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Am Feierabende des 3. April.
wieder auf's Neue an; und dieser seiner Beharrlichkeit wegenward er endlich erhört. >— So machte es auch das chana-näische Weib. (Sieh das vorhergehende Bild!) Obschonihr der göttliche Heiland eine scheinbar harte und abweisendeAntwort gab, so hörte sie doch nicht auf, für die Befreiungihrer Tochter, die vom Teufel besessen war, zu bitten, bis sieErhörung fand. (Matth. 15, 22. ff.) — Als ein ganz be-sonderes, wahrhaft bewunderungswürdiges Beispiel der Be-harrlichkeit im Gebete zeigt uns endlich der heilige Chryso-stomus jenen Gichtbrüchigen im Evangelium, der acht-unddreißig Jahre am Rande des Schwemmteiches, zitterndwie ein Schilfrohr am Ufer eines Flusses lag. Dann rufter ergriffen vom heiligen Eifer aus: „Schämen wir uns,meine Christen! schämen wir uns! Der Gichtbrüchige war-tete achtunddreißig Jahre, um die Gesundheit zu erlan-gen; und obwohl sein Wunsch nicht wegen seiner Nachlässig-keit unerfüllt blieb, sondern wegen der Eilfertigkeit Anderer,die ihm zuvorzukommen suchten; so verlor er doch den Muthnicht; nie wurde er müde zu warten, nie verzweifelte er ander Erlangung jener Gnade. Und wir, wenn wir höchstenszehn Tage zu Gott gefleht haben, und nicht erhört wordensind, werden sogleich lau, entmuthigen uns und hören auf zubeten!" O Christ! werde nicht so schnell muthlos in deinemGebete! Harre ans und sei überzeugt, cs kommt die Stundeder Erhörung sicherlich noch, wenn du je um Etwas bittest,das dir zum Heile nützlich und nothwendig ist.
Legende: Der heilige Franz von Paula,Stifter der mindern Brüder, (ch 1508.)
Wieviel erlangte nicht dieser Heilige, dessen Fest aufden heutigen Tag fällt, durch sein vertrauensvol-les, gottergebenes und beharrliches Gebet!Wir ersehen dieß aus seiner Lebensgeschichte. Er wargeboren zu Paula, einem Städtlein in Unteritalien, im
Jahre 1416, und war der Sohn armer, aber sehr gottes«fürchtiger Eheleute. Schon in seinem dreizehnten Jahrewurde er in ein Franziskanerkloster gebracht. Späterging er nach Rom und Assisi, wo er im Bnßgeiste nochmehr zunahm, und zuletzt wählte er sich zu seinem Lebens-aufenthalte eine kleine Felsenhöhle bei Paula, wo derRuf seiner Tugenden so viele Jünger ihm zuführte, daßer sich schon im Jahre 1458 veranlaßt sah, mit Geneh-migung des Erzbischofs ein Kloster und eine Kirche zubauen. Die Regel, welche Franziskus seinen Brüdernvorschrieb, war auf Büßfertigkeit, Nächstenliebe und De-muth gegründet und wurde im Jahre 1474 vom PapsteSixtus IV. bestätiget. Bald verbreitete sich der Franzis-kaner-Orden in Italien und Sicilien, und überall hinbegleitete den heiligen Ordensgcneral die auffallendsteWnndergabe. Ludwig XI., König von Frankreich, deran Entkräftung darnieder lag, lud den heiligen Mann ein,an seinen Hof zu kommen. Als der Diener Gottes imköniglichen Schloße ankam, warf Ludwig sich ihm zuFüßen, mit der Bitte, von Gott Verlängerung seinesLebens zu erflehen; Franziskus wies ihn aber daraufhin, daß auch dem Leben der Könige ein Ziel gestecktsei, und ermahnte ihn, sich auf sein Ende vorzuberciten.Es gelang ihm auch durch sein Gebet und durchöftere Unterredung, daß der König sich in den WillenGottes völlig ergab und bußfertig in seinen Armen daSLeben beschloß. Als Franziskus seine eigene nahe Auf-lösung merkte, schloß er sich drei Monate lang in eineenge Zelle ein, einzig mit Gott und der Ewigkeit beschäftigt,und entschlief nach dem Empfang der heiligen Sterbsa-kramente am 2. April 1508.
Gebet. Unterstütze uns durch deine mächtige Für-bitte, heiliger Franz von Paula! daß wir so frommund heilig leben und so vertrauensvoll, so gottergeben undso beharrlich beten mögen, wie du. Gib uns deine Gnadehiezu, o Herr, himmlischer Vater! durch Christum, dei-nen Sohn, unfern Herrn. Amen.
Dreiundneuiizigstes Lesestück.
Am Feierabende des 3. April.
Warum unser Gebet so oft nicht erhört werde.
Fr. Warum wird unser Gebet so oft nicht erhört?
Antw. Ans zwei Gründen: 1) weil wir nicht umdasRechte, und 2) nicht auf die rechteWeise beten.
Fr. Wann beten wir nicht um das Rechte?
Antw. Wenn wir nur um Geld und Gut, umzeitlichen Segen und Wohlstand und um andere derleiDinge bitten, nicht aber um Das, was zur Ehre Gottesund zum Heile unserer Seele gereicht.