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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende

ru wandeln, starb er 628 als ein glorreicher Ueberwin-der der Irrlehren und als ein treuer Diener seines Herrn.

Gebet. Herr, himmlischer Vater! gib, daß auchunser Leben ein beständiges Lob-, Dank- und Bittgebetsei, wie das Leben deines heiligen Dieners Eustasius,auf daß wir dich auch dereinst ewig loben und preisendürfen in der himmlischen Glorie, durch Christum, unfernHerrn, der mit Dir und dem heiligen Geiste lebt undregirt in Ewigkeit. Amen.

Nenmmdachtzigstes Lesestück.

Am Feierabende des 30. März.

Lieblichkeit und Wirksamkeit des Gebetes.

Fr. Welchen Segen verschafft das Gebet, da cseine Unterredung mit Gott ist, dem Frommen?

AntW. Es erfüllt das Herz des frommen Betersmit einer außerordentlichen Seligkeit; denn er empfindetGottes Nähe und die lieblichen Wirkungen seiner himm-lischen Segnungen.

Belehrung.Siehe, o Mensch! welche Glückseligkeitdir zu Theil geworden ist," also ruft der heilige Chryso-stomus aus,welche Ehre, da du vertraulich mit Gott um-gehen, mit Christus Unterredungen Pflegen darfst! Keine Zungekann es erklären, welche Vortrefflichkeit und Seligkeit diesemvertraulichen Umgänge mit Gott im Himmel eigen sei." Waskennen wir uns aber auch Lieblicheres und Süsseres denken,als mit Gott reden, ihm sein Herz öffnen und mit ihm offenund traulich, kindlich und herzlich sprechen dürfen, wie einSohn, wie eine Tochter zum Vater? Die Heiligen Got-tes fanden darum auf der ganzen Erde nichts Anziehenderesund Lieblicheres, als im frommen Gebete vor Gott zu liegenund ihr Herz vor ihm ausznschütten. Sie fühlten da oft deut-lich genug Gottes Nähe und Lieblichkeit. (Sieh das obige Bild!)

Beispiele und Anwendung. Im Gebete fand dieheilige Wittwe Marcella Trost und Beseligung, und oftbetheuerte sie, daß sie in der Unterredung mit Gott, im Ge-bete weit mehr Vergnügen und Seligkeit empfinde, als sieehedem bei den Freuden der Welt empfunden habe. Derheilige Gerhard fand in den Uebungen des Gebetes, in derUnterhaltung mit Gott eine so große Lieblichkeit, daß er nursehr schwer vom Gebete sich trennen konnte. Oft schien erJene zu beneiden, deren einziges Geschäft es war, Gott Tagund Nacht zu loben.O wie glücklich sind Jene," spracher oft,die in einem Berufe leben, deren Verrichtung ganz

des 30. März.

Gebet und das Lob Gottes ist!" Und welchen Trost,welche Seligkeit fand nicht im^Gebete der heilige EinsiedlerAntonius! Oft durchwachte er ganze Nächte in stiller,heiliger Betrachtung; und wenn dann beim Anbruche desTages die Strahlen der ausgehenden Sonne seine Höhle er-leuchteten, so rief der frommelDiener Gottes nicht selten aus:O schöne Sonne! warum störest du mich in meinem Ge-bete!" So selig fühlten sich die Heiligen in der Näheihres Gottes. Bete, mein Christ! ebenso, wie die Heiligen,und du wirst sicherlich auch eine ähnliche Beseligung und Süssig-keit beim Gebete in deinem Herzen empfinden.

Fr. Ist aber dieß die einzige Wirkung oder Fruchtdes Gebetes?

AntW. O nein; im wahren, frommen Gebete liegt aucheine außerordentliche Wirksamkeit und Kraft.

Belehrung. Nichts ist wunderbarer, wirksamer, wohl-gefälliger und dem Menschen ersprießlicher, als das Gebet,das von dem Altäre eines reinen und zerknirschten Herzenswie Weihrauch zu Gott emporsteigt. Es erhebt uns zu Gott,es vermindert unsre Betrübnisse, es stärkt unsre Schwäche,es vermehrt unsre Tugend, es öffnet die Pforten des Himmels,es überwindet die Kräfte der Hölle, mit Einem Worte: esist allmächtig. Stark und mächtig ist ein König; Allesmuß seinem Winke gehorchen. Stark und mächtig unter denThieren ist der Löwe, der allen übrigen an Kraft überlegen