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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende des 1. April.

ihre Liebenswürdigkeit, ihren frommen christlichen Sinngepaart mit unerschütterlicher Standhaftigkeit oft genugni bewundern Gelegenheit hatte, so wurde er durch dieseerhabenen Tugendbeispiele alsbald so sehr angezogen, daßer selbst ein Christ wurde, indem er vom heiligen Papstes Alexander I., der sich unter den gefangenen Christen^ befand, die heilige Taufe empfing. Erleuchtet vom gött-i liehen Lichte glaubte auch seine Tochter an Jesus Chri-stus und empfing ebenfalls vom heiligen Alexander, die Taufe. (Sieh das vorhergehende Bild!) Von nun anübte sie unaufhörlich als eine eifrige Braut Christi diePflicht des Gebetes. Die Bekehrung des Haupt-s mannes blieb nicht lange verborgen; der neue Statthal-ter Aurelius ließ ihn vor sich rufen, und als er stand-haft im Bekenntnisse des Glaubens verharrte, auf diegrausamste Weise foltern und endlich enthaupten. DieKirche feiert seinen Gedächtnißtag am 30. März.-Balbina überlebte ihren Vater nicht lange. Auch siewurde vor den Richterstuhl des Statthalters gebrachtund aufgefordert, dem Christenthume zu entsagen und dens Götzen zu opfern. Aber gestärkt von Oben bekannte sieganz frei Jesum als den Sohn des lebendigen Gottesund besiegelte dieses Bekenntnis; mit ihrem Blute imJahre 130.

Gebet. Heilige Balbina! bitte bei Gott für uns,auf daß auch wir die Pflicht des Gebetes eifrig erfüllenund durch Wort und That Christum Jesum immer undüberall bekennen als den Sohn des lebendigen Gottes.Gib uns Muth und Kraft hiezu, o Gott! durch eben-denselben Christum unfern Herrn. Amen.

Einundneimzigstes Lesestück.

Am Feierabende des 1. April.

Eigenschaften des Gebetes, und zwar die ersten drei.

Fr. Auf welche Weise müssen wir im Gebete zuGott reden? oder wie müssen wir beten?

Antw. Wir müssen beten: 1) mit gehöriger Vor-bereitung, 2) mit Andacht, 3) mit Demuth, 4) mit Ver-trauen, 5) mit Ergebung in den Willen Gottes und 6)mit Beharrlichkeit. (Heute betrachten wir nun die erstendrei Eigenschaften und morgen die letzten drei.)

Fr. Was heißt das: Wir müssen beten mit ge-höriger Vorbereitung?

Antw. Das heißt: wir müssen vor Allem bedenken, daßwir im Gebete mit Gott reden, und daher unfern Geistsammeln undunser Herz dazu bereiten, auf daß mannicht sei, wie ein Mensch, der Gott versucht." (Eccl. 18,23.)

Mchlcr, Hausbuch.

Belehrung. Wenn man mit einem Fürsten oder gro-ßen Herrn sprechen will, so nimmt man zuvor alle seine Ge-danken zusammen, man überlegt wohl, was man sagen, wieman seine Bitte vortragen will, ja, man denkt sogar darübernach, welche Leibesstellung man annehmen wolle. Um wieviel mehr ist aber das zu beobachten, wenn man sich zumGebete begibt? Denn man redet da nicht mit einem Men-schen, nicht mit einem Fürsten oder Großen dieser Erde, son-dern mit Gott, dem höchsten Könige des Himmels und derErde, vor dem sich alle Kniee beugen. Darum sagt auchder heilige Geist:Ehe du betest, bereite dich dazu vor, undsei nicht wie ein Mensch, der Gott versucht!" (Eccl. 18, 23.)Der Zithernspieler stimmt zuvor sein Instrument, und dannerst spielt er vor einem großen Herrn; ebenso müssen auchwir die Zither unsers Herzens stimmen, damit sie den Ohrendes Allerhöchsten angenehm töne. Vor dem Gebete sammlealso deine Gedanken und erinnere dich, daß du dich in derGegenwart Gottes befindest, der dich sieht, der Alles, wasdu thust, denkest und redest, hört und beobachtet.

Beispiel und Anwendung. Ein schönes Beispiel, wiewir uns zum Gebete vorbereiten sollen, gibt uns der heiligeAbt Stephanus. So oft er zum Gebete oder in die Kircheging, drückte er die Thüre fest hinter sich zu und sprach:Ihr Sorgen und ihr zeitlichen Gedanken! bleibet inzwischenhier draußen, bis ich wieder zu euch zurückkomme; denn ichhabe jetzt ein ernstes, wichtiges Geschäft." (Sieh das obigeBild!) So sollst es auch du machen, mein christlicher Le-ser! Lege ab alle irdischen Gedanken, alle zeitlichen Sorgen,wenn du zum Gebete gehst, und stimme dein Herz zur An-dacht; denn das ist die zweite Eigenschaft, die unser Gebet

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