papst Jnnocenz III.Dieser setzte ein außerordentliches Vertrauen auf den heili-gen Namen Maria; in allen Nöthen und Gefahren riefer denselben mit Andacht und kindlicher Zuversicht an.„Maria heißt der Stern, und dieser Stern leuchtet mirzum Himmel," sagte er oft. „Durch diese Zwei, durch dasHolz und durch den Stern, können die Schiffe unter sovielen Gefahren an das Gestade kommen, nämlich durch denGlauben des Kreuzes und durch die Kraft des Lichtes, wel-ches uns geboren hat Maria, der Stern des Meeres." —Ganz besonders aber sollen wir den heiligen NamenMaria aussprcchen auf dem Sterbebett; denn da zeigt eram Meisten seine wunderbare Kraft. Wir sehen dieß ausder Lebensgeschichte des heiligen Camillus Lellis. Schonim Leben ermahnte dieser Heilige oft seine Ordensbrüder, siesollten häufig die Sterbenden daran erinnern, die heiligenNamen Jesus und Maria anzurufen. Und als er selbstauf's Sterbebett kam, befolgte auch er treulich, was er imLeben so oft den Sterbenden anempfohlen hatte; er sprachnämlich unzählig oft die heiligen Namen Jesus und Ma-ria aus, und zwar mit so zarter Andacht, daß Alle, dieihn hörten, dadurch von Liebe entflammt wurden. Und wiesanft und selig war sein Tod! Mit gekreuzten Armen gaber seinen Geist auf, die Augen geheftet auf zwei Bildervon Jesus und Maria; auf seinem Antlitze aber leuch-tete himmlischer Friede. Seine letzten Worte waren die sü-ßen Namen: Jesus und Maria! — Bitten wir, mein lieberLeser! Gott der Herr wolle uns die große Gnade gewähren,daß unter den letzten Worten, die über unsre Lippen gehen,der heilige Name Maria sei! „O süßer Tod, o sichererTod," ruft der heilige Alphons Liguori aus, „den einsolcher Name des Heiles begleitet und beschützt! Gott ertheiltnur Jenen, die er selig machen will, die Gnade, diesen Na-men in ihrer Todesstunde aussprechen zu können." Wahr-haft selig also Derjenige, der den Namen Maria recht oftund recht andächtig im Leben und Sterben ausspricht, wiejener Heilige, dessen Anvenken wir heute begehen.