Druckschrift 
Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
Entstehung
Seite
219
Einzelbild herunterladen
 

219

Am Feierabende des 2. April.

dak nur »das Gebet des Demüthigen durch die Wolken dringt,und daß du, o Herr! den Hoffärtigen widerstehest." (Sir. 35,21.)

9 eaende: Der heilige Hugo, Bischof vonGrenoble, (si 1132.)

Voll Andacht und Demuth betete auch der heiligeBischof Hugo, dessen Andenken die Kirche heute feiert; ja,anhaltendes Gebet zu Gott und nachdrückliche Ermahn-ungen und Belehrungen, die er in Predigten an seineHeerde richtete, waren die vorzüglichsten Mittel, demSittenverderbniß seiner Zeit entgegenzuarbeiten. DieserHeilige wurde im Jahre 1053 im französischen BisthumeBalence von adeligen und gottesfürchtigen Eltern geboren.Nach rühmlich vollendeten Studien empfing er die hei-ligen Weihen und gewann sich bald hierauf als Chor-herr zu Valence durch seinen frommen und auferbau-lichen Wandel die allgemeine Hochachtung und Liebe.So sehr sich der Heilige auch dagegen sträubte, so warder dennoch 1080 zum Bischof von Grenoble erwählt,und nun arbeitete er mit unermüdetem Eifer an demSeelenheile der ihm anvertrauten Heerde, trat mitallen Kräften dem damaligen Sittenverderben entgegenund gab dem heiligen Bruno dadurch, daß er ihm diefünf Meilen von seiner Residenzstadt entlegene Einödeschenkte, Gelegenheit zur Gründung des Karthäuserordens.Auch er selbst ließ sich später diesem Orden beizählenund lebte in seiner bischöflichen Residenz ganz wie einKarthäuser in Armuth, Abtödtung und Gebet; dabeiwar er aber ein wahrer Vater der Armen und ein muthi-ger Kämpfer für die Sache der Kirche. So große Tu-genden blieben aber nicht ohne große Leiden und Prüf-ungen; denn »wen der Herr lieb hat, den züchtiget er."Nebst unzähligen äußerlichen Widerwärtigkeiten hatte derheilige Hugo mehr als vierzig Jahre lang an seinem

Leibe viele Kopf- und Magenschmerzen, in seiner Seeleviele Versuchungen zu leiden. Aber er duldete mit Er-gebung und kämpfte mit christlichem Heldenmuthe; dafürward ihm auch die Krone der Vergeltung zu Theil, nach-dem ihn der Herr von den irdischen Banden und Leidenbefreit hatte am 1. April 1132.

Gebet. O Herr! wir bitten dich, laß uns deinemtreuen Diener Hugo Nachfolgen in seinem Gebetseiferund in seiner christlichen Geduld, auf daß auch wir einstdie Krone der Vergeltung empfangen mögen, durch Chri-stum unfern Herrn. Amen.

Zweiundnennzigstes Lesestück.

Am Feierabende des 2. April.

Eigenschaften des Gebetes, und zwar die letzten drei.

Fr. Wann beten wir mit Glauben und Ver-trauen?

Antw. Wenn wir glauben und zuversichtlich hoffen,daß Gott, der ja allmächtig und voll Liebe ist, unserGebet erhören werde, insoferne es zu seiner Ehre undzu unserm Heile dienlich ist.

Belehrung. Glaube und Vertrauen bilden nothwen-dige Eigenschaften des Gebetes; ohne Glauben und Vertrauengibt es kein wahres und wirksames Gebet. Daher sagt auchder heilige Augustin:Sinkt dein Glaube, so sinkt auchdein Gebetseifer; denn wie kann Derjenige beten, der nichtglaubt?" Und der heilige Bernhard schreibt:Unser Ver-trauen bestimmt das Maaß der Gnaden, die wir von Gotterlangen; ist unser Vertrauen groß, so werden" wir auch großeGnaden empfangen. Denn die göttliche Barmherzigkeit istein unerschöpflicher Quell; wer zu demselben das größte Ge-fäß des Vertrauens trägt, der wird auch eine desto größereMenge Güter daraus schöpfen. Das Oel deiner Barmher-zigkeit gießest du, o Gott! in Gefäße voll von Vertrauen."Daher sagt schon der heilige Apostel Jakobus (1, 6.):Man soll beten im Glauben und Vertrauen ohneallen Zweifel." Warum sollten wir aber nicht mit Glau-ben und Vertrauen beten? Wir wenden uns ja im Gebetean Gott, der allmächtig und voll Liebe ist, der uns also allesGute geben kann und um Jesu willen auch wirklich ge-ben will, wie dieß der göttliche Heiland selbst ganz deutlichausspricht, indem er betheuert:Wahrlich, wahrlich sag' icheuch, wenn ihr den Vater in meinem Namen um Etwasbitten werdet, so wird er es euch geben." (Joh. 16, 23.)

Beispiel und Anwendung. Als der heil. Johannes

28 *