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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
Entstehung
Seite
232
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S32

Zweites Hauptstück. DaS Ge

Diener Gottes empfing von Gott ausgezeichnete Gnaden,ward aber auch durch lange Versuchungen geprüft. Manbemerkte stets eine zärtliche Andacht zur göttlichen Mut-ter an ihm, und die Erinnerung an das Geheimniß derMenschwerdung flößte ihm die feuerigste Liebe zu Jesusein. Unbeschreiblich groß war sein Verlangen nach Er-niedrigungen und Verachtungen, und in seinem Beneh-men war er so einfach, daß ihn die Weltkinder für blöd-sinnig hielten. Der gottselige Hermann starb unweitSteinfeld am 7. April 1236. Wegen seiner Keuschheitbekam er den Beinamen Joseph. Er wird in verschie-denen Gegenden der Niederlande unter die Zahl der Hei-ligen seines Ordens gezählt.

Gebet. Nie wollen wir deine Güte vergessen, oHerr! mit der du uns speisest und tränkest; mit deinemtreuen Diener Hermann Joseph wollen wir vielmehrdeine Liebe preisen und jedesmal dankbar Herz und Händezum Himmel erheben, so oft wir deine Gaben genießen.Durch Christum unfern Herrn. Amen.

Achtmldnemizigstes Lesestück.

Am Feierabende des 8. April.

Das Gebet beim Zeichen der Betglocke.

Fr. Warum sollen wir beten, wenn Morgens, Mit-tags und Abends mit der Betglocke das Zeichen zumGebete gegeben wird?

Antw. Wir sollen da beten, 1)um dadurch das An-denken an das ewig anbetungswürdige Geheimniß derMenschwerdung Christi zu feiern und Gott dafür zu dan-ken ; 2) um die allerseligste Jungfrau zu verehren unduns ihrem Schutze zu empfehlen.

Belehrung. Es besteht eine gar schöne, zum Herzensprechende Sitte in der katholischen Kirche. Dreimal läßt sieuns nämlich des Tages durch das Zeichen der Betglocke er-mahnen, jener unaussprechlich großen Wohlthatder Menschwerdung des göttlichen Sohnes mitdankerfülltem Herzen zu gedenken, dabei aber auch jenererhabenen Jungfrau nicht zu vergessen, die uns dasHeil der Welt gebracht hat. Die Worte dieses Gebetes sindschon so alt, als die heilige Schrift selbst; denn sie sind ausderselben entnommen. Die Anordnung selbst aber, daßman alle Tage des Morgens, Mittags und Abends die Glo-cken läuten und hiebei jedes Mal den englischen Gruß sprechensoll, hat Papst Urba n II. auf dem Concil zu Clermont 1095getroffen. Er wollte durch diesen schönen Brauch den Schutz

beim Zeichen der Betglocke.

Mariä auf die Kreuzfahrer Herabrufen. Nun gingen zwardiese heiligen Kriege vorüber, an ihre Stelle traten aber mancheandere Bedrängnisse und Anliegen der Christenheit, und strenggenommen, ist ja das ganze Leben der Kirche und eines jedeneinzelnen Christen ein beständiger Kreuzzug. Dcßhalb behiel-ten spätere Päpste die Uebung bei und verliehen ihr große Abläße.

Fr. Sollen wir dieses Gebet jederzeit recht andäch-tig und fleißig verrichten?

Antw. Freilich; es erinnert uns ja an das größteGeheimniß unsrer Erlösung und zieht das Wohlgefallenund den mächtigen Schutz Mariens auf uns herab. (Siehdas obige Bild!)

Belehrung. Es ist wahrlich unverzeihlich, wenn je einChrist sich dieses Gebetes schämt. Der Türke wendet sichdrei Mal des Tages gegen Mekka, um seinem Propheten fürdas Geschenk des Glaubens zu danken;- welch eine Schmachist es dann nicht, wenn ein Katholik sich schämt, beim Gebet-läuten sein Haupt zu entblößen, das größte Geheimniß seinesGlaubens dankbar zu preisen und sich dem mächtigen SchutzeMariens zu empfehlen!! Schon deßhalb sollten wir diesesfromme Gebet niemals versäumen, weil mit demselben garviele Ablässe der Kirche verbunden sind, und die seligste Jung-frau Maria nicht selten Diejenigen, welche dieses Gebet eifrigund andächtig verrichten, durch ihre mächtige Fürbitte mit vielen