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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende des 5. April.

allen wichtigen Unternehmungen, in Versuchungen, An-liegen, geheimen und öffentlichen Drangsalen; 2) am Mor-gen und Abend, vor und nach dem Essen, beim Zeichender Betglocke u. s. f.

Belehrung. Zn allen wichtigen Unternehmungen, beiVersuchungen, in Leiden und Drangsalen, bei Verfolgungen,kurz in allen Anliegen sollen wir unsere Zuflucht zum Ge-bete nehmen.Wirst du von heftigen Leidenschaften ange-fochten," also schreibt der hl. Ch rh s osto m us, oder von lang-wieriger Krankheit gemartert; wirst du von bitterer Armuth ge-drückt, von rachgierigen Feinden verfolgt, oder von andern Uebelnan Leib und Seele bedroht, so nimm deine Zuflucht zum Gebete,und es wird dich schützen und stärken. Willst du deine Pflich-ten erfüllen, und in der Tugend und Frömmigkeit Fortschrittemachen, so nimm deine Zuflucht zum Gebete, und du wirstdie nöthigm Gnaden erlangen. Ohne Gebet aber wirst duebensowenig bestehen können, als der Fisch ohne Wasser zuleben vermag."

Beispiel und Anwendung. Wahrlich, ohne Gebetwerden wir wenig oder gar Nichts ausrichten. Zu demPater Alvarez, der einst in einem sehr armen CollegiumRektor gewesen, kam öfters der Schaffner des Hauses vollängstlicher Sorge, weil er nicht wußte, womit er das Hausbestellen solle.Wie bist du doch so ängstlich?" sagtedeshalb einmal Alvarez zu ihm;hast du denn deine An-gelegenheiten schon dem Herrn unserm Gott mitgetheilt?"Auf die Antwort:Ich hatte noch keine Zeit zum Gebete!"entließ er ihn mit dem Bescheide:Das Gebet muß dasErste sein! Geh' in dein Kämmerlein und bete, und dannkehre hieher zurück! Denkst du denn, daß diese Heerde keinenHerrn habe? Aber sie hat ja einen solchen, dem sie nichtso werthlos erscheint, daß er sie zu Grunde gehen ließe!Geh' in Frieden und bedenke, daß des Hauses Gedeihennicht von deiner Wirthschaftung allein abhängt!" Dasist eine gar treffende Lehre für uns Alle, mein Christ! Nichtssollen wir ohne Gott, ohne Gebet anfangen; denn wenn derHerr uns nicht seinen Segen gibt, wenn er uns nicht hilft;wo ist da je an ein Gedeihen, an eine Hilfe zu denken?Daher nimm stets im Gebete deine Zuflucht zu Gott; betein allen Nöthen und Anliegen, bete am Morgen und Abend,vor und nach dem Essen rc. (Hievon ausführlicher in dennachfolgenden Lesestücken.)

Legende: Der heilige Vincentius FerreriBekenner, (ch 1419.)

Das Leben dieses Heiligen, dessen Fest auf den heu-tigen Tag fällt, war ein beständiges Gebet; dadurch,daß er all sein Thun und Lassen auf Gott bezog, beteteer in Wahrheit ohne Unterlaß. St. Vincenz Fer-reri wurde i. I. 1357 zu Valentia in Spanien von

adeligen und gott-seligen Eltern ge-boren. Schon imlOten Lebensjahreerbaute Vincen-tius seine Elternu. Bekannte durchseine innige Liebezu Jesus n. der hl.

Jungfrau, durchsein Fasten undseine Liebeswerkegegen die Armen.

Im 18ten Lebens-jahre trat derselbe,dem Drange sei-nes Herzens fol-gend, in den Do-minikaner- oderPrediger-Orden,und wirkte eineZeit lang theilö als Lehrer, theils als Prediger in ver-schiedenen Klöstern seines Ordens in Spanien. Nach-dem er kurze Zeit am Hofe Benedikt's XIII. als Beicht-vater zugebracht hatte, wurde er auf sein inständigesBitten zum apostolischen Missionär mit außerordentlichenVollmachten ernannt. Jetzt war Vincenz in seinemeigentlichen Berufe. Mit wahrer Begeisterung zog derarme Mönch mit einer einfachen, für alle Fälle nothwen-digen Kleidung als apostolischer Missionär durch Frankreich,Italien, England, und an den Rhein, überall im Geistedes heiligen Johannes des Täufers Buße predigend zurVergebung der Sünden, hinweisend ans das letzte Gericht.Die Gabe der Wunder und Sprachen war ihm verlie-hen, der Engel des Friedens begleitete ihn, Fürsten undVornehme verherrlichten seinen Einzug aller Orts. Die-ser gewaltige Heilige, ein Rüstzeug in der Hand desHerrn, der außerordentlichste und ausgezeichnetste Pre-diger, der Apostel seiner Zeit, wirkte unbeschreiblich Vie-les für Gottes Ehre und das Heil seiner Kirche. SeinLeben war der Beweis seiner Lehre. Er starb im Jahre1419 und wurde i. 1.1455 von Calixt III. heilig gesprochen.

Gebet. O großer Diener des Herrn, St. Vin-cent ins Fer rer ins! erbitte auch uns die Gnade, daßwir die Kunst, ohne Unterlaß zu beten, erlernen mögen,indem wir hienieden all unser Thun und Lassen, allunsere Leiden und Freuden Gott dem Herrn aufopfern,um dafür einst den ewigen Lohn im Himmel zu erlan-gen. Amen.

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