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Am Feierabende des 7. April.
sich einst auf einer Hochzeit in der Gesellschaft von vielenlustigen jungen Leuten; ehe er sich aber zu Tische niedersetzte,verrichtete er still sein Gebet. Da sagte einer der Gästespottend zu ihm: „ Nicht wahr, bei Euch zu Hause betet wohlAlles?" — „Alles? das wüßte ich nicht!" — „Wie, nichtAlles?" — „Nein, ich habe unten im Stalle zwei Schweine,die beten nie, wenn sie fressen wollen." Da verstummte derjunge Mann und redete kein Wort mehr mit dem alten Christen.„Wer ohn' Gebet zu Tische geht,
Und ohn' Gebet vom Tisch aufsteht,
Der ist dem Rind und Schweinen gleich,
Und hat kein' Theil am Himmelreich."
Fr. Worin soll das Tischgebet bestehen?
Antw. 1) Vor dem Essen sollen wir Gott bitten,daß er uns seine Gaben segnen wolle; 2) nach dem Essensollen wir ihm für die gespendeten Gaben und Wohl-thaten herzlich danken.
Belehrung. „Man darf nicht eher Speise zu sich neh-men," sagt wiederum der heilige Hieronymus, „als bisman gebetet hat, und hat man sie genossen, so muß manvom Herzen dafür danken." Du magst also zu Hause oderaußer demselben speisen, so bezeichne dich vor und nach demEssen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes underhebe deine Hände bittend und dankend zum Herrn em-
und auch die beiden gebetsscheuen Söhne blieben fernerhinnicht mehr vom Tischgebete weg. Das sollen auch wir unsmerken, mein Christ! Denn wer nicht betet, wird auch nichtempfangen.
Fr. Sollen wir uns durch Menschenfnrcht oderdurch Menschenrücksicht vom Tischgebete abhalten lassen?
Antw. Nein; wir sollen uns durch Nichts vomTischgebete abhalten lassen, weder durch Lauheit, nochdurch Spott, weder durch Furcht vor den Menschennoch auch durch Rücksicht auf Andere. (Sieh das obige Bild!)
Belehrung. Es ist eine traurige Erscheinung unter denChristen, daß so Viele das Tischgebet unterlassen, ja sogarsich desselben schämen; es darf uns daher auch nicht wundern,wenn aus so vielen Häusern der Segen Gottes verschwindet, undNoch und Elend dafür einkehrt. „JenemHause wird Nichtsabgehen," sagt der heilige Chrysostomus, „wo man mitGott anfängt und endet, Noch und Elend aber wird daeinkehren, wo man auf Gott vergißt."
Beispiel und Anwendung. Versäume daher nie dasTischgebet, mein Christ! Laß dich in Erfüllung dieser heiligenPflicht'nicht irre machen weder durch das schlechte Beispiel noch auchdurch das Gespötte so vieler lauer und glaubensloser Christen.Tritt ihnen mit demselben Ernste und mit derselben Entschie-denheit entgegen, wie jener alte Töpfermeister. Dieser befand
por; du bekennest dadurch deinen Glauben und ehrest Gott,von dem alles Gute kommt. Niemals wird es dir am SegenGottes fehlen.
Legende: Der gottseligeHer mann Joseph ausdem Prämonstratenser-Orden. (ft 1236.)
Der gottseligeH ermann, vonarmen Eltern zuKöln geboren,tratschon in seinemzwölften Jahre indas Kloster vonSteinfeld, wel-ches von regulir-ten Chorherrendes Prämonstra-tenser-Ordens be-wohnt war. Fa-sten, Abtödtung,
Demuth u. Gebetwaren die Mittel,durch welche ersich zu der höchstenBeschauung em-porschwang. Ergenoß nie ei-nen Bissen, ohne zuvor Herz nndHände dank-bar zum Himmel zu erheben. >— Dieser fromme