Am Feierabende des 9. April.
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himmlischen Gnaden und Segnungen überschüttet, wie wir ausdem nachfolgenden Beispiele ersehen.
Beispiel und Anwendung. Die Dämmerung hattebereits Berg und Thal umschleiert, und das Ave-Maria-Glöcklein im Thürmchen der Klausnerhütte sein friedliches„Gute Nacht!" in das Dunkel allen Mühseligen und Bela-denen umher hinausgerufen. Auch der Einsiedler hatte seinGebet verrichtet, und wollte sich im Aufblicke zu Jesus undMaria eben auf sein Mrohbündlein zur Ruhe niederlegen.Da wurde es mit Einemmal und in wunderbarer Weise garlicht und glänzend in seiner Zelle. Maria, die heiligeMutter Gottes, erleuchtete mit der Glorie ihrer Himmels-herrlichkeit die Mitternacht. Sie hatte einen Mantel an, derüberall, wie mit goldnen Sternen, mit den golden geschrie-benen Worten „Ave Maria!" besät war. — Deß staunteder Gottesmann gar sehr. — Und Maria öffnete denMund und sprach: „Sieh'! diesem Mantel gabst du das an-muthige Geschmeide! Dein heiliger Schutzengel setzte hier mitgoldenen Buchstaben einen jeglichen der Av e-Maria-Grüsseein, mit welchen deine kindliche Andacht mich verehrt hat!Bald ist der Schmuck dieses meines Kleides vollendet, unddann sei des ewigen Lohnes gewärtig!" — Maria ver-schwand ; der Klausner sank in die Kniee, hob die Arme jauch-zend empor und rief:
„Maria Keines je vergißt,
Der sie mit frommen Ave grüßt!" —
Fr. Woraus besteht das Gebet beim Zeichen mitder Betglocke?
Antw. Aus folgenden drei Absätzen, die ans derheiligen Schrift genommen sind und also lauten: 1) „DerEngel des Herrn (daher auch die Benennung) brachteMaria die Botschaft, und sie empfing von dem heiligenGeiste;" 2) „Maria sprach: Sieh, ich bin eine Dienerindes Herrn; mir geschehe nach deinem Worte!" 3) „Unddas Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns ge-wöhnet. (Selig ist der Leib, der dich getragen hat, unddie Brüste, die du gesogen hast)." — Am Abende wird als-dann auch noch das Gebet für die Verstorbenen beigefügt.
Legende: Der heilige Dionysius, Bischofvon Corinth. (st im 2. Jahrh.)
Am heutigen Tage feiert die Kirche das Andenkenan den heiligen Dionysius. Dieser war Bischof vonCorinth zur Zeit des Kaisers Marc-Aurel und ge-hörte zu jenen Hirten und Kirchenvorstehcrn, die sich imzweiten Jahrhundert durch ihre Tugend und Beredsam-keit am Meisten anszeichneten. Sein Eifer beschränktesich nicht nur auf den Unterricht der ihm anvertrautenSchäflein, sondern er schrieb auch an verschiedene KirchenBriefe voll apostolischer Würde und Kraft, von denenjedoch nur einige Bruchstücke zu uns gelangt sind. DieGriechen verehren diesen Heiligen als Märtyrer, weil er
Mehler, Hausbuch.
so Vieles leiden mußte für den Glauben; er scheint aberim Frieden gestorben zu sein; daher verehren wir ihnam 8. April als Bekenner. So strenge der heilige Dio-nys ins gegen sich selbst war, so milde war er gegenAndere, besonders gegen die Gefallenen. Durch Liebesuchte er sie wieder für Gott zu gewinnen, und durchGebet suchte er Gottes Erbarmnng ans sie herabzuflehen.Ueberhaupt war ihm das Gebet die süßeste Uebnng, dieangenehmste Beschäftigung; und oft pries er mit danker-fülltem Herzen das ewig anbetungswürdige Ge-hei mniß der Menschwerdung des göttlichenSohnes.
Gebet. Herr, himmlischer Vater! auch wir wollen,wie dein frommer und heiliger Diener Dionysius,stets mit dankbarem Herzen das ewig anbetungswürdigeGeheimniß der Menschwerdung deines Sohnes preisen,besonders aber wenn des Tages dreimal mit der Glockedas Zeichen zum Gebete gegeben wird. Schenke unshiezu, wir bitten dich demüthig, deine göttliche Gnade,und lasse uns die beseligenden Wirkungen der Mensch-werdung deines göttlichen Sohnes zu Theil werden, durcheben denselben Christum unfern Herrn. Amen.
Nemmndneunzigstes Lesestück.
Am Feierabende des 9. April.
Das Abendgebet.
Fr. Wann sollen wir endlich noch ganz besonders beten?
Antw. Am Abende, ehe wir uns schlafen legen.
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